Wie wird aus einem neugierigen Jugendlichen ein ambitionierter Golfer mit eigenem YouTube-Kanal? In dieser Episode des Podcasts „Next Fairway“ spricht Host Thomas mit Kevin Herrmann über seinen Weg im Golfsport. Dabei geht es nicht nur um seinen Einstieg ins Golfen, sondern auch um seine sportliche Entwicklung, seine Erfahrungen mit Handicap und Training sowie um die Idee hinter seinem YouTube-Kanal.
Kevin erzählt, wie ein zufälliger Moment beim Golf-Schauen im Fernsehen seine Leidenschaft entfacht hat, welche Rolle sein analytischer Beruf in der Formel-1-Datenanalyse für seine Herangehensweise an das Spiel spielt und warum für ihn trotz Technik und Daten am Ende immer noch das Gefühl auf dem Platz entscheidend ist. Außerdem gibt er Einblicke in den Aufbau seines YouTube-Kanals, spricht über die Herausforderungen beim Filmen auf dem Golfplatz und verrät, welche Ziele er sich für die kommende Golfsaison gesetzt hat.
Der Einstieg ins Golf: Ein Zufall im Urlaub
Kevin Herrmann begann relativ früh mit dem Golfsport. Bereits mit 13 Jahren startete er seine Golfkarriere, nachdem er zuvor Tennis und Fußball gespielt hatte. Den ersten Kontakt mit Golf hatte er während eines Urlaubs in Portugal, als er gemeinsam mit seinem Vater eine Driving Range ausprobierte. Der erste Versuch war allerdings alles andere als erfolgreich – sogar mit den falschen Schlägern wurde gespielt.
Der entscheidende Moment kam jedoch später: Als sein Vater Sky abonnierte, um Fußball zu schauen, entdeckte Kevin den Golfkanal. Während eines European-Tour-Finales in Dubai blieb er vor dem Fernseher hängen und entwickelte eine echte Begeisterung für den Sport. Kurz darauf begann er mit der Platzreife und spielte regelmäßig Golf.
Die HCP-Entwicklung bei Kevin ging schnell
Kevins Entwicklung im Golf verlief zunächst sehr schnell. Dank seiner Tennis-Erfahrung brachte er bereits ein gutes Ballgefühl mit. Schon etwa ein Jahr nach seinem Einstieg spielte er ein Single-Handicap und konnte sein Handicap in den ersten Turnieren stark verbessern.
Doch danach verlangsamte sich der Fortschritt deutlich. Besonders der Weg zu einem sehr niedrigen Handicap erwies sich als deutlich schwieriger. Sein bisher bestes Handicap lag bei etwa 2,0 – ein Ergebnis, das er erst viele Jahre nach seinem Einstieg erreichen konnte. Aktuell bewegt er sich um ein Handicap von etwa 6.
Dabei beschreibt Kevin sein Spiel als Mischung aus Gefühl und Analyse. Einerseits vertraut er auf sein Gefühl bei Schlägen und Entscheidungen auf dem Platz. Andererseits bringt sein Beruf als Datenanalyst in der Formel-1-Welt eine analytische Perspektive mit sich, die auch moderne Technologien wie Launch-Monitore oder Golf-Simulatoren interessant für ihn macht.
Kevin’s HCP-Traum
Ein langfristiges Ziel hat Kevin klar vor Augen: Er möchte irgendwann ein Plus-Handicap erreichen. Für ihn geht es dabei weniger um die Zahl selbst, sondern um die spielerische Fähigkeit, auf jedem Golfplatz mit dem Ziel antreten zu können, Par oder sogar besser zu spielen.
Der sportliche Ehrgeiz ist dabei weiterhin groß. Schon bei seiner ersten Runde des Jahres spielte er eine 74, also nur zwei Schläge über Par – ein Ergebnis, das zeigt, dass er trotz weniger Wintertraining weiterhin auf hohem Niveau spielt.
Der Schritt zu YouTube: Inspiration aus den USA
Die Idee, einen eigenen YouTube-Kanal zu starten, entstand durch Inspiration aus der internationalen Golf-YouTube-Szene. Besonders Inhalte von Bryson DeChambeau und dem Kanal GM Golf motivierten Kevin, selbst Videos zu produzieren.
Da er durch seinen Beruf bereits Erfahrung mit Videotechnik hatte und über entsprechendes Equipment verfügte, begann er schließlich, eigene Golfvideos zu drehen. Sein Ziel war es zunächst, Inhalte zu produzieren, die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gab.
Später stellte er fest, dass es bereits einige etablierte deutsche Golfkanäle gab. Dennoch blieb er bei seinem Projekt, weil ihm vor allem ein Aspekt besonders wichtig ist: neue Menschen aus der Golfwelt kennenzulernen und spannende Matches zu spielen.
Die Realität hinter Golf-Videos
Golfvideos auf YouTube wirken oft locker und unterhaltsam – doch die Produktion ist aufwendig. Besonders das Filmen auf dem Platz bringt Herausforderungen mit sich.
Kevin erklärt, dass eine Runde ohne Golfcart beim Filmen deutlich länger dauern würde. Mit Kameraaufbau, Perspektivenwechseln und mehreren Spielern kann eine Runde sonst schnell sieben bis acht Stunden dauern.
Auch der Spielfluss leidet häufig darunter, da man beim Filmen schwer in einen Rhythmus kommt. Trotzdem nimmt Kevin diesen Aufwand bewusst in Kauf, um interessante Inhalte für seine Zuschauer zu produzieren.
Youtube ist ein Hobbyprojekt
Trotz wachsender Abonnentenzahlen bleibt der YouTube-Kanal für Kevin aktuell ein Hobbyprojekt. Zwar ermöglicht eine gewisse Reichweite mittlerweile Monetarisierung, doch der finanzielle Ertrag bleibt im Vergleich zum Aufwand gering.
Deshalb steht für ihn weiterhin der Spaß im Vordergrund: spannende Plätze spielen, interessante Matches organisieren und neue Kontakte knüpfen.
Seine Videos erscheinen regelmäßig im Zwei-Wochen-Rhythmus – meist freitags – wobei er sich bewusst keinen zu strikten Veröffentlichungsplan auferlegt.
Kevins Golfphilosophie: Weniger denken, mehr spielen
Am Ende des Gesprächs gibt Kevin einen wichtigen Tipp für Golfer – besonders für Anfänger. Rückblickend würde er seinem jüngeren Golf-Ich raten, weniger über Technik nachzudenken und einfach zu spielen.
Zu viele Gedanken über Schwungmechanik oder mögliche Fehler können den Kopf blockieren. Entscheidend sei letztlich der Treffmoment und der Spaß am Spiel.
Gerade analytische Spieler neigen dazu, zu viel über jeden Schlag nachzudenken. Kevin empfiehlt stattdessen, ein sinnvolles Ziel zu wählen und dann einfach zu spielen.
Meine drei Learnings aus dem Podcast
Zm Schluss möchte ich euch meine drei Learnings aus dem Podcast mit Kevin nicht vorenthalten:
1. Fortschritt im Golf braucht Zeit
Der Einstieg kann schnell gehen – besonders mit sportlicher Vorerfahrung. Doch je niedriger das Handicap wird, desto schwieriger werden weitere Verbesserungen. Geduld und kontinuierliches Training sind entscheidend.
2. Daten helfen – Gefühl entscheidet
Technologie und Analyse können das Training verbessern. Auf dem Platz zählt jedoch oft das Gefühl für den Schlag und die Situation. Erfolgreiches Golf entsteht aus der Kombination beider Ansätze.
3. Weniger denken, besser spielen
Zu viele Gedanken über Technik oder mögliche Fehler blockieren den Schwung. Ein klares Ziel wählen, Vertrauen haben und den Schlag ausführen – das verbessert oft das Spiel.
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