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Fade

26. Mai 2026

Ein Fade bezeichnet im Golfsport einen kontrollierten Ballflug, bei dem der Ball eine leichte Kurve von links nach rechts beschreibt – bezogen auf einen Rechtshänder. Bei einem Linkshänder verläuft die Kurve entsprechend von rechts nach links. Wie beim Draw gilt auch hier: Das Schlüsselwort ist kontrolliert. Der Fade ist ein bewusst geformter, eleganter Bogen – kein Fehler. Genau das trennt ihn von seinem unerwünschten Verwandten, dem Slice.

Entstehung des Fades

Der Fade entsteht durch eine spezifische Kombination aus Schlägerblattstellung und Schwungrichtung beim Aufprall auf den Ball:

  • Das Schlägerblatt ist leicht offen zur Schwungbahn – zeigt also etwas nach rechts
  • Die Schwungbahn verläuft von außen nach innen (Out-to-In)
  • Dadurch entsteht ein linksdrehender Seitenspin, der den Ball nach rechts zieht

Je stärker diese beiden Faktoren ausgeprägt sind, desto mehr Kurve bekommt der Ball. Ein perfekter Fade ist ein präzises Gleichgewicht – zu viel davon wird zum Slice, zu wenig bleibt ein gerader Schlag.

Warum ist der Fade so wertvoll?

Der Fade hat einen etwas ungerechten Ruf als „Schlag der Angst” oder als Zeichen mangelnder Technik. Das Gegenteil ist wahr – in den richtigen Händen ist er eine der präzisesten Waffen im Golf:

1. Mehr Kontrolle und Stoppwirkung Ein Fade landet mit steilem Einfallswinkel und bleibt dort liegen, wo er aufkommt. Gerade auf festen, schnellen Grüns oder engen Fahnenposition ist diese Stoppwirkung Gold wert.

2. Ideal für Dog-leg-right-Löcher Auf Bahnen, die von links nach rechts verlaufen, folgt der Fade dem natürlichen Kurvenverlauf des Fairways – bessere Linie, bessere Position fürs nächste Spiel.

3. Verlässlichkeit unter Druck Viele erfahrene Spieler schwören auf den Fade, weil er mental berechenbarer ist. Die Kurve geht immer in dieselbe Richtung – kein plötzlicher Linksausreißer wie beim missglückten Draw.

4. Windvorteil bei Seitenwind Bei einem Wind von links lässt sich ein Fade ideal in den Wind hinein spielen – der Ball bleibt auf Kurs, anstatt weiter abgetrieben zu werden.

Fade vs. Draw – der große Vergleich

Merkmal Fade Draw
Ballflugkurve Links → Rechts Rechts → Links
Spin Linksdrehend Rechtsdrehend
Distanz Weniger Mehr
Trajektorie Höher, steiler Flacher, tiefer
Rollverhalten Weniger Roll Mehr Roll
Stoppwirkung Besser Geringer
Windverhalten Gut bei Seitenwind Gut in Gegenwind

Fade vs. Slice – wo ist die Grenze?

Wie beim Draw zum Hook ist auch beim Fade der Übergang zum Slice fließend – und gefährlich:

Fade: Kontrolliert, 5–10° Abweichung nach rechts, landet im geplanten Zielbereich
Slice: Unkontrolliert, starke Rechtskurve, übermäßiger Seitenspin – endet regelmäßig im Rough, Bunker oder Aus

Ein Slice entsteht oft durch ein zu stark geöffnetes Schlägerblatt in Kombination mit einer ausgeprägten Out-to-In-Bahn – häufig das Resultat eines „über die Schulter” gezogenen Schwungs. Der Fade ist dessen gezähmte, beherrschte Version.

Wie trainiert man einen Fade?

Schritt 1 – Ausrichtung anpassen Stelle dich leicht nach links von deiner eigentlichen Ziellinie aus (Schultern, Hüfte, Füße) – das fördert die Out-to-In-Schwungbahn.

Schritt 2 – Griff leicht schwächen Ein etwas schwächerer Griff (Hände leicht nach links gedreht) hilft, das Blatt beim Auftreff offen zu halten und den Fade-Spin zu erzeugen.

Schritt 3 – Schlägerblatt auf das Ziel Trotz geöffneter Körperausrichtung zeigt das Blatt dennoch auf die tatsächliche Ziellinie – nicht auf die Körperachse. Auch hier liegt der Schlüssel in diesem feinen Unterschied.

Schritt 4 – Den Außen-nach-innen-Schwung fühlen Eine bewährte Übung: Stelle dir vor, du schneidest mit dem Schläger durch den Ball von links oben nach rechts unten – wie ein sanftes Abschneiden. Das erzeugt den gewünschten Spin, ohne den Schwung zu verkrampfen.

Einige der größten Golflegenden waren und sind bekannte Fade-Spieler. Jack Nicklaus, der Golfer mit den meisten Major-Titeln aller Zeiten, spielte sein ganzes Leben einen ausgeprägten Fade – bewusst und mit vollem Vertrauen. Lee Trevino machte den Fade zur Kunstform. Und Collin Morikawa, einer der besten Eisenspieler der aktuellen Tour-Generation, ist für seinen präzisen Fade ins Grün bekannt. Was alle verbindet: Sie akzeptierten ihren natürlichen Ballflug, verfeinerten ihn – und machten ihn zur Stärke.

Der Fade ist kein Trostpreis für jene, die keinen Draw hinbekommen. Er ist ein Präzisionsinstrument – ideal für enge Fahnen, schnelle Grüns und Löcher mit Rechtskurve. Weniger Distanz, aber mehr Kontrolle: Für viele Golfer ist das der bessere Deal. Denn wie Jack Nicklaus einmal sinngemäß sagte: Ein Fade weiß, wo er landen wird. Ein Draw manchmal nicht.

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