Rot: 5.172 m
Golfclub Rhein-Sieg
Der Golfclub Rhein-Sieg e.V. gehört zu den traditionsreichen Golfanlagen im Großraum Köln/Bonn und überzeugt mit einem Spielkonzept, das sich deutlich von vielen modernen Resortplätzen unterscheidet. Die 18-Loch-Anlage liegt bei Haus Dürresbach in einer reizvollen, leicht hügeligen Park- und Waldlandschaft und verbindet einen gewachsenen Baumbestand, abwechslungsreiche Spielbahnen und reizvolle Ausblicke auf das Siebengebirge.
Im Mittelpunkt steht ein klassischer Par-72-Parkland-Course, auf dem Präzision und intelligentes Platzmanagement wichtiger sein können als maximale Schlagweite. Während lange, breite Spielbahnen andernorts dazu einladen, möglichst häufig zum Driver zu greifen, verlangt der Golfclub Rhein-Sieg immer wieder eine bewusste Entscheidung: Wohin muss der Abschlag gespielt werden, um einen freien Weg zum Grün zu haben? Wo stehen die Bäume? Welche Seite des Fairways bietet den besseren Anspielwinkel?
Seine besondere Qualität entwickelt der Platz aus einer Mischung aus relativ kurzen, taktisch anspruchsvollen Par-4-Bahnen, langen Par 3, vier Par 5 und teilweise kleinen, bewegten Grüns. Diese Charakteristik macht ihn für sportlich ambitionierte Spieler interessant, bietet aber auch Golfern mit höheren Handicaps ein attraktives und grundsätzlich faires Golferlebnis.
Ein weiteres Merkmal ist die klassische Clubatmosphäre. Der Golfclub Rhein-Sieg versteht sich als gewachsener Mitgliederclub, heißt ausdrücklich auch Gäste willkommen und verzichtet im regulären Spielbetrieb auf feste Startzeiten. Anstelle eines straffen Buchungssystems wird mit der traditionellen Ballspirale gespielt.
Die angegebenen Längen ergeben sich aus der Addition der auf der offiziellen Clubwebsite veröffentlichten Einzelbahnen. Mit 5.868 Metern von den dort als „H“ bezeichneten Abschlägen ist Rhein-Sieg kein außergewöhnlich langer Meisterschaftsplatz. Dennoch sollte man den Kurs keinesfalls anhand dieser Länge unterschätzen.
Der Club selbst betont, dass vor allem die langen Par 3, die versteckten Gefahren der kürzeren Par 4 und der zahlreiche hohe Baumbestand den sportlichen Anspruch prägen.
Landschaft, Gelände und Atmosphäre
Der Golfclub Rhein-Sieg befindet sich in einer weitläufigen Landschaft aus Wiesen, Waldflächen und sanften Hügeln. Anders als bei jungen Anlagen, deren Bepflanzung noch wachsen muss, sind hier viele Bäume über Jahrzehnte hinweg zu einem wesentlichen Bestandteil des Platzdesigns geworden.
Die Spielbahnen werden stellenweise von hohen Laubbäumen eingerahmt, öffnen sich an anderen Stellen zu weiten Wiesenflächen und führen über unterschiedlich geneigtes Gelände. Die Umgebung ist ruhig und naturnah. Einzelne Abschnitte bieten attraktive Fernblicke bis zum Siebengebirge.
Dieser gewachsene Charakter verleiht dem Platz eine klassische Golfatmosphäre. Man spielt nicht nur zwischen künstlich angelegten Hindernissen, sondern in einer Landschaft, in der Bäume und Geländeformen unmittelbar auf die Spielstrategie Einfluss nehmen.
Fairways und Abschläge – die richtige Position ist entscheidend
Eine der wichtigsten Eigenschaften des Platzes ist die Kombination aus relativ moderaten Längen und taktisch anspruchsvollen Spiellinien.
Auf vielen Par-4-Löchern geht es weniger darum, den Ball so weit wie möglich zu schlagen, sondern eine günstige Position für den nächsten Schlag zu erreichen. Wer einen langen Abschlag unkontrolliert in Richtung der Fairwayränder spielt, kann durch die hohen Bäume empfindlich bestraft werden.
Im ungünstigsten Fall bleibt nur ein seitlicher Befreiungsschlag, obwohl der Ball zunächst keine besonders große Entfernung zum Grün hat. Deshalb können ein kontrolliertes Holz, Hybrid oder langes Eisen vom Tee durchaus die bessere Wahl gegenüber dem Driver sein.
Die Doglegs erhöhen den strategischen Reiz. Spieler müssen den richtigen Winkel wählen, Hindernisse berücksichtigen und bereits beim Abschlag überlegen, von welcher Seite das Grün am besten anspielbar ist.
Die Grüns – kleine Ziele mit versteckten Schwierigkeiten
Ein wichtiges Merkmal sind die teilweise kleineren Grüns, die laut offizieller Platzbeschreibung sorgfältig gelesen werden müssen. Selbst scheinbar unkomplizierte Puttlinien können durch kleine Geländeunterschiede schwieriger sein, als sie zunächst wirken.
Der Club beschreibt die Grüns im Sommer als schnell und spurtreu. Das bedeutet, dass gut ausgeführte Putts belohnt werden, kleine Fehler bei Richtung oder Geschwindigkeit aber sichtbar werden können.
Die Herausforderung beginnt häufig bereits mit der Annäherung: Ein kleineres Grün verzeiht weniger Ungenauigkeit. Wer die richtige Distanz nicht trifft oder den Ball auf der falschen Seite platziert, muss sich auf einen anspruchsvolleren Chip, Pitch oder Putt einstellen.
Damit spielen Distanzkontrolle und ein verlässliches kurzes Spiel auf Rhein-Sieg eine wesentliche Rolle.
Bunker und weitere Hindernisse
Die Bunker sind in das klassische Parkland-Design integriert. Sie schützen Grünbereiche oder beeinflussen die Wahl der Spiellinie.
Wasserhindernisse gehören ebenfalls zur Anlage, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt des gesamten Platzkonzepts. Charakteristischer sind die gewachsenen Baumbestände, die Doglegs und die natürlichen Geländebewegungen.
Der eigentliche Gegner auf Rhein-Sieg ist häufig nicht die Länge des Lochs, sondern eine ungünstige Ballposition. Ein vermeintlich leichtes Par 4 kann schnell zum Bogey- oder Doppelbogey-Loch werden, wenn der Abschlag die falsche Seite des Fairways findet.
Die ersten neun Löcher sind aufgrund ihrer drei Par 5 etwas länger und haben Par 37. Die zweiten neun Löcher sind kompakter und besitzen nur ein Par 5, verlangen aber mit mehreren taktischen Par-4-Bahnen eine präzise Spielweise.
Weitere interessante Bahnen
Auffällig sind die Par-3-Löcher 3, 6, 12 und 17. Sie messen von den Herrenabschlägen 175, 163, 183 beziehungsweise 146 Meter. Damit handelt es sich überwiegend um anspruchsvolle Par 3, auf denen solide Eisenschläge oder abhängig von der individuellen Schlagweite sogar Hybrids gefragt sind.
Besonders Loch 12 mit 183 Metern dürfte für zahlreiche Spieler einen anspruchsvollen langen Schlag zum Grün erfordern.
Auf der anderen Seite stehen kürzere Par-4-Bahnen wie Loch 1 (282 Meter), Loch 13 (274 Meter) und Loch 10 (304 Meter). Sie verdeutlichen, dass Rhein-Sieg nicht ausschließlich über Länge funktioniert. Hier können bereits ein gut positionierter Abschlag und ein präziser Wedge-Schlag die Grundlage für ein Par oder Birdie schaffen.
Die vier Par-5-Löcher sind auf den Bahnen 2, 4, 5 und 14 verteilt. Gerade für Spieler mit größerer Schlagweite ergeben sich dort Möglichkeiten, Schläge gegenüber Par gutzumachen – vorausgesetzt, die Abschläge und Folgeschläge werden sinnvoll platziert.
Im Podcast erwähnt
Golfclub Rhein-Sieg wurde in diesen Folgen von „NextFairway – Der Golf-Podcast“ erwähnt:
Highlight-Bahnen
Ein offizielles Signature Hole gibt es nicht; laut Scorecard ist die 7 die schwerste Bahn des Platzes.
Die längste Bahn des Platzes und laut Scorecard die drittschwerste.
Das längste Par 3 – der Club beschreibt seine Par-3-Bahnen ausdrücklich als lang und anspruchsvoll.
Scorecard
| LOCH | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | OUT | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | IN | GES. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PAR | 4 | 5 | 3 | 5 | 5 | 3 | 4 | 4 | 4 | 37 | 4 | 4 | 3 | 4 | 5 | 4 | 4 | 3 | 4 | 35 | 72 |
| METER | 282 | 441 | 175 | 449 | 496 | 163 | 385 | 341 | 373 | 3105 | 304 | 389 | 183 | 274 | 460 | 345 | 312 | 146 | 350 | 2763 | 5868 |
| HCP | 5 | 11 | 15 | 17 | 3 | 13 | 1 | 7 | 9 | 16 | 2 | 10 | 12 | 8 | 6 | 14 | 18 | 4 |
Community-Bewertung
Top-Platz, einer der schönsten im Rhein-Sieg-Kreis