Auf dem Weg zu meinem alten 15er Hcp | Training | Beste Runde | Links Course Domburg

22. Mai 2026

Zwölf Jahre Pause, ein großes Ziel und ein Linkskurs in den Dünen – ich berichte, wie mein Comeback-Jahr bisher läuft und warum der Golfplatz in Domburg mich ganz schön gefordert hat.

Mein Golf-Comeback: Wo stehe ich nach den ersten Monaten?

Wer meinen Podcast schon länger verfolgt, weiß es: Ich habe zwölf Jahre pausiert und bin seit Anfang 2026 wieder voll im Golf-Modus. Mein Ziel für dieses Jahr ist klar definiert – ich will mein altes Handicap von 15,9 zurückerobern, das noch heute auf meiner Karte steht. Ein langer Weg? Ja, definitiv. Aber ein lohnender.

Die ersten Monate hatten alles, was ein echtes Golf-Comeback ausmacht: Frust, Demut, Rückschläge – und immer wieder überraschende Fortschritte. Genau das ist Golf. Und genau darum liebe ich diesen Sport.

April im Rückblick: Sieben Neunlochrunden und ein Meilenstein

Im April habe ich siebenmal eine Neunlochrunde gespielt und zum ersten Mal in diesem Jahr eine vollständige 18-Loch-Runde absolviert. Und was soll ich sagen? Diese 18-Loch-Runde war gleichzeitig mein bestes Ergebnis seit meiner Rückkehr.

Auf den ersten neun Löchern spielte ich eine 41 – und auf den zweiten neun eine sensationelle 37 (Par 37 – also genau Par). Die Gesamtwertung: 89 auf einem Par-72-Kurs. Für mich ein absolutes Highlight.

Der Tag danach? Eine 54er-Runde auf neun Löcher. Das zeigt, wie es aktuell läuft: Auf und Ab, fehlende Konstanz, aber spürbare Entwicklung. Das gehört dazu.

Neues Equipment: Der Callaway Jailbird Putter im Test

Ich habe mir einen neuen Putter gekauft – den Callaway Jailbird. Wer regelmäßig spielt, weiß: Der Putter ist der Schläger, den man am häufigsten in der Hand hält und dem man im Training am wenigsten Aufmerksamkeit schenkt. Bei mir war das genauso.

Diesmal habe ich es anders gemacht. Zwei Stunden getestet, ein paar Tage später nochmal eine Stunde – und bin dann beim Jailbird geblieben. Ich bin total zufrieden und arbeite jetzt daran, mich weiter einzugrooven.

Mein aktueller Schwung: Was gut läuft – und was noch nicht

Neben dem neuen Putter habe ich zuletzt auch meine Trainingsroutine angepasst: weniger Driving Range, mehr Platz spielen, zwei Trainerstunden zur Schwungfestigung. Der Knackpunkt bleibt konstant: Ich komme bei langen Eisen und beim Driver zu häufig von außen. Ein klassischer Out-to-In-Schwung, der sich hartnäckig hält.

Mein Plan für die kommenden Wochen: mehr Zeit auf der Driving Range, gezielt am Schwungweg arbeiten. Ein Kaltstart auf dem Platz ohne Einschlagen ist für mich im Moment keine Option – das merke ich deutlich.

Domburg: Mein erster Linkskurs – zumindest bewusst

Jetzt zum Herzstück dieser Episode: Domburg. Ich war mit einem Freund dort und wir haben spontan eine Neunlochrunde auf dem Linkskurs gespielt. Mein erster bewusster Linkskurs-Besuch – und es war… eine Erfahrung.

Ankunft und erster Eindruck: Abschlag zwischen Autos

Schon auf dem Parkplatz wartete eine Überraschung: mitten zwischen den Autos stand ein kleiner Abschlagplatz mit Netz – wie ein Mini-Simulator unter freiem Himmel. Der Hintergrund: Die Driving Range liegt einen Kilometer entfernt. Wer sich vor der Runde ein paar Schläge warm machen will, schlägt also buchstäblich zwischen parkenden Autos ab.

Mein Freund hat es ausprobiert. Ich habe den Kaltstart gewählt.

Der Kurs: Schmal, hügelig, typisch Links

Der Golfclub Domburg bietet einen 9-Loch-Platz, der für eine 18-Loch-Runde zweimal gespielt wird – mit unterschiedlichen Abschlagpositionen. Klingt gut in der Theorie. In der Praxis bedeutet das: Ein Fairway wird für zwei Bahnen gleichzeitig genutzt – man spielt also entgegen. Das fand ich ehrlich gesagt nicht schön.

Rund 650 Mitglieder hat der Club, davon etwa 350 vor Ort und rund 300 Fernmitglieder. Eine interessante Konstruktion.

Loch 1: Signature-Moment mit Meerblick

Das erste Loch war direkt das Highlight: ein Par-4-Abschlag von einem Plateau mit herrlichem Blick auf das Meer. Der erste Drive? Kerzengrade die Mitte des Fairways. Bei dem Wind eine echte Freude.

Herausforderung Linkskurs: Wenn der Ball nie gerade liegt

Was dann folgte, war eine Lektion in Linksgolf. Hügelige Fairways, kaum ebene Lagen, extrem schwer einsehbare Grüns. An den Abschlägen fehlten Platzübersichten oder Lochkarten – nur die Angabe “Par 4” und nichts weiter. Ohne meine Golf-App wäre die Orientierung schwierig geworden.

Das neunte Loch war der absolute Tiefpunkt: Ein Blindabschlag über hochgewachsene Bäume, direkt hinter einem Weg und dem Damenabschlag. Im starken Wind hatte man nach dem Schlag keine Chance, den Ball zu verfolgen. Mein Ball landete rechts – und war nicht mehr zu finden.

Wetter: 14 Grad, gefühlt 8 – und ein Regenguss

Ab Loch 6 begann es in Strömen zu regnen. Zehn Minuten Dauerregen, Windböen bis 30–40 km/h, komplett durchnässt trotz Schirm. 14 Grad Lufttemperatur, gefühlt 8 Grad. Typisch Linkskurs, typisch Nordsee.

Fazit: Lohnt sich Domburg für Golfer?

Ehrlich gesagt: Der Kurs hat mir nicht sonderlich gut gefallen. Ob es an den Bedingungen lag, am unbekannten Linkskurs-Feeling oder an beidem – ich kann es nicht ganz trennen. Einige Punkte haben mich aber unabhängig vom Wetter gestört:

  • Fairways werden doppelt genutzt – man spielt sich entgegen
  • Keine Platzpläne an den Abschlägen
  • Grüns kaum einsehbar
  • Teils blind geschlagene Löcher ohne klare Orientierung
  • Sandig, harter Boden, kaum Bewässerung – Anfang Mai bereits braune Stellen

Das erste Loch mit dem Meerblick? Wunderschön. Der Rest war solide Erfahrung, aber nichts, das mich zurückzieht.

Mein Fazit in einem Satz: Wer in Domburg Urlaub macht und Lust auf ein paar Löcher hat, sollte es einmal versucht haben – aber ich würde es nicht als festes Ziel für einen Golftag einplanen.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Meine beste Runde seit dem Comeback steht: eine 89er-Runde auf Par 72. Der neue Putter entwickelt sich. Das Training geht weiter. Im Juni stehen möglicherweise ein Kurs des Clubs zu langen Eisen und Rough-Lagen auf dem Programm – ich halte euch auf dem Laufenden.

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