Wildcard-Story zu den Creator Golf Masters | Gespräch mit Marvin Oldfield aka birdiebike

15. Mai 2026

Stell dir vor: Du hast 15 Jahre lang keinen Golfschläger in der Hand gehalten. Dann postest du ein selbst gedrehtes Bewerbungs-Reel auf Instagram – und zwei Wochen später stehst du auf dem Green Eagle Golf Course in Hamburg, Seite an Seite mit Freddy Schott, Martin Borgmeier und Diana Schneider. Genau das ist Marvin Oldfield passiert. Sein Weg zur Wildcard bei den Creator Golf Masters 2025 ist keine Geschichte über Reichweite oder Follower-Zahlen – es ist eine Geschichte über Mut, Kreativität und die Frage, was Golf heute sein kann. In dieser NextFairway-Episode erzählt Marvin, wie ein Pappschild in den Straßen von Mainz, ein einziger Anruf um 22 Uhr und ein grüner Caddy-Anzug sein Golf-Leben auf den Kopf gestellt haben.

15 Jahre Pause – und dann der Bruder, der alles veränderte

Marvin Oldfield ist fast 32 Jahre alt, als er in diesem Podcast-Gespräch seine Golf-Journey erzählt. Als Jugendlicher hat er Golf gespielt – und das mit Ernsthaftigkeit: Er hörte mit einem Single Handicap auf. Dann kamen andere Interessen, andere Sportarten, das Studium, und mit ihm die Frage, ob man Geld lieber in andere Dinge steckt als in Greenfees.

Es war sein Bruder, der ihn nach der Corona-Zeit wieder auf den Golfplatz mitnahm. Aus einem Ausflug wurde eine Wiederentdeckung. Parallel begann Marvin, YouTube-Golf-Content zu schauen und sich mit kreativer Videogestaltung zu beschäftigen. Zwei Dinge, die sich für ihn bald zu etwas Größerem verbinden sollten.

Die Wildcard-Challenge: Pappschild statt bezahlter Werbung

Als Marvin durch Zufall erfuhr, dass die OMR – eines der größten Online-Marketing-Festivals Europas mit rund 70.000 Besuchern – ein Creator Golf Masters veranstaltet, ließ ihn der Gedanke nicht mehr los. Er bewarb sich, landete auf der Warteliste, und wusste: Das reicht nicht.

Also griff er zum Handy, schnitt ein Bewerbungsvideo und lud es bei Instagram hoch. Innerhalb von 48 Stunden überschritt das Video 10.000 Views. Dann kam die offizielle Rückmeldung der Creator Golf Masters: 30.000 Views und 1.000 Likes – das war die Challenge. Wenn er sie erfüllte, dann durfte er dabei sein.

Marvin gab alles. Er schnappte sich ein Pappschild, schrieb darauf, dass er keine Likes kaufen wolle, und fuhr mit dem Fahrrad durch Mainz – auf der Straße, bei Fremden, um echte Unterstützung bettelnd. „Das war ein super cringy Moment”, sagt er rückblickend, „aber irgendwie hat es dann echt cool funktioniert.” Die Golf-Creator-Community schloss sich an, Freunde und Familie halfen, und langsam aber sicher näherten sich die Likes der magischen Zahl.

Bei rund 993, 994, 995 Likes saß Marvin zu Hause und scrollte immer wieder auf den Zähler. Dann: 1.000. Noch am gleichen Abend klingelte um 22 Uhr das Telefon. „Deal ist Deal, wir fanden super cool, was du gemacht hast – du bist dabei.”

Creator Golf Masters am Green Eagle: Zwischen Aufregung und Absurdität

Das Turnier fand auf dem Westkurs des Green Eagle Golf Course in Hamburg statt – einem Kurs, der zum Zeitpunkt des Events noch im Aufbau war. Gespielt wurde Texas Scramble im Zweierteam, neun Löcher, Kanonstart. Marvin spielte zusammen mit Rebecca, Jonas und Lisa – einem Flight bunt gemischt aus Golf-Creatorn und Creatorn aus den Bereichen Sport, Reise und Medien.

Als Wildcard war Marvin der einzige, der mit einem bedruckten Caddy-Anzug erschien – grün, angelehnt an die berühmten Caddy-Jacken der Augusta Masters, hinten bedruckt mit dem Schriftzug „New Golf”. Bestellt per Expressversand, als die Likes-Zahl noch bei 800 stand. Ein Statement: Marvins Teilnahme sollte nicht nur für ihn persönlich stehen, sondern für eine neue Ära des Golfsports.

Auf der Driving Range traf er zunächst keinen einzigen Ball. Das lag vielleicht an den fünf Kameras, die ihn umgaben. Auf dem Platz hingegen lief das Zusammenspiel im Team immer besser, und auch die Atmosphäre entspannte sich: Die anderen Creator nahmen ihn auf, als wäre er nie eine Wildcard gewesen.

Longnitter Martin Borgmeier und eine Lektion, die 50 Meter weit flog

Eines der stärksten Bilder der Episode: Marvin geht auf der Driving Range zu Martin Borgmeier – Deutschlands bekanntestem Longnitter – macht ein Selfie und hört beim Abendessen einer spontanen Trainingseinheit zu. Borgmeier erläutert den Unterschied zwischen einem Longdriver und einem Profigolfer, spricht über Spinraten und die drei Hebel für mehr Weite. Am Ende fragt er, wer sich traut, seinen Schläger zu schlagen.

Marvin traut sich. Und der Ball fliegt – gefühlt 50 Meter. „Eventuell war es auch die Aufregung, wenn dann 150 Leute hinter einem stehen”, sagt er mit einem Lachen. Der Unterschied zwischen einem auf den Longdriver abgestimmten Schläger und einem Standard-Driver war schlicht zu groß. Aber die Lektion, dass Schlägerwahl und Kursmanagement entscheidend sind, nahm er mit.

Das WoW-Moment: „Ich bin nur wegen dir hier”

Neben den sportlichen Highlights gab es für Marvin einen persönlichen Moment, der ihn besonders berührt hat: Eine Eventmanagerin des Creator Golf Masters Teams kam mit einer Golf-Card auf ihn zu und sagte: „Du bist doch die Wildcard – ich bin nur wegen dir hier.” Sie hatte sein Bewerbungsvideo gesehen, es hatte sie so begeistert, dass sie sich selbst beim Team beworben hatte und nun als Eventunterstützung dabei war.

„Für mich war das in dem Moment ein richtig cooler Moment, weil ich gemerkt habe, dass mein Video tatsächlich einen Impact hatte”, sagt Marvin. Und beim anschließenden Abendessen saß er neben Martin Borgmeier und Diana Schneider – die zusammen mit Freddy Schott das Turnier mit sechs unter Par gewann. Momente, die er, wie er sagt, einfach nicht vergessen wird.

Birdie Bike: 1.600 Kilometer durch Frankreich mit fünf Schlägern auf dem Rücken

Marvins Instagram-Name ist nicht zufällig „Birdiebike”. Vor seinem viralen Moment hatte er sich bereits ein ungewöhnliches Herzensprojekt verwirklicht: Bikepacking und Golf kombinieren. Nach einer intensiven Zeit in einem Start-up gönnte er sich eine persönliche Auszeit – eine Art Sabbatical. Er vollpackte sein Fahrrad mit Bikepackingtaschen, band sich fünf Golfschläger auf den Rücken und radelte 1.600 Kilometer durch Frankreich.

Die Schlägerauswahl: Driver, 5er-Holz, 7er-Eisen, Pitching Wedge und Putter. Geplant waren zehn Golfplätze, gespielt wurden am Ende vier – die Geschwindigkeit und der Reiz, das Ziel zu erreichen, überwogen. Auf einer Driving Range übernachtete er sogar mit dem Zelt, weil der Clubmanager mitspielte. Das Projekt spiegelt wider, was Marvin über Golf denkt: Es muss sich nicht immer in klassischen Bahnen bewegen. Golf kann abenteuerlich sein, minimalistisch, entschleunigt.

Heute würde er den Driver zugunsten eines Hybrids tauschen – ein Schläger, der sich für Fairway und Annäherung gleichermaßen eignet und im Topfbunker mehr Optionen lässt als ein 48-Grad-Wedge.

Golf im Wandel: Von der Sportart für alte Herren zur neuen Ära

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, ob sich Golf wirklich verändert. Marvins Antwort ist eindeutig: Ja, und das ist erst der Anfang.

Er erinnert sich daran, dass er in der Schul- und Studienzeit ungerne erzählte, dass er Golf spielt. „Keiner hat den Zusammenschluss mit Golf verstanden”, sagt er, während er gleichzeitig surfte, skate- und die Wellen ritt. Heute erzählt er es offen – und nutzt Social Media als Plattform, um das Image des Sports zu verändern.

Marvins Blick auf die Zahlen ist nüchtern: Rund 66 Prozent der Golfspieler in Deutschland sind über 50 Jahre alt. In Deutschland gibt es 700.000 bis 800.000 eingetragene Mitglieder – in den USA haben rund 40 Millionen Menschen schon einmal einen Golfschläger in der Hand gehalten. Der Markt hierzulande ist kleiner, der Wandel aber spürbar. Nach der Corona-Zeit berichtete Marvin, dass viele Freunde mit dem Golfsport angefangen haben – wegen des einfachen Rezepts: vier Stunden Natur, echte Gespräche, kein Smartphone.

Technologien wie Trackman-Systeme, die Kinder spielerisch ans Schlagen heranführen, Social-Media-Plattformen als Eingangstor und eine jüngere Generation, die den Platz betritt – Marvin sieht darin nicht nur einen Trend, sondern eine echte Bewegung. Und er will Teil davon sein.

Course-Management statt Heldenshots: Was Marvin heute anders macht

Ein Ratschlag, den Marvin aus seiner Rückkehr mitgenommen hat, ist so schlicht wie wirkungsvoll: Kursmanagement schlägt Heroismus. Als Jugendlicher versuchte er, wie Tiger Woods über Bäume zu schlagen. Heute lernt er, was es bedeutet, strategisch zu denken – auch wenn er immer wieder in sein altes Ich fällt, das mit dem Driver über alles hinwegfegen will.

„Man kann sehr viele Schläge für sich gewinnen, wenn man sich mit Kursmanagement auseinandersetzt”, sagt er. Ein Rat, der für Anfänger genauso gilt wie für Rückkehrer.

Seinen Lieblingsschläger nennt er den Putter – eine Hassliebe, aber eben der wichtigste Schläger im Bag. Seine alten Eisen aus dem Alter von 13 oder 14 Jahren spielt er noch heute. Ein Fitting könnte bald der nächste Schritt sein.

Die nächsten Ziele: Wieder einstellig und Channels, die wachsen

Marvins Motivation nach dem Creator Golf Masters ist klar gestiegen. Wo er früher Fail-Videos drehte – Shank-Schläge, Luftschüsse – möchte er nun auch zeigen, wie sein Spiel wieder wächst. Ein konkretes Ziel: das Handicap zurück in den einstelligen Bereich bringen. Möglicherweise sogar scratch.

Für seinen YouTube-Kanal und Instagram-Account plant er in den kommenden Wochen weitere Videos, darunter ein Behind-the-Scenes vom Creator Golf Masters Turnier. Langfristig? Er lässt es auf sich zukommen, bleibt im Hier und Jetzt – aber schließt eine Zukunft mit Sponsorings und dauerhaftem Golfinhalte-Schaffen keineswegs aus.

Eine Geschichte, die Lust auf Golf macht

Marvins Geschichte ist kein Blueprint, den jeder kopieren kann. Aber sie zeigt, was möglich ist, wenn man Leidenschaft mit Kreativität verbindet und einfach loslegt. Ein Pappschild, ein Reel, ein Anruf um 22 Uhr. Ein grüner Anzug auf dem Westkurs des Green Eagle. Ein Abendessen neben Martin Borgmeier. Und dazwischen: der Mut, einfach zu fragen, zu probieren und sich zu zeigen.

Wer Golf bisher als Sport für eine bestimmte Generation abgehakt hat, sollte vielleicht noch einmal hinhören. Der Wandel hat begonnen – und Leute wie Marvin Oldfield sind mittendrin.

Jetzt reinhören: Die ganze Geschichte im NextFairway Golf-Podcast

Die vollständige Episode mit Marvin Oldfield – inklusive seiner Birdie-Bike-Abenteuer durch Frankreich, den Insights zur Creator Golf Masters und seinen ehrlichen Gedanken zur Golf-Journey – gibt es direkt im NextFairway Podcast. Zu finden auf allen gängigen Plattformen. Und wer Marvin selbst folgen möchte: Seinen YouTube-Kanal und sein Instagram-Profil findet ihr in den Show Notes der Episode verlinkt. Ein Abo kostet nichts – und unterstützt einen Creator, der genau das macht, wofür Golf gerade spannend wird.

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