Wer Sven Kortmann auf YouTube kennt, hat ihn schon beim Golfspielen gesehen, mit allen Fehlschlägen, Frustmomenten und kleinen Triumphen, die dazugehören. Doch was hinter diesen Videos wirklich steckt, welche Umwege seine Golfjourney genommen hat und warum ausgerechnet ein falscher Handschuh am Anfang für Verwirrung sorgte, das erzählt er im NextFairway Podcast zum ersten Mal ausführlich. Eine Geschichte über zehn Jahre Golf, über Verletzungen, über einen Trainerwechsel, der alles veränderte, und über die Frage, wie viel Aufwand wirklich hinter einem erfolgreichen Golfkanal steckt.
Von Fußball zum Golfplatz: Wie alles begann
Bevor Sven Kortmann zum Golf kam, spielte er jahrelang Fußball in der Bezirksliga. Golf hielt er damals für den langweiligsten Sport überhaupt, zu langsam, zu unspektakulär, um ihn im Fernsehen auch nur anzusehen. Erst ein alter Fußballfreund brachte ihn nach jahrelangem Zureden schließlich doch auf den Platz. Ohne jede Vorkenntnis, ohne Interesse an der Sportart, aber offen genug, es einmal auszuprobieren. Genau dieser Moment, in dem der erste Schläger in der Hand lag und trotz eines komplett misslungenen Schwungs etwas hängenblieb, markiert den Startpunkt seiner Golfjourney.
Der verwirrende Start als Linkshänder mit falschem Equipment
Was diese Anfangsphase besonders macht, ist eine Verwechslung, die sich über Wochen zog. Sven ist ein hundertprozentiger Linkshänder, im Fußball, beim Schreiben und eben auch im Golf. Beim Kauf seines ersten Golfhandschuhs bekam er jedoch ein Modell für Rechtshänder, ohne dass ihm oder dem Verkaufspersonal der Unterschied auffiel. Auch seinem damaligen Trainer war zu Beginn nicht klar, dass er es mit einem Linkshänder zu tun hatte. Die Folge: Sven absolvierte seine ersten zehn Patenrunden mit rechtshändigem Equipment und rechtshändigem Schwung, bevor er nach anhaltender Frustration auf einen Linkshänderschläger umstieg und sofort spürbare Fortschritte machte. Diese Episode zeigt exemplarisch, wie viele kleine Stolpersteine am Anfang einer Golfjourney liegen können, die im Nachhinein fast schon skurril wirken.
Der lange Weg zwischen Handicap 17 und 20
Nach den ersten erfolgreichen Jahren, in denen sich Sven Schritt für Schritt bis in den Bereich um Handicap 20 vorspielte, folgte eine lange Phase des Stillstands. Über Jahre hinweg pendelte sein Handicap zwischen 17 und 20, ohne dass sich daran etwas Grundlegendes änderte. Ein zentraler Faktor dabei war ein hartnäckiger Tennisarm, der ihn phasenweise fast komplett ausbremste, ausgelöst durch einen Schwung, der stark auf Kraft statt auf Technik setzte. Sven beschreibt sich selbst als technisch wenig begabt und macht deutlich, wie wichtig ihm deshalb regelmäßiges Training ist, weil sein Spiel ohne Coaching innerhalb kurzer Zeit spürbar schlechter wird.
Simulator oder Golfplatz: Wo Technologie an ihre Grenzen stößt
Im Gespräch bezieht Sven eine differenzierte Position zum Thema Golfsimulator und Indoor-Training. Für bestimmte Bereiche, etwa das Training des Dreierholzes oder die Kontrolle der eigenen Schwungebene, hält er Simulatoren für ausgesprochen wertvoll. Beim Üben von Eisenschlägen vom Boden sieht er dagegen ein grundsätzliches Problem: Die Matten in Indoor-Anlagen verzeihen Fehler, die auf einem echten Golfplatz sofort sichtbar würden, weil der Schläger einfach durch die Matte zum Ball rutscht. Wer im Winter viel am Simulator trainiert und dabei vermeintliche Fortschritte macht, erlebt auf dem Platz im Frühjahr deshalb häufig eine Enttäuschung. Diese Einschätzung dürfte für viele Hobbygolfer relevant sein, die ihre Wintervorbereitung planen.
DerHobbygolfer als Content Creator: Wachstum, Aufwand und Kritik
Neben der sportlichen Entwicklung ist Svens Weg als Content Creator ein zentraler Teil der Episode. Sein YouTube-Kanal wuchs innerhalb weniger Monate international auf fast 12.000 Abonnenten, deutlich mehr Reichweite als er ursprünglich erwartet hatte. Gleichzeitig macht er transparent, wie viel Arbeit tatsächlich hinter jedem einzelnen Video steckt, von der Kameraeinrichtung auf dem Platz bis zum stundenlangen Videoschnitt in der Woche. Besonders bemerkenswert: Nach eigener Einschätzung kostet ihn das Filmen während eines Turniers schätzungsweise vier bis fünf Schläge pro Runde, allein durch den zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Auch mit Kritik aus seinem ehemaligen Heimatklub geht Sven auf eine bemerkenswert gelassene Art um und erklärt offen, warum ihn negative Kommentare kaum noch belasten.
Die schönste Golfreise: Royal Pines Golf Club in Australien
Als eindrücklichstes Golferlebnis nennt Sven eine Runde auf dem Royal Pines Golf Club an der Gold Coast in Australien, gespielt nur wenige Tage vor einem Turnier der PGA Tour of Australasia. Der Platz war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig für das Turnier vorbereitet, inklusive Tribünen, was dem Runden ein völlig anderes Flair verlieh. Sven empfiehlt genau diesen Zeitpunkt, kurz vor oder nach einem Profiturnier, als besonders lohnenswerte Gelegenheit, einen Platz auf ganz neue Weise zu erleben.
Der wichtigste Rat an sein Anfänger-Ich
Zum Abschluss der Episode fasst Sven zusammen, was er seinem eigenen Anfänger-Ich raten würde. An erster Stelle steht für ihn regelmäßiges Training von Anfang an, weil viele Golfer wertvolle Zeit verlieren, indem sie auf gut gemeinte Tipps von Freunden statt auf ihren Trainer hören. Ebenso wichtig ist ihm ein frühes, individuelles Fitting, da bereits kleine körperliche Besonderheiten wie eine leicht überdurchschnittliche Armlänge erhebliche Auswirkungen auf den Schwung haben können. Dieser Rat rundet eine Golfjourney ab, die zeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg im Golf gibt, sondern viele individuelle Wege mit eigenen Umwegen und Lernmomenten.
Fazit
Die Geschichte von DerHobbygolfer Sven Kortmann macht deutlich, wie viel echte Golfjourney hinter einem erfolgreichen YouTube-Kanal steckt. Zwischen Verletzungen, jahrelangem Stillstand, einem entscheidenden Trainerwechsel und dem täglichen Spagat zwischen Content-Produktion und dem eigenen Spiel zeigt Sven, dass Ehrlichkeit und Beharrlichkeit oft mehr bewirken als reines Talent. Wer sich in ähnlichen Phasen wiederfindet, bekommt in dieser Episode nicht nur Unterhaltung, sondern konkrete Ansatzpunkte für die eigene Golfentwicklung.

