Aaron Leitmannstetter spielt Golf, seit er drei Jahre alt ist. Er war im Nationalkader, hat auf internationalen Pro-Touren in Asien und im Nahen Osten gespielt und ist heute Sportwissenschaftler und Breathwork Coach. In der aktuellen Episode von NextFairway erzählt er seine Golf Journey, vom ersten Plastikschläger im Garten seiner Eltern bis zu seinem aktuellen Projekt Road2 350 Yards. Wer wissen möchte, wie viel mehr hinter einer Profikarriere steckt als reine Schwungtechnik, findet in diesem Beitrag alle wichtigen Learnings aus dem Gespräch.

Vom Plastikschläger im Garten zum bayerischen Nationalkader

Aaron wuchs in einer Sportlerfamilie auf. Sein Vater spielte früher gut Fußball und ist zusätzlich Skilehrer, weshalb Aaron mit den drei Sportarten Fußball, Ski und Golf aufwuchs und alle drei lange mit ähnlicher Intensität betrieb. Mit elf, zwölf Jahren musste er sich entscheiden, und obwohl fast alle seine Freunde dem Fußball verfallen waren, wählte er den Einzelsport Golf. Früh gewann er bayerische Meisterschaften, und genau dieses Erfolgserlebnis, das Gewinnen selbst, war für ihn ein wichtiger Antrieb, am Ball zu bleiben.

Golfinternate, wie es sie heute gibt, existierten damals noch nicht. Stattdessen holte Aarons Mutter ihn regelmäßig von der Schule ab und fuhr direkt zum Golfplatz, während Hausaufgaben oft erst abends oder unterwegs bei Turnieren erledigt wurden. Die Fehltage in der Schule waren zeitweise fast zahlreicher als die reguleren Schultage, wobei ihm viele Lehrer entgegenkamen und Prüfungstermine flexibel gestalteten.

College oder direkter Sprung zum Profi: Eine Entscheidung mit Konsequenzen

Wie viele ambitionierte Nachwuchsspieler stand auch Aaron vor der Frage, ob er ein Golfstipendium in den USA annehmen sollte. Er entschied sich dagegen, unter anderem weil Gespräche mit anderen Spielern, die diesen Weg bereits gegangen waren, ihm ein eher durchwachsenes Bild vom akademischen Teil vermittelten. Stattdessen wurde er mit rund 18 Jahren Profi. Im Rückblick sagt er, dass er mit dem eingeschlagenen Weg zufrieden ist, würde jungen Spielern mit guten Möglichkeiten heute aber eher empfehlen, den Sprung nach Amerika zu wagen. Der Wechsel aus dem behüteten deutschen System in ein hart umkämpftes College-Umfeld sei ein unbezahlbarer Entwicklungsschritt, gerade weil man sich dort komplett allein durchsetzen müsse.

Der Übergang vom geförderten Nationalkader zum eigenständigen Profidasein beschreibt Aaron als den entscheidenden Bruch: Wer im Kader ist, wird bestens betreut, hat Trainer, Trainingslager und finanzielle Unterstützung. Als Profi steht man dagegen plötzlich völlig auf eigenen Beinen, muss aber ebenso schnell erwachsen werden.

Leben als TourPpro: Turniere in Asien, Jahre in Dubai und der finanzielle Kraftakt

Aaron startete auf der Progolf Tour, der früheren EPD Tour, und verlagerte seinen Fokus zunehmend Richtung Asien und Dubai, wo er auch einige Jahre lebte. Als Tourpro gewann er zwei internationale Turniere, eines im Oman und eines in Portugal, beide auf der damals angesehenen Mena Tour, die von der Preisgeldstruktur zwischen Pro Golf Tour und Challenge Tour einzuordnen war.

Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die Finanzierung einer jungen Profikarriere. Aaron beschreibt, wie er anfangs versucht hat, Sponsoren mit dem klassischen Logo-auf-der-Brust-Angebot zu gewinnen, und wie wenig zielführend das war. Erfolgreicher war ein offener Dialog, bei dem er Unternehmen konkrete Gegenleistungen wie gemeinsame Golftage mit Kunden anbot. Parallel betont er, wie wichtig Social Media inzwischen für den Aufbau einer eigenen Marke junger Spieler geworden ist, warnt aber davor, die Balance zwischen Markenaufbau und sportlichem Fokus zu verlieren.

Covid, Verletzungen und der Wendepunkt zur Sportwissenschaft

Der Bruch in Aarons Karriere kam mit der Corona-Pandemie. Turniere wurden teils sehr kurzfristig abgesagt, während Kosten bereits entstanden waren, und zeitgleich zog sich Aaron eine schwere Verletzung zu. In dieser Phase begann er, sich intensiver mit seinem damaligen Hobby auseinanderzusetzen: der Sportwissenschaft. Er studierte das Fach, machte seinen Master und vertiefte sich in die Themen Biohacking und Atmung. Aus dieser Zeit entstand auch der Gedanke an ein zweites berufliches Standbein neben dem aktiven Sport.

Warum die Golftechnik nach Aarons Erfahrung nur zehn Prozent ausmacht

Ein zentrales Learning aus seiner Zeit im internationalen Feld beschreibt Aaron so: Viele der besten Spieler, mit denen er zusammen gespielt hat, fokussierten sich weniger auf technische Perfektionierung des Schwungs, sondern vor allem auf die eigenen Stärken und auf viele Wettkampfsimulationen statt reinem Techniktraining. Seiner Einschätzung nach macht der reine Golfschwung nur etwa zehn Prozent des Spiels aus, während Körper und Kopf den weitaus größeren Anteil ausmachen. Als Vier-Säulen-Modell nennt er Körper, Technik, Mentales und Lifestyle, und empfiehlt, sich in jedem dieser Bereiche ehrlich selbst zu bewerten, um den größten Hebel für Verbesserung zu identifizieren.

Atmung als Gamechanger: Aarons Prinzipien für mehr Ruhe und Fokus

Besonders ausführlich spricht Aaron über die Rolle der Atmung, ein Thema, das seiner Meinung nach im Amateurgolf stark unterrepräsentiert ist. Über die Atmung habe man einen der wenigen direkten Zugänge zum eigenen Nervensystem, sowohl um sich zu beruhigen als auch um sich zu aktivieren. Konkret empfiehlt er, sich am Abschlag auf die nächsten drei Atemzüge zu konzentrieren, das Ausatmen bewusst zu verlängern und durch die Nase entspannt auszuatmen. Das sendet dem Körper ein Signal der Sicherheit und holt den Kopf aus Zukunftsgedanken zurück ins Hier und Jetzt.

Als Grundprinzip empfiehlt Aaron, das eigene Atemmuster in Stresssituationen zu beobachten, kurz, hoch und ohne richtiges Ausatmen, und es bewusst dem Atemmuster entgegenzusetzen, das in entspannten Momenten wie auf der Couch am Abend auftritt: ruhig, kaum hörbar, mit Fokus auf der Ausatmung. Diese Kernprinzipien lassen sich nach seiner Erfahrung bereits innerhalb von rund dreißig Minuten erlernen und wirken weit über den Golfplatz hinaus, etwa im stressigen Berufsalltag.

Road2 350 Yards: Wie aus der größten Schwäche ein Projekt voller Leidenschaft wurde

Das Projekt “Road to 350 Yards” entstand Ende letzten Jahres bei einem Spaziergang mit einem Freund an der Isar. Ausgerechnet der Drive, über zehn Jahre lang sein größter Schwachpunkt, sollte zum Fokusthema werden. Aaron hatte über Jahre versucht, seinen Rückschwung technisch zu verkürzen, um Kontrolle zu gewinnen, verlor aber weiterhin im Schnitt ein bis drei Bälle pro Runde, was auf Turnierniveau schlicht nicht konkurrenzfähig ist.

Sein Ansatz war ein anderer: Statt weiterer technischer Feinjustierung brachte er seine Leidenschaft für Sportwissenschaft und Biohacking in sein Driving ein, mit dem Ziel, 350 Yards Carry zu schlagen, umgerechnet etwa 320 Meter. Seine Ausgangsbasis lag bei rund 300 Yards. Statt klassischer Speed-Trainings mit Speed Sticks setzte er auf einen holistischen Ansatz über Fitnesstraining und eine flüssigere Bewegungssequenz, unter anderem mit Würfen mit schwereren Medizinbällen, die den Körper auf maximalen Kraftoutput statt auf einzelne Gelenkpositionen fokussieren. Mittlerweile hat er im Training 356 Yards Carry erreicht, die nächste Mission ist, diese Leistung auch im Turnier abzurufen.

Der Mindset-Shift: Vom Fehlervermeiden zum richtig geilen Schlag

Ein besonders eindrückliches Learning aus dem Road2-350-Projekt ist der mentale Wandel, den Aaron dabei durchlaufen hat. Früher stand er am ersten Abschlag mit dem Ziel, bloß nicht ins Aus zu schlagen und den sicheren, flachen Fade zu spielen, den er jahrelang trainiert hatte. Heute sucht er sich stattdessen ein strategisches Ziel und will schlicht einen richtig guten Schlag dorthin setzen, unabhängig davon, ob es ein sicherer Schlag, ein hoher Draw oder etwas anderes ist. Dieser Shift weg vom Fehlervermeiden hin zu einer positiven Zielausrichtung hat nach seiner Beobachtung nicht nur seine Weite, sondern auch die Streuung seiner Drives spürbar verbessert.

Aarons Golfalltag heute: Zwischen Coaching, Content und reduziertem Training

Aaron sieht sich weiterhin in erster Linie als Athlet und Golfprofi, hat aber inzwischen zwei weitere Standbeine aufgebaut: Coaching, bei dem er eigene Fehler und Erkenntnisse an andere weitergibt, und Content Creation auf Instagram rund um Coaching-Themen und sein Leben als Athlet. Verglichen mit früheren Jahren, in denen er von früh bis spät auf dem Golfplatz verbrachte, ist sein aktuelles Trainingspensum deutlich reduziert, da viel Zeit in Coaching und Social Media fließt. In einer typischen Woche kommt er derzeit auf drei Trainingseinheiten von etwa einer bis eineinhalb Stunden sowie zwei Runden über neun und eine Runde über achtzehn Löcher. Für dieses Jahr plant er, ab Ende Juli wieder verstärkt Turniere zu spielen, mit Blick auf eine mögliche Qualifikation für die DP World Tour zum Jahresende.

Der aktuelle Lieblingsschläger im Bag

Auf die Frage nach seinem aktuellen Lieblingsschläger antwortet Aaron ohne zu zögern: der Driver. Noch vor drei Jahren wäre die Antwort eine ganz andere gewesen, denn der Driver war lange sein Hassschläger. Heute macht ihm gerade das Schlagen weiter, kurvenreicher Drives am meisten Spaß, was gut zu seinem generellen Naturell als Gefühlsspieler passt, der früher im Kurzspiel gerne Flopshots und ähnliche kreative Schläge ausprobiert hat.

Guter Wein, guter Score: Aarons Philosophie fürs Wohlbefinden

Zum Abschluss erklärt Aaron den Zusammenhang zwischen einem guten Glas Wein und einem guten Score, ein Thema, das auf seinem Instagram-Profil bereits für Fragen gesorgt hat. Für ihn steckt dahinter eine zweigeteilte Idee. Zum einen glaubt er, dass gute Performance ein gutes Wohlbefinden voraussetzt, ein entspannter Start in den Tag mit einem schönen Frühstück wirkt sich seiner Erfahrung nach direkt auf das Golfspiel aus. Zum anderen geht es ihm um bewusstes Genießen statt Übermaß: lieber ein Glas wirklich guten Wein bewusst zelebrieren und darüber sprechen, als unreflektiert mehr zu konsumieren. Genau dieses entschleunigte, freudvolle Herangehen an den Sport, ohne Verbissenheit, zieht sich als roter Faden durch das gesamte Gespräch.

Fazit: Was Amateurgolfer von Aaron Leitmannstetters Golf Journey mitnehmen können

Aaron Leitmannstetters Weg vom Nachwuchstalent im bayerischen Kader über internationale Turniersiege bis zu seinem heutigen Leben als Athlet, Coach und Content Creator zeigt, wie viel mehr zu einer erfolgreichen Golf Journey gehört als reine Schwungtechnik. Seine Erkenntnisse zu Atmung, Mindset und einem ganzheitlichen Trainingsansatz lassen sich unabhängig vom eigenen Handicap anwenden, ebenso wie sein Plädoyer für mehr Wohlbefinden und Leichtigkeit auf dem Platz. Wer mehr über sein Projekt Road2 350 Yards oder seine Coaching-Angebote erfahren möchte, findet mehr dazu im Podcast.

Wer Sven Kortmann auf YouTube kennt, hat ihn schon beim Golfspielen gesehen, mit allen Fehlschlägen, Frustmomenten und kleinen Triumphen, die dazugehören. Doch was hinter diesen Videos wirklich steckt, welche Umwege seine Golfjourney genommen hat und warum ausgerechnet ein falscher Handschuh am Anfang für Verwirrung sorgte, das erzählt er im NextFairway Podcast zum ersten Mal ausführlich. Eine Geschichte über zehn Jahre Golf, über Verletzungen, über einen Trainerwechsel, der alles veränderte, und über die Frage, wie viel Aufwand wirklich hinter einem erfolgreichen Golfkanal steckt.

Von Fußball zum Golfplatz: Wie alles begann

Bevor Sven Kortmann zum Golf kam, spielte er jahrelang Fußball in der Bezirksliga. Golf hielt er damals für den langweiligsten Sport überhaupt, zu langsam, zu unspektakulär, um ihn im Fernsehen auch nur anzusehen. Erst ein alter Fußballfreund brachte ihn nach jahrelangem Zureden schließlich doch auf den Platz. Ohne jede Vorkenntnis, ohne Interesse an der Sportart, aber offen genug, es einmal auszuprobieren. Genau dieser Moment, in dem der erste Schläger in der Hand lag und trotz eines komplett misslungenen Schwungs etwas hängenblieb, markiert den Startpunkt seiner Golfjourney.

Der verwirrende Start als Linkshänder mit falschem Equipment

Was diese Anfangsphase besonders macht, ist eine Verwechslung, die sich über Wochen zog. Sven ist ein hundertprozentiger Linkshänder, im Fußball, beim Schreiben und eben auch im Golf. Beim Kauf seines ersten Golfhandschuhs bekam er jedoch ein Modell für Rechtshänder, ohne dass ihm oder dem Verkaufspersonal der Unterschied auffiel. Auch seinem damaligen Trainer war zu Beginn nicht klar, dass er es mit einem Linkshänder zu tun hatte. Die Folge: Sven absolvierte seine ersten zehn Patenrunden mit rechtshändigem Equipment und rechtshändigem Schwung, bevor er nach anhaltender Frustration auf einen Linkshänderschläger umstieg und sofort spürbare Fortschritte machte. Diese Episode zeigt exemplarisch, wie viele kleine Stolpersteine am Anfang einer Golfjourney liegen können, die im Nachhinein fast schon skurril wirken.

Der lange Weg zwischen Handicap 17 und 20

Nach den ersten erfolgreichen Jahren, in denen sich Sven Schritt für Schritt bis in den Bereich um Handicap 20 vorspielte, folgte eine lange Phase des Stillstands. Über Jahre hinweg pendelte sein Handicap zwischen 17 und 20, ohne dass sich daran etwas Grundlegendes änderte. Ein zentraler Faktor dabei war ein hartnäckiger Tennisarm, der ihn phasenweise fast komplett ausbremste, ausgelöst durch einen Schwung, der stark auf Kraft statt auf Technik setzte. Sven beschreibt sich selbst als technisch wenig begabt und macht deutlich, wie wichtig ihm deshalb regelmäßiges Training ist, weil sein Spiel ohne Coaching innerhalb kurzer Zeit spürbar schlechter wird.

Simulator oder Golfplatz: Wo Technologie an ihre Grenzen stößt

Im Gespräch bezieht Sven eine differenzierte Position zum Thema Golfsimulator und Indoor-Training. Für bestimmte Bereiche, etwa das Training des Dreierholzes oder die Kontrolle der eigenen Schwungebene, hält er Simulatoren für ausgesprochen wertvoll. Beim Üben von Eisenschlägen vom Boden sieht er dagegen ein grundsätzliches Problem: Die Matten in Indoor-Anlagen verzeihen Fehler, die auf einem echten Golfplatz sofort sichtbar würden, weil der Schläger einfach durch die Matte zum Ball rutscht. Wer im Winter viel am Simulator trainiert und dabei vermeintliche Fortschritte macht, erlebt auf dem Platz im Frühjahr deshalb häufig eine Enttäuschung. Diese Einschätzung dürfte für viele Hobbygolfer relevant sein, die ihre Wintervorbereitung planen.

DerHobbygolfer als Content Creator: Wachstum, Aufwand und Kritik

Neben der sportlichen Entwicklung ist Svens Weg als Content Creator ein zentraler Teil der Episode. Sein YouTube-Kanal wuchs innerhalb weniger Monate international auf fast 12.000 Abonnenten, deutlich mehr Reichweite als er ursprünglich erwartet hatte. Gleichzeitig macht er transparent, wie viel Arbeit tatsächlich hinter jedem einzelnen Video steckt, von der Kameraeinrichtung auf dem Platz bis zum stundenlangen Videoschnitt in der Woche. Besonders bemerkenswert: Nach eigener Einschätzung kostet ihn das Filmen während eines Turniers schätzungsweise vier bis fünf Schläge pro Runde, allein durch den zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Auch mit Kritik aus seinem ehemaligen Heimatklub geht Sven auf eine bemerkenswert gelassene Art um und erklärt offen, warum ihn negative Kommentare kaum noch belasten.

Die schönste Golfreise: Royal Pines Golf Club in Australien

Als eindrücklichstes Golferlebnis nennt Sven eine Runde auf dem Royal Pines Golf Club an der Gold Coast in Australien, gespielt nur wenige Tage vor einem Turnier der PGA Tour of Australasia. Der Platz war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig für das Turnier vorbereitet, inklusive Tribünen, was dem Runden ein völlig anderes Flair verlieh. Sven empfiehlt genau diesen Zeitpunkt, kurz vor oder nach einem Profiturnier, als besonders lohnenswerte Gelegenheit, einen Platz auf ganz neue Weise zu erleben.

Der wichtigste Rat an sein Anfänger-Ich

Zum Abschluss der Episode fasst Sven zusammen, was er seinem eigenen Anfänger-Ich raten würde. An erster Stelle steht für ihn regelmäßiges Training von Anfang an, weil viele Golfer wertvolle Zeit verlieren, indem sie auf gut gemeinte Tipps von Freunden statt auf ihren Trainer hören. Ebenso wichtig ist ihm ein frühes, individuelles Fitting, da bereits kleine körperliche Besonderheiten wie eine leicht überdurchschnittliche Armlänge erhebliche Auswirkungen auf den Schwung haben können. Dieser Rat rundet eine Golfjourney ab, die zeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg im Golf gibt, sondern viele individuelle Wege mit eigenen Umwegen und Lernmomenten.

Fazit

Die Geschichte von DerHobbygolfer Sven Kortmann macht deutlich, wie viel echte Golfjourney hinter einem erfolgreichen YouTube-Kanal steckt. Zwischen Verletzungen, jahrelangem Stillstand, einem entscheidenden Trainerwechsel und dem täglichen Spagat zwischen Content-Produktion und dem eigenen Spiel zeigt Sven, dass Ehrlichkeit und Beharrlichkeit oft mehr bewirken als reines Talent. Wer sich in ähnlichen Phasen wiederfindet, bekommt in dieser Episode nicht nur Unterhaltung, sondern konkrete Ansatzpunkte für die eigene Golfentwicklung.

Es gibt Golfgeschichten, die beginnen mit einem lauten Knall am Abschlag oder einem spektakulären Hole in One. Die Geschichte von Matthias, den viele in den sozialen Medien nur als Hobbygolfer Matze kennen, beginnt anders. Sie beginnt an einem Vatertag im Jahr 2020, mitten in der Corona-Pandemie, als schlicht keine anderen Freizeitmöglichkeiten mehr übrig waren. Aus einer spontanen Schnupperstunde wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft wurde ein Handicap zwischen 54 und 20, und aus einer öffentlichen Instagram-Ankündigung wurde eine der beeindruckendsten Transformationen, über die im NextFairway-Podcast bisher gesprochen wurde. Matze hat in den letzten anderthalb Jahren knapp 33 Kilogramm abgenommen, komplett öffentlich, mit allen Rückschlägen und ohne geschönte Darstellung. Wie diese Reise begann, wie sie sich aufs Golfspiel auswirkt und was Matze heute anders machen würde, erzählt er im Gespräch mit Thomas.

Vom Corona-Lockdown auf den Golfplatz: Matzes Einstieg

Matze gehört zu einer Generation von Golfern, die der Sport nicht auf klassischem Weg über Familie oder Verein gefunden hat, sondern über den Mangel an Alternativen während der Pandemie. An einem Vatertag im Mai 2020 erfuhr er, dass der Golfklub in Lippstadt gerade eine Platzreife anbietet. Aus früherer Schulsporterfahrung wusste er, dass Golf grundsätzlich Spaß machen kann, also meldete er sich kurzerhand an. Was als unverbindlicher Test gedacht war, wurde schnell zu einer festen Größe in seinem Alltag. Dieser Weg über die Pandemie in den Golfsport ist im Podcast schon mehrfach Thema gewesen und zeigt, wie viele neue Golferinnen und Golfer der Sport gerade in dieser Zeit gewonnen hat.

Der Golfvirus packt zu: Von der Platzreife zur festen Golfclique

Bei Matze ging es nach der Platzreife rasant weiter. Der Club machte ein attraktives Angebot für das restliche Jahr, und schon wenige Tage nach der Prüfung stand er wieder auf der Anlage, diesmal mit allen Unterlagen zum Unterschreiben im Gepäck. Dort traf er zufällig zwei Nachbarn aus seinem Dorf, die ihn sofort in ihre montägliche Golfrunde integrierten. Aus dieser Montagsrunde wurde mit der Zeit eine feste Gruppe von Golffreunden, die sich gemeinsam an Turnieren versuchten. Genau dieser soziale Aspekt, das schnelle Finden von Gleichgesinnten mit ähnlichem Spielniveau, war für Matze einer der entscheidenden Gründe, warum er beim Golf geblieben ist.

Golf lernen: Autodidaktisch mit YouTube oder besser gleich zum Pro?

Wie viele Einsteiger versuchte auch Matze zunächst, sich den Golfschwung über YouTube-Videos selbst beizubringen. Er ist überzeugt, dass die Basics aus der Platzreife, etwa die richtige Standposition oder ein zügiges Grundtempo auf dem Platz, bei seinem Heimatclub sehr gut vermittelt wurden. Beim eigentlichen Schwung verließ er sich jedoch zunächst auf Erklärvideos bekannter Golflehrer und war überzeugt, das Ganze allein hinzubekommen. Erst ein halbes Jahr später nahm er professionellen Unterricht, eine Entscheidung, die er im Rückblick deutlich früher getroffen hätte. Die in dieser Zeit eingeschliffenen Fehler begleiten ihn nach eigener Aussage teilweise bis heute. Seitdem nimmt er regelmäßig, etwa alle zwei bis drei Monate, eine Auffrischungsstunde bei seinem Pro.

Turniererfahrung: Vom ersten Tiger-Rabbit-Turnier zur Strawberry Tour

Schon drei bis vier Monate nach der Platzreife wagte sich Matze an sein erstes vorgabewirksames Turnier, ein klassisches Tiger-Rabbit-Format in Lippstadt. Bis heute spielt er dieses Format gerne mit, weil es neue Kontakte bringt und gleichzeitig Geduld lehrt, etwa wenn der eigene Flight durch langsamere Mitspieler ausgebremst wird. Mittlerweile ist Matze auf der Strawberry Tour unterwegs und reist dafür auch über die eigene Region hinaus, zum Beispiel an die holländische Grenze oder in den bayerischen Raum, teilweise sogar mit Dachzelt im Gepäck. Von etwa zwanzig Turnierergebnissen in seiner aktuellen Handicap-Historie stammt nur ein kleiner Teil vom eigenen Hausplatz, der Großteil verteilt sich auf fremde Plätze im ganzen Land.

Handicap-Entwicklung: Höhen und Tiefen auf dem Weg von 54 zur 20

Innerhalb von rund drei Jahren verbesserte sich Matze von einem Einsteiger-Handicap in Richtung 20. An diesem Punkt hängt er nach eigener Aussage seit etwa zweieinhalb bis drei Jahren fest, aktuell bewegt sich sein Handicap sogar eher wieder in Richtung 24 bis 26. Er führt das auf eine Mischung aus mentalen und körperlichen Faktoren zurück, verbunden mit vielen fremden Plätzen, die er im Rahmen von Turnieren regelmäßig spielt. Diese Ehrlichkeit im Umgang mit Rückschritten macht seine Geschichte besonders greifbar für alle Golferinnen und Golfer, die selbst gerade in einer Stagnationsphase stecken.

Golf-Alltag zwischen Job, Familie und Trainingsplan

Wie viel Zeit für Golf bleibt, hängt bei Matze stark von der Woche ab. Neben dem eigenen Unternehmen sind Familie und Kind wichtige Faktoren bei der Zeitplanung. Läuft es gut, kommt er auf drei Platzbesuche pro Woche, meist für neun Loch plus eine kurze Trainingseinheit davor oder danach. Turniere spielt er, wenn möglich, alle zwei bis drei Wochen, an guten Wochenenden auch gleich zwei Turniere hintereinander. Gerade am Wochenende bevorzugt er frühe Startzeiten, um genug Zeit für die Familie zu behalten.

Neun Loch statt achtzehn: Warum weniger oft mehr ist

Ein Thema, das Matze im Gespräch besonders am Herzen liegt, ist die Debatte um neun gegenüber achtzehn Loch. Er bezeichnet sich selbst klar als Neun-Loch-Spieler und kann mit Aussagen wie neun Loch sei kein richtiges Golf wenig anfangen. Für ihn zählt vor allem, wie oft man überhaupt auf den Platz kommt, nicht die Rundenlänge. Eine kürzere Runde von neun Löchern, kombiniert mit etwas Training davor oder danach, ist für ihn ein perfekter Ausgleich zum Alltag und lässt sich viel leichter in eine Woche mit Job und Familie integrieren als eine komplette Achtzehn-Loch-Runde.

Schlägerfitting: Der richtige Zeitpunkt für den ersten eigenen Satz

Zum Thema Fitting hat Matze eine klare Haltung. Er selbst ließ sich Ende 2021 bei Handicap 36 im Golf House fitten, im Rückblick vielleicht sogar etwas zu früh, weil sein Schwung damals noch alles andere als stabil war. Trotzdem rät er allen, die es sich finanziell leisten können, frühzeitig zum Fitting zu gehen, weil passende Schläger den Einstieg erleichtern. Gleichzeitig betont er, dass ein Schlägersatz nicht jedes Jahr erneuert werden muss und durchaus über mehrere Jahre mitspielen kann.

Die große Transformation: Wie Matze öffentlich 33 Kilo abnahm

Der emotionalste Teil der Episode dreht sich um Matzes gesundheitliche Transformation. Ende Oktober 2024 zog er für sich selbst die Reißleine. Um sich zusätzlichen Druck aufzubauen, machte er den Prozess über seinen Instagram-Account öffentlich, wohlwissend, dass er selbst nur schwer verlieren beziehungsweise aufgeben kann, wenn andere zusehen. Seit anderthalb Jahren zieht er das Programm konsequent durch und hat mittlerweile knapp 33 Kilogramm abgenommen. Aktuell befindet er sich eher in einer Erhaltungsphase, weil Kopf und Körper nach so langer Zeit im Defizit eine Pause brauchen.

Was der Gewichtsverlust fürs Golfspiel bedeutet

Auf dem Golfplatz zeigt sich der Effekt der Transformation auf mehreren Ebenen. Matze bemerkt, dass er im Schwung mittlerweile länger wird, was er weniger auf zusätzlichen Muskelaufbau zurückführt als vielmehr darauf, dass der Bauch beim Schwung nicht mehr im Weg ist. Auch beim Thema Kondition auf dem Platz zeigt sich der Unterschied deutlich. Anstiege bereiten ihm inzwischen keine Probleme mehr, die Konzentration bleibt über die gesamte Runde stabiler, und die früher typischen kompletten Einbrüche auf der zweiten Neun fallen heute deutlich schwächer aus. Interessant findet Matze dabei, dass sich der Effekt auf der Range aktuell stärker zeigt als im Turnier, was er selbst noch nicht abschließend erklären kann.

Bewusstes Training: Struktur statt Zufall

Neben der Ernährung spielt für Matze auch strukturiertes Training eine große Rolle. Statt auf eine klassische Golf-Trainings-App zu setzen, nutzt er die Fitnessapp Freeletics für sein komplettes Workout zu Hause, unter anderem aus Zeit- und Kostengründen. Für sein Golftraining selbst wünscht er sich ein ähnliches System, das ihm auf Basis der eigenen Schwächen einen klaren Trainingsplan mit fester Struktur vorgibt, inklusive Putten und kurzem Spiel. Aktuell fehlt ihm häufig genau diese Struktur, wodurch bewusstes, zielgerichtetes Training auf der Range eher die Ausnahme als die Regel bleibt.

Saisonziele: Handicap 15 und die Neunziger-Marke knacken

Für die laufende Saison hatte sich Matze ursprünglich das Handicap 15 als Ziel gesetzt. Nach einer Rippenverletzung und einem holprigen Saisonstart rutschte sein Handicap zunächst wieder in Richtung 27 bis 28, weshalb er das Ziel realistisch einordnet. Sportlich konkreter ist sein Wunsch, auf seinem Hausplatz in Lippstadt endlich eine Turnierrunde klar unter 90 zu spielen. Ähnlich wie beim Knacken der 100 vor einigen Jahren geht er davon aus, dass sich nach dem ersten Erfolg auch weitere folgen werden, sobald der mentale Knoten einmal gelöst ist.

Vom zögerlichen Start zur Golf-Community auf Instagram

Interessant ist auch, wie Matze überhaupt zu Social Media kam. Ursprünglich eher zögerlich, weil seine Partnerin ihn wiederholt zum Start eines eigenen Accounts ermutigte, entschied er sich vor rund zwei Jahren spontan aus einer Art Trotzreaktion heraus, es selbst besser zu machen. Golf war für ihn dabei ein naheliegendes Thema. Heute folgen ihm über viertausend Menschen auf Instagram, ein Ziel, das er sich selbst gesetzt hatte und das er in dieser Saison erreichen möchte. Meist postet er täglich, manchmal auch zweimal, je nachdem, was er auf dem Platz erlebt oder gerade beschäftigt.

Authentizität statt Hochglanz

Besonders bemerkenswert an Matzes Content ist der bewusste Verzicht auf eine geschönte Darstellung. Er zeigt nicht nur gute Runden, sondern genauso schlechte Phasen, etwa wenn eine Runde komplett aus dem Ruder läuft oder er kurz davor ist, den Schläger zu werfen. Genau diese Ehrlichkeit, verbunden mit Hilfsmitteln wie dem mentalen Konzept des fünfzehnten Schlägers aus der bekannten Golfpsychologie-Literatur, macht seinen Content für viele Golferinnen und Golfer besonders nahbar.

Der Lieblingsschläger und ein kurioser Materialschaden

Auf die Frage nach dem Lieblingsschläger nennt Matze aktuell das Eisen 8, dicht gefolgt vom Eisen 6. Genau dieses Eisen 6 verabschiedete sich vor einigen Wochen auf kuriose Weise, der Schaft brach mitten im Rückschwung direkt über dem Griff, während der Schlägerkopf durch die Luft flog. Trotz dieses Missgeschicks blieb Matze erstaunlich gelassen und beendete das Loch souverän mit einer 6 und einer 8.

Das Fazit: Matzes Rat an sein Anfänger-Golf-Ich

Am Ende der Episode stellt Thomas wie in jeder Folge die Reflexionsfrage, was das heutige Golf-Ich dem Anfänger-Golf-Ich raten würde, ganz ohne die naheliegende Antwort früher angefangen zu haben. Matzes Antwort fällt klar und direkt aus: Ego beiseitelegen, von Anfang an mit den Eisen spielen und auf die langen Hölzer verzichten. Ein Rat, der nicht nur zu seiner sportlichen, sondern auch zu seiner persönlichen Transformation passt, bei der es letztlich immer wieder um dieselbe Frage geht, den eigenen Fortschritt wichtiger zu nehmen als das schnelle, große Ergebnis.

Golf hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Das Bild vom elitären Sport, der ausschließlich Ärzten, Anwälten und Unternehmern vorbehalten ist, entspricht längst nicht mehr überall der Realität. Auf vielen Golfplätzen spielen heute Menschen aus den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen gemeinsam eine Runde. Trotzdem hält sich die Diskussion über eine mögliche Zweiklassengesellschaft im Golf hartnäckig. Unterschiedliche Mitgliedschaftsmodelle, Greenfee-Aufschläge, exklusive Golfclubs, strenge Kleiderordnungen und fehlende Willkommenskultur sorgen immer wieder für Kritik.

Gemeinsam mit Sven, bekannt als „Der Hobbygolfer“, und GolferChris wurde deshalb diskutiert: Gibt es im Golfsport tatsächlich noch eine Zweiklassengesellschaft? Oder treffen hier lediglich unterschiedliche wirtschaftliche Interessen und Vorstellungen vom modernen Golfclub aufeinander?

Zweiklassengesellschaft im Golf: Woher kommt die Diskussion?

Ausgangspunkt der Diskussion war die Erfahrung, dass Spieler mit bestimmten Fern- oder VCG-Mitgliedschaften auf einigen Golfanlagen ein höheres Greenfee bezahlen müssen. Teilweise werden auch Golfer ohne das sogenannte goldene R auf dem DGV-Ausweis zusätzlich zur Kasse gebeten. Für die betroffenen Spieler kann dadurch schnell der Eindruck entstehen, dass zwischen „vollwertigen“ Clubmitgliedern und anderen Golfern unterschieden wird. Doch die Diskussion hat zwei Seiten.

Ein Vollmitglied zahlt häufig einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von weit über 1.000 Euro. Dafür kann es auf der eigenen Anlage normalerweise ohne zusätzliches Greenfee spielen. Wer dagegen eine günstige Fern- oder VCG-Mitgliedschaft besitzt, zahlt nur einen vergleichsweise kleinen Jahresbeitrag und entrichtet anschließend auf jeder Anlage ein Greenfee. Aus Sicht einiger Golfclubs ist ein moderater Aufpreis daher nachvollziehbar. Schließlich tragen Vollmitglieder mit ihren Beiträgen dauerhaft zur Finanzierung des Platzes, der Mitarbeiter und der gesamten Infrastruktur bei.

Gleichzeitig sind Gastspieler eine wichtige Einnahmequelle. Ein zu hoher Aufpreis kann abschreckend wirken und verhindern, dass neue Golfer einen Club kennenlernen.

VCG-Mitgliedschaft, Fernmitgliedschaft oder Vollmitgliedschaft?

Die Wahl der passenden Golfmitgliedschaft hängt stark davon ab, wie häufig und an welchen Orten jemand spielt. Wer mehrmals pro Woche auf derselben Anlage unterwegs ist, profitiert in vielen Fällen von einer Vollmitgliedschaft. Der Jahresbeitrag erscheint zunächst hoch, kann sich bei regelmäßigen Runden jedoch schnell rechnen. Anders sieht es bei Golfern aus, die beruflich viel reisen, häufig umziehen oder nur wenige Runden pro Jahr spielen. Für sie können eine Fernmitgliedschaft oder eine VCG-Mitgliedschaft sinnvoller sein. Sie bleiben flexibel und sind nicht dauerhaft an einen bestimmten Heimatclub gebunden. Gerade für Einsteiger können solche Modelle eine gute Möglichkeit sein, den Golfsport zunächst kennenzulernen. Sie müssen sich nicht sofort langfristig an einen Club binden und können unterschiedliche Anlagen ausprobieren.

Problematisch wird es erst dann, wenn flexible Mitgliedschaftsmodelle grundsätzlich als minderwertig betrachtet werden. Auf dem Platz sollte nicht entscheidend sein, welches Mitgliedschaftsmodell jemand gewählt hat. Ausschlaggebend sollten das Verhalten, die Rücksichtnahme und die gemeinsame Begeisterung für den Golfsport sein.

Sind Greenfee-Aufschläge für Fernmitglieder gerechtfertigt?

In der Diskussion wurde deutlich, dass höhere Greenfees für VCG- oder Fernmitglieder keineswegs auf allen Golfplätzen üblich sind. Bei einer stichprobenartigen Betrachtung verschiedener Clubs verlangte nur ein kleiner Teil einen zusätzlichen Betrag. Auf vielen Anlagen war das Greenfee unabhängig von der Mitgliedschaft gleich. Einzelne Clubs boten bestimmten Mitgliedern sogar Vergünstigungen an. Die Realität ist daher differenzierter, als es die grundsätzliche Debatte vermuten lässt. Ein Aufpreis von zehn oder zwanzig Euro kann aus Sicht eines Clubs gerechtfertigt sein, wenn reguläre Mitglieder mit hohen Jahresbeiträgen die Anlage langfristig finanzieren. Gleichzeitig sollte der zusätzliche Betrag verhältnismäßig bleiben. Golfclubs müssen sich fragen, welche Wirkung ihre Preisgestaltung hat. Wird ein Gastspieler als potenzieller Kunde und zukünftiges Mitglied gesehen? Oder entsteht bereits beim ersten Besuch das Gefühl, nicht vollständig willkommen zu sein? Eine transparente Kommunikation ist dabei entscheidend. Wer nachvollziehbar erklärt, warum unterschiedliche Preise gelten, kann viel Unverständnis vermeiden.

Das elitäre Image des Golfsports besteht teilweise weiter

Auch wenn sich Golf für breitere Bevölkerungsschichten geöffnet hat, gibt es weiterhin Clubs, die bewusst exklusiv auftreten. Hohe Aufnahmegebühren, verpflichtende Einlagen, Empfehlungen durch bestehende Mitglieder oder Bürgschaften können den Zugang stark begrenzen. In manchen Clubs gehört gerade diese Exklusivität zum Selbstverständnis. Grundsätzlich darf jeder Golfclub entscheiden, welches Konzept er verfolgt und welche Zielgruppe er ansprechen möchte. Gleichzeitig prägen solche Anlagen weiterhin das öffentliche Bild des gesamten Golfsports. Viele Menschen verbinden Golf noch immer mit hohen Einkommen, gesellschaftlichem Status und geschlossenen Netzwerken. Dabei sieht die Realität auf einem großen Teil der deutschen Golfplätze längst anders aus. Dort spielen ganz normale Berufstätige, Familien, Rentner, Jugendliche und ambitionierte Mannschaftsgolfer miteinander. Die Mehrheit der Clubs ist wesentlich zugänglicher, als das traditionelle Image vermuten lässt.

Willkommenskultur im Golfclub entscheidet über die Mitgliederbindung

Eine moderne Preisstruktur allein macht noch keinen offenen Golfclub. Mindestens genauso wichtig ist die Willkommenskultur. Neue Mitglieder stehen häufig vor der Herausforderung, Anschluss zu finden. Alteingesessene Gruppen kennen sich seit Jahren, spielen regelmäßig zusammen und haben feste Abläufe entwickelt. Wer neu hinzukommt, fühlt sich dadurch möglicherweise außen vor – auch wenn dies gar nicht bewusst beabsichtigt ist.

Golfclubs können die Integration aktiv unterstützen. Denkbar sind beispielsweise:

  • Willkommensturniere für neue Mitglieder,
  • gemeinsame Runden für Absolventen der Platzreife,
  • feste Ansprechpartner im Club,
  • offene Trainingsgruppen,
  • regelmäßige Clubabende,
  • Einsteiger- und Kennenlernformate.

Entscheidend ist, neue Mitglieder nicht nur zu gewinnen, sondern sie anschließend auch in das Clubleben einzubinden.

Im wirtschaftlichen Umfeld investieren Unternehmen viel Zeit und Geld in die Kundenbindung. Golfclubs sollten ihre Mitglieder ähnlich wertschätzen. Wer sich willkommen fühlt, regelmäßig Spielpartner findet und am Clubleben teilnimmt, bleibt einer Anlage wesentlich eher langfristig verbunden.

Müssen sich deutsche Golfclubs stärker digitalisieren?

Die Digitalisierung spielt für die Zukunft der Golfclubs eine zentrale Rolle. Viele Golfer erwarten heute, dass sie Startzeiten online buchen, das Greenfee digital bezahlen und kurzfristig prüfen können, ob noch freie Abschlagszeiten vorhanden sind. Apps und Buchungsplattformen können diesen Prozess erheblich vereinfachen. Auf manchen Golfanlagen sind digitale Lösungen bereits selbstverständlich. Andere arbeiten weiterhin mit telefonischen Anfragen, E-Mails oder einem Greenfee-Briefkasten auf Vertrauensbasis. Traditionelle Abläufe können durchaus ihren Charme haben. Für jüngere Zielgruppen und flexible Gastspieler sind einfache digitale Prozesse jedoch häufig ein wichtiges Entscheidungskriterium. Wer spontan eine Runde spielen möchte, will möglichst nicht mehrere Telefonate führen oder auf eine Rückmeldung per E-Mail warten. Eine unkomplizierte Onlinebuchung senkt die Zugangshürde und macht den Club attraktiver. Digitalisierung bedeutet dabei nicht, die persönliche Atmosphäre abzuschaffen. Sie sollte vielmehr administrative Hürden reduzieren und Mitarbeitern mehr Zeit für die Betreuung der Mitglieder und Gäste geben.

Events können Golfclubs für neue Zielgruppen öffnen

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Kombination aus Golf und Erlebnis. Klassische Clubturniere behalten ihre Berechtigung. Gleichzeitig können neue Formate Menschen ansprechen, die mit traditionellen Wettbewerben wenig anfangen können. Im Manuskript werden unterschiedliche Ideen und bestehende Konzepte angesprochen: Golfturniere mit Poker-Elementen, DJ-Abende, Mannschaftswettbewerbe, Golfreisen, Tour-Formate und Veranstaltungen für Social-Media-Creator.

Solche Events schaffen Begegnungen und machen den Golfclub zu mehr als einem Ort, an dem lediglich eine Runde gespielt wird. Gerade jüngere Menschen suchen häufig nicht nur eine Sportart, sondern ein gemeinschaftliches Erlebnis. Musik, Gastronomie, lockere Wettbewerbe und ein attraktives Rahmenprogramm können dazu beitragen, neue Zielgruppen für den Golfsport zu begeistern. Auch Übernachtungsmöglichkeiten oder Stellplätze für Wohnmobile können interessant werden. Golfer, die durch Deutschland oder Europa reisen, könnten ihre Tour gezielt mit Besuchen verschiedener Golfanlagen verbinden.

Social Media als Chance für Golfclubs

YouTube, Instagram und andere soziale Netzwerke bieten Golfclubs die Möglichkeit, ihren Platz einem großen Publikum zu präsentieren. Creator, die ihre Runden filmen, zeigen nicht nur ihre eigenen Schläge. Sie vermitteln auch einen Eindruck vom Platzdesign, von der Landschaft, dem Clubhaus und der Atmosphäre einer Anlage. Für den Golfclub kann daraus eine enorme Reichweite entstehen – häufig ohne klassische Werbekosten. Natürlich müssen Persönlichkeitsrechte respektiert werden. Sowohl der Club als auch die Mitspieler sollten gefragt werden, bevor gefilmt wird. Unter diesen Voraussetzungen kann Social Media jedoch ein wirkungsvolles Marketinginstrument sein. Golfclubs, die Aufnahmen grundsätzlich ablehnen, verzichten möglicherweise auf wertvolle Sichtbarkeit. Wer dagegen klare Regeln schafft und offen mit Content-Produzenten zusammenarbeitet, kann potenzielle Gäste und Mitglieder erreichen, die über klassische Werbekanäle kaum angesprochen werden.

Zwischen Kleiderordnung und modernem Golf

Auch die Kleiderordnung wird häufig mit dem elitären Image des Golfsports verbunden. Einige Clubs legen weiterhin großen Wert auf traditionelle Golfbekleidung. Jeans, ärmellose Shirts oder sehr legere Kleidung sind dort möglicherweise nicht erwünscht. Andere Anlagen gehen wesentlich entspannter mit dem Thema um. Eine gewisse Kleiderordnung muss nicht automatisch Ausdruck einer Zweiklassengesellschaft sein. Golf hat Traditionen, die viele Spieler bewusst schätzen. Gleichzeitig sollte sich ein Club fragen, ob seine Regeln noch zeitgemäß sind und ob sie potenzielle Einsteiger unnötig abschrecken. Zwischen völliger Beliebigkeit und starren Vorgaben gibt es ausreichend Spielraum. Moderne Golfbekleidung kann sportlich, funktional, farbenfroh und trotzdem angemessen sein. Wichtiger als die Frage nach Jeans oder Poloshirt ist letztlich, wie Menschen miteinander umgehen. Eine exklusive Garderobe ersetzt weder Höflichkeit noch Rücksichtnahme.

Vereinsstruktur oder Betreibergesellschaft: Welches Modell hat Zukunft?

Viele Golfclubs stehen vor der Herausforderung, eine große Anlage professionell und wirtschaftlich zu führen. Ein Golfclub kann mehrere Hundert Mitglieder, zahlreiche Mitarbeiter und einen erheblichen Jahresumsatz haben. Trotzdem werden manche Anlagen noch immer nach Strukturen geführt, die eher zu einem kleinen Freizeitverein passen. Ehrenamtliches Engagement bleibt wichtig. Bei Finanzen, Personal, Marketing, Digitalisierung und Mitgliedergewinnung ist jedoch zunehmend professionelles Know-how gefragt. Betreibergesellschaften können hier Vorteile bieten, weil sie wirtschaftlicher und unternehmerischer arbeiten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass finanzielle Interessen stärker in den Vordergrund rücken und Mitglieder sich weniger eingebunden fühlen. Unabhängig vom konkreten Modell wird deutlich: Golfclubs müssen professioneller werden. Anlagen, die notwendige Veränderungen dauerhaft ignorieren, könnten es insbesondere in ländlichen oder wirtschaftlich schwächeren Regionen schwer haben. Wahrscheinlich wird es zukünftig nicht zwangsläufig weniger Golfer geben – möglicherweise aber weniger Golfclubs. Erfolgreiche Anlagen könnten wachsen, ihr Angebot erweitern und zusätzliche Spielmöglichkeiten schaffen.

Jugendförderung als Grundlage für die Zukunft des Golfsports

Eine nachhaltige Zukunft des Golfsports ist ohne aktive Jugendförderung kaum denkbar. Golfclubs mit guten Trainern, regelmäßigen Jugendangeboten und klaren Entwicklungsmöglichkeiten ziehen nicht nur junge Spieler an. Sie überzeugen auch deren Familien und stärken langfristig die gesamte Clubgemeinschaft.

Dafür braucht es qualifiziertes Personal und ein durchdachtes Trainingskonzept. Ein einzelner Trainer kann kaum gleichzeitig Einsteiger, Freizeitgolfer, Mannschaftsspieler und ambitionierte Nachwuchstalente auf hohem Niveau betreuen. Professionelle Jugendarbeit kostet Geld, ist aber eine Investition in die Zukunft. Clubs, die junge Menschen frühzeitig begeistern und dauerhaft begleiten, schaffen die Grundlage für eine neue Generation von Mitgliedern.

Wie sieht der Golfclub der Zukunft aus?

In der Diskussion entstand die Vision eines Golfclubs, der sportlichen Anspruch, moderne Technik und Gemeinschaft miteinander verbindet.

Zu einem solchen Club könnten gehören:

  • eine moderne Driving Range mit Trackman-Technologie,
  • großzügige Putting- und Chippingbereiche,
  • Trainingsmöglichkeiten bei schlechtem Wetter,
  • digitale Buchungs- und Bezahlsysteme,
  • Live-Scoring und mediale Begleitung von Turnieren,
  • abwechslungsreiche Eventformate,
  • hundefreundliche Regeln,
  • Hotel- oder Wohnmobilangebote,
  • eine offene Willkommenskultur,
  • professionelle Trainer und Nachwuchsförderung.

Nicht jede Idee wird für jeden Golfclub wirtschaftlich umsetzbar sein. Die Vision zeigt jedoch, wohin die Entwicklung gehen könnte: weg vom abgeschotteten Verein und hin zu einem modernen Freizeit-, Sport- und Erlebnisangebot.

Gibt es im Golf wirklich eine Zweiklassengesellschaft?

Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Auf einigen Anlagen bestehen weiterhin deutliche Zugangshürden. Hohe Aufnahmegebühren, besondere Anforderungen, unterschiedliche Greenfees oder exklusive Clubregeln können den Eindruck einer Zweiklassengesellschaft verstärken. Im alltäglichen Spielbetrieb vieler Golfclubs zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Dort ist es häufig nicht entscheidend, ob jemand Vollmitglied, Fernmitglied oder VCG-Mitglied ist. Die gemeinsame Leidenschaft für den Golfsport steht im Vordergrund. Unterschiedliche Preise sind zudem nicht automatisch diskriminierend. Sie können das Ergebnis verschiedener Mitgliedschaftsmodelle und wirtschaftlicher Beiträge sein. Entscheidend ist, ob die Unterschiede transparent, nachvollziehbar und angemessen sind.

Die größere Herausforderung liegt möglicherweise weniger in der formalen Mitgliedschaft als in der Kultur eines Clubs. Werden Gäste freundlich aufgenommen? Finden neue Mitglieder Anschluss? Sind Buchung und Bezahlung unkompliziert? Kommuniziert der Club offen? Und ist er bereit, sich gesellschaftlich und technologisch weiterzuentwickeln?

Fazit: Golf muss Tradition und Offenheit miteinander verbinden

Der Golfsport hat sich bereits stark geöffnet. Das alte Bild vom ausschließlich elitären Freizeitvergnügen trifft auf viele Clubs nicht mehr zu. Trotzdem gibt es weiterhin Anlagen und Strukturen, die dieses Image aufrechterhalten. Die Zukunft des Golfsports hängt davon ab, ob Golfclubs Tradition und Veränderung miteinander verbinden können. Mitgliedschaftsmodelle müssen wirtschaftlich tragfähig bleiben, sollten aber gleichzeitig Flexibilität ermöglichen. Kleiderordnungen dürfen Stil vermitteln, ohne neue Spieler unnötig auszugrenzen. Digitalisierung sollte Prozesse vereinfachen, ohne die persönliche Gemeinschaft zu ersetzen. Events, Social Media und moderne Trainingsangebote können neue Zielgruppen erreichen, ohne den sportlichen Charakter zu verlieren. Eine Zweiklassengesellschaft entsteht nicht allein durch unterschiedliche Mitgliedsbeiträge oder Greenfees. Sie entsteht vor allem dann, wenn Menschen das Gefühl vermittelt wird, weniger willkommen oder weniger wert zu sein. Ein moderner Golfclub sollte deshalb nicht nur fragen, wer sich eine Mitgliedschaft leisten kann. Er sollte sich fragen, wie er Menschen für Golf begeistert, sie in die Gemeinschaft integriert und langfristig an den Sport bindet.

Es gibt diesen einen Tipp, den fast jeder Golfer schon einmal gehört hat – und den trotzdem kaum jemand wirklich umsetzt. In der zweiten NextFairway-Episode mit Patrick Limbecker (Vorherige Episode mit Patrick jetzt anhören), Leiter der Golfschule am Jakobsberg, geht es genau um diese eine Sache: die wichtigste Bewegung, die jeder Golfer beherrschen muss, um den Ball wiederholbar sauber zu treffen. Schon in der ersten Folge hatte Patrick angeteasert, dass es da noch einen entscheidenden Aspekt rund um die Technik gibt. In diesem Gespräch löst er das Versprechen ein – und räumt dabei gleich mit einigen der hartnäckigsten Golf-Mythen auf. Wer regelmäßig auf der Range steht, aber das Gefühl hat, dass sich die Treffer einfach nicht stabilisieren wollen, bekommt hier einen roten Faden, der vom Setup bis zum hohen Finish reicht.

Warum der Golfschwung kontraintuitiv ist

Die vielleicht unbequemste Wahrheit gleich zu Beginn: Der Golfschwung widerspricht unserem natürlichen Bewegungsgefühl. Wer mit 30, 40 oder 50 Jahren mit dem Golfen beginnt, trägt ein klares Bild im Kopf, wie ein Ball zum Fliegen gebracht wird. Beim Werfen bewegt sich die Hand nach oben, beim Tennis der Schläger, beim Fußball der Fuß immer in Richtung Himmel. Beim Golf ist es genau umgekehrt. Der Ball fliegt, weil er von der Schlagfläche abprallt, und getroffen wird er in einer Abwärtsbewegung.

Genau dieser Widerspruch führt dazu, dass nahezu alle Anfänger dieselben Fehlschläge produzieren. Sie versuchen instinktiv, den Ball in die Luft zu heben – und sind damit von Anfang an auf dem Holzweg. Das berühmte „Chicken Wing” im Durchschwung ist laut Patrick nichts anderes als die Folge dieses falschen Treff-Gedankens. Das bedeutet nicht, dass man so kein Golf spielen kann. Aber Wiederholbarkeit und vor allem Länge werden damit extrem schwer. Wer den Ball dagegen kontrolliert nach unten trifft, legt das Fundament für stabile Schläge.

Die wichtigste Bewegung: Körperrotation

Wenn es eine einzige Bewegung gibt, die jeder Golfer von Anfang an lernen sollte, dann ist es die Körperrotation. Sie ist die Basis für alles, was danach kommt – und gleichzeitig genau der Punkt, an dem 90 bis 95 Prozent aller Spieler scheitern.

Der Körper ist der Motor

Patrick nutzt ein einprägsames Bild, um das Zusammenspiel im Schwung zu erklären. Der Körper ist der Motor, die Arme sind das Getriebe und die Handgelenke samt Streckung der Arme sind so etwas wie der Turbolader. Für wiederholbare Treffer braucht es zuerst eine saubere Körperarbeit. Die Arme und Hände kommen erst ins Spiel, wenn es darum geht, dem Ball wirklich Länge zu geben. Wer also – wie viele Anfänger – versucht, Geschwindigkeit und Weite allein über die Arme zu erzeugen, verliert die Rotation und damit die Kontrolle über den Treffmoment.

Woraus sich 90 Grad Schulterdrehung zusammensetzen

Oft heißt es pauschal, man müsse die Schultern auf 90 Grad drehen. Doch diese 90 Grad entstehen nicht allein aus den Schultern, sondern aus drei Bewegungsanteilen. Rund 25 Grad kommen aus den Beinen und der daran hängenden Hüfte, die durch die Vorneigung im Setup leicht mitrotieren darf. Etwa 45 Grad entstehen aus der Wirbelsäule, die genau für diese Verwringung gebaut ist. Die letzten rund 20 Grad liefern tatsächlich die Schultern über ein Verschieben der Schulterblätter. Körperrotation ist also immer das Zusammenspiel aus Beinen, Rumpf und Schultern – und dieses Verständnis ist der erste Schritt zu einem wiederholbaren Schwung.

Das Setup als Fundament für jeden guten Treffer

Bevor überhaupt eine Bewegung startet, entscheidet die Ausgangsposition über Erfolg oder Frust. Patrick wird hier deutlich: Das A und O ist eine athletische Grundhaltung. Die Brust kommt raus, der Rücken bleibt gerade, und die Vorneigung des Oberkörpers entsteht nicht aus einem krummen Rücken, sondern aus dem Becken. Golf wird so sogar zu einer guten Rückenschule, allerdings nur, wenn man es richtig macht.

Wer sich dagegen wie ein nasser Sack über den Ball beugt, kann sich gar nicht sauber verdrehen. Dann bleiben nur zwei schlechte Optionen: Entweder richtet sich der Körper während des Schwungs auf und der Kopf wandert unkontrolliert durch die Gegend, oder man kippt seitlich weg und drückt die Bandscheiben platt. Beides ist nicht nur ineffektiv, sondern auch ungesund. Ein stabiles, athletisches Setup ist deshalb die Voraussetzung dafür, dass die ohnehin komplexe Schwungbewegung überhaupt natürlich ablaufen kann.

Die 9-3-Uhr-Methode: Reine Rotation mit langen Armen

Um das Gefühl für die Körperrotation isoliert zu trainieren, empfiehlt Patrick eine einfache, aber wirkungsvolle Übung. Aus dem stabilen Setup heraus bewegt man die Arme – an der Brust fixiert und möglichst lang – ausschließlich über die Körperdrehung nach rechts und links. Mehr als ein Schwung von der 9-Uhr- zur 3-Uhr-Position entsteht dabei nicht, denn ab diesem Punkt müsste man zusätzliche Bewegung aus den Armen zulassen.

Entscheidend ist, dass die Arme sowohl im Ausholen als auch in der Endposition gerade bleiben. Sobald sie sich auch nur minimal beugen, waren die Armgelenke im Spiel. Wer wirklich nur aus der Rotation arbeitet, erlebt schnell, dass eine rhythmische, kontrollierte Bewegung entsteht – ganz ohne hektische Schnellkraft. Und weil der Oberkörper rund 30 Grad nach vorne geneigt ist, trifft der Schläger beim reinen Rotieren ganz automatisch den Boden. Genau das ist der Lerneffekt: sauberer Ball-Boden-Kontakt allein aus der Drehung.

Der Mythos vom gestreckten linken Arm

Kaum ein Ratschlag hält sich so hartnäckig wie „halte den linken Arm gestreckt”. Patrick widerspricht hier deutlich – mit einer wichtigen Einschränkung. Der linke Arm soll im Treffmoment gestreckt sein, und genau dann auch nur dann. Ihn dagegen schon in der Ansprechposition oder im Ausholen aktiv durchzustrecken, bezeichnet er als den Tod für den Golfschwung.

Der Grund liegt in der Anatomie. Wer den Arm aktiv durchstreckt, schiebt das Schultergelenk nach vorne und verliert die Verbindung zur wichtigen Schultermuskulatur rund um das linke Schulterblatt – genau jener Muskulatur, die für die Länge sorgt. Ein einfacher Selbsttest macht das spürbar: Hält man eine volle Wasserflasche mit komplett durchgestrecktem Arm vor dem Körper, ermüdet man schnell. Nimmt man die Schulter dagegen aktiv nach hinten unten und lässt eine minimale Beugung im Arm zu, steht plötzlich deutlich mehr Kraft zur Verfügung. Im letzten Teil der Ausholbewegung wollen wir genau diese Muskulatur laden. Das funktioniert nur mit langen, aber nicht aktiv überstreckten Armen.

Der scheinbar überstreckte Arm der Tour-Profis täuscht übrigens. Er ist nicht aktiv durchgedrückt, sondern durch die Übergangsbewegung vom Ausholen zurück zum Ball in maximale Vorspannung gebracht. Bänder und Sehnen sind voll aufgespannt – und genau das lässt den Arm im Abschwung optisch gestreckt wirken.

Vom Körper zur Länge: Beugen und Strecken der Arme

Mit reiner Körperrotation lassen sich Bälle realistisch nur 15 bis 20 Meter weit spielen. Erst wenn dieser Schritt sitzt, kommt die nächste Bewegung dazu: das Beugen und Strecken der Arme. Im Ausholen wird der Schläger aus den Händen nach oben hinten gehoben, wodurch der rechte Arm beugt. Beim Zurückdrehen werden die Arme dann aktiv nach unten zum Ball und zum Boden gestreckt – nicht zum Ziel.

Das ist der entscheidende Punkt. Der Durchschwung in Richtung Ziel entsteht nicht, weil die Arme dorthin gehen, sondern weil der Körper dorthin dreht. Schon mit 30 bis 40 Prozent Tempo lässt sich erleben, wie der Ball plötzlich drei- bis viermal so weit fliegt. Denn das Tempo kommt aus Armen und Händen, während der Körper die leitende und führende Bewegung übernimmt, damit dieser Streckimpuls im richtigen Moment stattfindet. Auch das berühmte lange Finish der Profis, bei dem sich die Arme vom Körper lösen, ist kein bewusstes Loslassen, sondern das Ergebnis von Fliehkräften und Massenträgheit.

Was beim Driver anders ist

Beim Driver wird der Ball nicht in der Abwärts-, sondern in der Aufwärtsbewegung getroffen. Trotzdem sind es dieselben Grundbewegungen wie beim Eisen. Der Unterschied entsteht über die Ansprechposition. Weil der Ball weiter links liegt und der Oberkörper im Verhältnis zum Unterkörper leicht nach rechts gekippt ist, führt dieselbe Streckbewegung der Arme nicht mehr zum Boden, sondern nach vorne – und trifft den Ball auf dem Tee in der Aufwärtsbewegung.

Damit verbunden ist gleich der nächste Mythos: „Kopf unten lassen” funktioniert nicht. Da wir die Wirbelsäule fair drehen und die Beine mitrotieren, bewegt sich der Kopf im Ausholen leicht nach rechts – bei den Eisen etwa eine halbe Kopfbreite, beim Driver sogar rund eine ganze. Wer den Kopf krampfhaft über dem Ball halten will, blockiert die saubere Körperrotation und bringt das gesamte System zum Einsturz. Den Driver als Übungsschläger für die reine Rotation empfiehlt Patrick allerdings nicht. Sobald man ihn in die Hand nimmt, kommt der Drang nach Länge – und damit kippt die ruhige Drehung schnell wieder in ein Schlagen aus den Armen.

Das kurze Spiel und der Wedge als idealer Lehrmeister

Wer die Bewegung sauber lernen will, beginnt am besten mit dem Wedge oder einem Eisen 9. Das hat gleich mehrere Gründe. Kürzere Schläger sind steiler gebaut, bleiben länger am Boden und machen den Treffmoment dadurch einfacher. Vor allem aber sorgt der schmale Stand mit nahezu zentraler Ballposition dafür, dass die seitliche Neigung des Oberkörpers fast wegfällt. Die Drehbewegung wird dadurch viel natürlicher.

Genau deshalb stehen auch die Profis im kurzen Spiel mit auffällig schmalem Stand am Ball. Die Verdrehung der Brustwirbelsäule ist die Basis für wiederholbare, einfache Treffer – ein Prinzip, das selbst auf der Tour gilt. Wer mit langsamem Tempo übt, sollte allerdings beachten, dass mit einem Hybrid oder einem langen Eisen kaum ein vernünftiger Ballflug entsteht. Der Pitching Wedge ist hier der deutlich dankbarere Lehrmeister.

Griff und Handgelenke: Warum sich das richtige Setup unbequem anfühlt

Ein weiterer Schlüssel liegt in der Positionierung der Hände. Der Griff der linken Hand fühlt sich anfangs bewusst nicht natürlich an – und das ist gewollt. Damit das Handgelenk den Schläger im Ausholen nach oben winkeln kann, muss die Hand zunächst leicht nach unten vorgestreckt am Griff liegen. Diese zunächst unbequeme Position löst sich im Schwung auf und ermöglicht erst den großen, kraftvollen Winkel.

Die rechte Hand arbeitet dagegen nicht nach oben und unten, sondern nach hinten und vorne, ähnlich der Bewegung einer Ohrfeige. Über das Beugen der rechten Hand beugt automatisch auch der rechte Arm, weil beide Hände miteinander verbunden sind. Wichtig zu wissen: Das Schließen der Schlagfläche im Treffmoment lässt sich nicht bewusst steuern – dafür ist der Treffmoment zu schnell und unser Nervensystem zu langsam. Dass der Schläger im richtigen Augenblick wieder schließt, ergibt sich aus Griffhaltung, Armpositionierung, dem natürlichen Winkeln und dem freien Strecken der Arme zum Boden. Alles hängt miteinander zusammen.

Sinnvoll trainieren: Geduld ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis

So logisch die Theorie klingt, so anspruchsvoll ist die Umsetzung. Patrick empfiehlt deshalb, immer vom Langsamen zum Schnellen und vom Kleinen zum Großen zu arbeiten. Statt 100 Bälle pro Minute zu schlagen, geht es um bewusstes Training in kleinen Etappen. Eine bewährte Methode: sieben Bälle schlagen, dabei jeweils die Endposition erreichen und halten, den Ballkontakt bewusst wahrnehmen und prüfen, ob die Position so aussieht wie vorgestellt. Gelingt das mehr als vier von sieben Mal, folgt der nächste Schritt.

Der vielleicht wichtigste Rat aber ist, nicht alles auf einmal lernen zu wollen. Körperrotation, Setup, Beugen und Strecken, Griff – wer all das in eine einzige zweistündige Einheit packt, scheitert garantiert. Patrick zitiert einen bekannten deutschen Golf-Pro, der ihm einst sagte, man müsse nicht alles an einem Tag lernen. Aber wer jeden Tag eine Sache lernt, wird irgendwann richtig gut.

Fazit

Die zweite Folge mit Patrick Limbecker macht eines klar: Es gibt nicht den einen Geheimtrick, aber es gibt eine klare Hierarchie. Am Anfang steht immer ein stabiles, athletisches Setup. Darauf folgt die saubere Körperrotation als Motor des gesamten Schwungs. Erst danach kommen das bewusste Beugen und Strecken der Arme, die für Länge sorgen. Wer diese Reihenfolge respektiert, gängige Mythen wie den durchgestreckten linken Arm oder den fixierten Kopf hinter sich lässt und geduldig in kleinen Schritten trainiert, kommt dem Ziel jeder Golf-Journey ein gutes Stück näher: einem wiederholbaren Schwung, der auch unter Druck trägt. Die ehrliche Erkenntnis zum Schluss bleibt, dass perfekte Gleichmäßigkeit selbst Profis nicht gelingt – aber genau in diesem realistischen, umsetzbaren Anspruch liegt der eigentliche Wert dieser Episode.

Der Deutsche Golf Verband hat zum Jahresbeginn 2026 seine Mitgliederzahlen für das Jahr 2025 vorgelegt – und auf den ersten Blick ist die Botschaft eindeutig: Noch nie spielten so viele Menschen organisiert Golf in Deutschland wie heute. 695.617 registrierte Golfspielerinnen und Golfspieler zum Stichtag 30. September 2025 bedeuten ein Wachstum von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit ein neues Allzeithoch in der 115-jährigen Verbandsgeschichte. Gleichzeitig hat die Sommerfeld AG im April 2026 ihren jährlichen Golfreport veröffentlicht – bereits die siebte Ausgabe der umfangreichsten Branchenstudie zum deutschen Golfmarkt. Erstmals mit Fachbeiträgen renommierter Expertinnen und Experten, richtet sich der Report 2026 bewusst nach vorn: Wie sieht Golf in Deutschland im Jahr 2035 aus, und welche Entscheidungen müssen heute getroffen werden, um diesen Weg zu gestalten? Die Antworten dahinter sind weniger eindeutig, als die Rekordzahl vermuten lässt. Denn unter der Oberfläche verbirgt sich ein Markt im tiefgreifenden Strukturwandel: Das klassische Clubgolf stagniert faktisch, eine neue Generation von Golfern lehnt feste Mitgliedschaften ab, und demografische Verwerfungen in der Altersstruktur zeigen, welche Gruppen der Golfsport gerade zu verlieren droht.

Golf in Deutschland 2025: Die Rekordzahl und was sie aber verheimlicht

695.617 Golferinnen und Golfer — das klingt imposant, und in absoluten Zahlen ist es das auch. Doch wer einen Blick auf die Wachstumsdynamik wirft, erkennt schnell, dass das Bild differenzierter ist.

Im Deutschen Olympischen Sportbund belegt der DGV Rang acht unter allen Sportverbänden. Allein der Deutsche Fußball-Bund gewann im Jahr 2024 mehr als 833.000 neue Mitglieder – eine Zahl, die in einem einzigen Jahr die gesamte Mitgliedschaft des DGV übersteigt. Das ist kein Vorwurf an den Golfsport, sondern ein nüchterner Maßstab für die gesellschaftliche Reichweite.

Über zehn Jahre betrachtet ist der DGV um rund 52.000 Mitglieder gewachsen, was einem Anstieg von 8,2 Prozent entspricht. Das klingt solide – bis man bedenkt, dass der Fußball ähnliche Zuwächse statistisch gesehen in weniger als einem Monat erreicht. Der Golfreport 2026 formuliert es nüchtern: Der Anteil des organisierten Golfs an allen DOSB-Mitgliedschaften liegt bei 0,8 Prozent. Das zeigt den Weg, der noch vor dem Sport liegt, wenn er mehr gesellschaftliche Sichtbarkeit gewinnen möchte.

Auch in bestimmten Altersgruppen sinkt die Mitgliederzahl, wie wir im weiteren Verlauf des Artikels feststellen werden. Es ist also nicht alles Gold, was glänzt, und man sollte die Zahlen mit einem gewissen Weitblick sehen.

Wer wächst wirklich? Das gespaltene Bild der Nachfrage

Dass die Gesamtzahl steigt, täuscht darüber hinweg, dass der Zuwachs aus zwei sehr unterschiedlichen Quellen stammt und klassische Golfklubs daran weniger Anteil haben, als der erste Blick vermuten lässt.

Junge Erwachsene entdecken Golf neu

Die auffälligste Bewegung im deutschen Golfmarkt 2025 findet in der Altersgruppe der 19- bis 40-Jährigen statt. Die 21- bis 26-Jährigen legten zwischen 2020 und 2025 um 32,3 Prozent zu, die 27- bis 35-Jährigen um 30 Prozent. Das sind keine marginalen Verschiebungen, sondern strukturelle Signale, dass Golf zunehmend als moderner Freizeit- und Lebensstilsport wahrgenommen wird — begünstigt durch flexiblere Mitgliedschaftsmodelle, digitale Sichtbarkeit über Social Media und ein Sportimage, das sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt hat.

Der DGV selbst erklärt diesen Trend mit zielgruppengerechten Einstiegsangeboten, günstigeren Jungtarifen und einem zeitgemäßen Kommunikationsauftritt. Die Botschaft: Golf wird nicht länger ausschließlich als Eliten- oder Rentnersport wahrgenommen.

Der Aufstieg der clubfreien Golfer

Noch dramatischer ist der Wachstumskurs der Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV (VcG). Während die in klassischen Clubs organisierten Golfer in zehn Jahren um 6,85 Prozent zulegten, wuchs die VcG im selben Zeitraum um 43,98 Prozent — von 22.709 auf 32.698 Mitglieder im Jahr 2025.

Die VcG steht exemplarisch für einen neuen Golfertypus, der keine feste Anlage sucht, sondern Flexibilität und geringen Kosteneinstieg priorisiert. Mitgliedsbeiträge ab knapp 17 Euro im Monat ermöglichen Greenfee-Spielen auf der überwältigenden Mehrheit deutscher Plätze. Das Profil dieser Golfer, das die VcG-Mitgliederbefragung 2025 zeichnet, ist aufschlussreich: 30,7 Prozent sind sogenannte lokale Hobbygolfer mit durchschnittlich 14 Runden auf drei verschiedenen Plätzen pro Jahr. Fast 27,5 Prozent spielen noch weniger — gerade einmal vier Runden im Jahr auf zwei Plätzen. Und: Rund zwei Drittel aller gespielten Runden sind 9-Loch-Runden.

Golf wird für eine wachsende Gruppe kein Sport mehr, dem man sich mit Club und Identität verschreibt, sondern eine Freizeitoption neben vielen anderen — gespielt wenn die Zeit es erlaubt, kurzfristig gebucht, ohne langfristige Verpflichtung.

Der stille Einbruch: Warum eine ganze Generation Golf verlässt

Hinter den positiven Gesamtzahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die weit weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sie verdient: In den Altersgruppen zwischen 41 und 55 Jahren verliert der deutsche Golfsport massiv Spieler.

Die 51- bis 55-Jährigen haben sich von 2020 bis 2025 um 36,3 Prozent reduziert — das bedeutet über 21.000 Golfer weniger in dieser Altersgruppe allein. Die 41- bis 50-Jährigen schrumpften um 14,4 Prozent, ein Verlust von mehr als 10.000 Spielern. Zusammen ergibt das einen Schwund von über 32.000 Golfern — mehr als das gesamte Nettowachstum des Verbandes in einem Jahrzehnt.

Die Folgewirkung ist gravierend: Genau diese Altersgruppe bildet traditionell das familiäre Umfeld golfspielender Kinder. Wer mit 45 aufhört, bringt seinen Kindern Golf womöglich nie bei. Dass die Kinderzahlen parallel rückläufig sind — 2024 waren es nur noch 42.247 Kinder und Jugendliche, ein Minus von 1,5 Prozent — ist vermutlich kein Zufall.

Mehr Golfer, weniger Plätze: Die strukturelle Klemme des deutschen Golfmarktes

Die Zahl der Golfanlagen in Deutschland sinkt weiter. 2025 zählte der DGV 721 Anlagen — fünf weniger als im Vorjahr, und kumuliert sieben weniger als vor zehn Jahren. Der Golfreport 2026 kommt zu einem klaren Befund: In neue Golfanlagen an zusätzlichen Standorten wird derzeit kaum investiert. Das traditionelle Marktsegment hat nach Einschätzung der Autoren sein Wachstumslimit erreicht.

Gleichzeitig zeigen die Betriebszahlen, dass viele Anlagen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen. Arbeitskosten, Energiepreise, Treibstoffe und Verbrauchsmaterialien sind seit Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Zahlreiche Golfanlagen wurden in den 1990er Jahren errichtet, ihre Infrastruktur ist technisch veraltet und erneuerungsbedürftig — Beregnungssysteme, Wege, Maschinenparks. Doch wer knapp wirtschaftet, schiebt notwendige Investitionen auf und riskiert damit einen schleichenden Qualitätsverlust, der langfristig Mitglieder kostet.

Immerhin: Drei Viertel der befragten Anlagen zeigen sich mit ihrer Geschäftsentwicklung 2025 zufrieden oder sehr zufrieden, und 94 Prozent bewerten ihre wirtschaftliche Gesamtlage als gut oder befriedigend. Das Bild ist also heterogen — es gibt Gewinner und Verlierer, und der Abstand zwischen beiden wird tendenziell größer.

Golf 2035: Die drei Zukunftsthemen, die heute entschieden werden

Der Golfreport 2026 stellt die Frage, wie Golf in Deutschland im Jahr 2035 aussehen wird. Drei Themenfelder werden dabei als entscheidend benannt.

Nachhaltigkeit: Wasser als Schlüsselfaktor

Wasser ist nach Einschätzung internationaler Experten der wichtigste limitierende Faktor für den Golfsport in den kommenden Jahrzehnten. Deutschland gilt derzeit als vergleichsweise gut versorgt — doch die Einführung von Wassergebühren in fast allen Bundesländern, die zunehmende Reduzierung bewilligter Entnahmemengen und die wachsende Zahl trockener Sommer deuten auf eine Zeitenwende hin.

Problematisch ist dabei, dass die deutsche Golfbranche bislang nicht einmal über einen belastbaren Datensatz verfügt, der den durchschnittlichen Wasserverbrauch von Golfanlagen dokumentiert. Ein einziger regionaler Verband — der Bayerische Golfverband — hat erste eigene Erhebungen durchgeführt. Eine einheitliche Nachhaltigkeitsstrategie des DGV ist seit 2024 in Entwicklung, aber noch nicht veröffentlicht.

Künstliche Intelligenz im Golfmanagement

KI-gestützte Tools für Content-Produktion, Mitgliederkommunikation, Greenfee-Steuerung und Platzpflege sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Im Management von Golfclubs und -anlagen nimmt ihr Einsatz spürbar zu — von SEO-Assistenten über automatisierte Newsletter bis hin zu Sensor-gestütztem Bewässerungsmanagement. Wer heute die Datenbasis und Prozesse nicht vorbereitet, wird morgen den Anschluss verpassen. Die zentrale Erkenntnis aus dem Report: Führungskräfte stehen nicht mehr vor der Frage, ob KI integriert werden soll, sondern wie.

Die Driving Range als strategisches Profit-Center

International zeigen Konzepte wie Topgolf, wohin die Reise geht: Ein durchschnittlicher Standort generiert zwischen 15 und 25 Millionen US-Dollar Jahresumsatz — davon kommen nur rund 30 Prozent aus dem eigentlichen Ballverkauf, der Rest aus Gastronomie, Firmen-Events und Sponsoring. In den Niederlanden konnte ein Radar-Tracking-System an Partneranlagen die Umsätze im Schnitt um 220 Prozent steigern.

In Deutschland ist dieses Potenzial noch weitgehend ungehoben. TrackMan Range ist auf 36 deutschen Anlagen im Einsatz, TopTracer auf 10. Wer die Driving Range heute noch als Trainingsnebenanlage betrachtet, lässt erhebliche wirtschaftliche Chancen ungenutzt.

Fazit: Ein Sport zwischen Rekordzahl und Scheideweg

Golf in Deutschland erlebt numerisch seinen besten Moment. Die Rekordzahl von 695.617 organisierten Golferinnen und Golfern ist real, und das Wachstum unter jungen Erwachsenen gibt echten Anlass zur Zuversicht. Doch wer die Zahlen tiefer liest, erkennt: Der Markt verändert sich grundlegend.

Das klassische Clubgolf stagniert. Die VcG und flexible Mitgliedschaftsmodelle wachsen, weil sie besser zu einer Gesellschaft passen, die Freizeit kurzfristiger plant und Bindungen flexibler eingeht. Eine ganze mittlere Altersgruppe verlässt den Sport — mit Folgen für den Nachwuchs, die sich noch nicht in den Gesamtzahlen widerspiegeln. Und die Infrastruktur — weniger Plätze, älter werdende Anlagen, steigender Kostendruck — lässt wenig Spielraum für Selbstzufriedenheit.

Die Frage, die der Golfreport 2026 stellt, ist deshalb die richtige: Welche Entscheidungen werden heute getroffen, damit Golf in Deutschland 2035 nicht nur mehr Golfer zählt, sondern einen strukturell gesunden, wirtschaftlich stabilen und gesellschaftlich sichtbaren Markt vorweisen kann?

Die Antwort liegt nicht in den Zahlen allein. Sie liegt in dem, was Clubs, Verbände, Betreiber — und letztlich jeder einzelne Golfer — daraus machen

Podcast zum Thema

Hört euch den Golf-Podcast zum thema an und diskutiert mit mir über die Zahlen und die Entwicklung.


Noch nie spielten so viele Menschen in Deutschland organisiert Golf wie heute: 695.617 registrierte Golferinnen und Golfer meldet der Deutsche Golfverband (DGV) zum Stichtag 30. September 2025, ein Allzeithoch in 115 Jahren Verbandsgeschichte. Doch der Golf-Report 2026 der Sommerfeld AG zeigt, dass hinter der Rekordzahl ein Markt im Strukturwandel steckt. Junge Erwachsene strömen in den Sport, während eine ganze mittlere Altersgruppe Golf leise verlässt. Flexible Mitgliedschaftsmodelle boomen, der klassische Golfclub stagniert, und die Zahl der Golfanlagen sinkt weiter. Der deutsche Golfsport steht damit an einem Scheideweg: Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, bestimmen, wie Golf in Deutschland im Jahr 2035 aussehen wird. In einer Sonderfolge des NextFairway Podcasts habe ich den Report im Detail analysiert. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Rekordzahlen beim DGV: Warum das Allzeithoch nur die halbe Wahrheit ist

Auf den ersten Blick könnte die Botschaft kaum besser sein. Mit einem Wachstum von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht der organisierte Golfsport in Deutschland einen historischen Höchststand. Über zehn Jahre betrachtet ist der DGV um rund 52.000 Mitglieder gewachsen, ein Plus von 8,2 Prozent.

Doch die Einordnung relativiert das Bild. Im Deutschen Olympischen Sportbund belegt der DGV lediglich Rang 8 unter allen Sportverbänden. Allein der Deutsche Fußballverband gewann im Jahr 2024 mehr als 833.000 neue Mitglieder, also mehr in einem einzigen Jahr, als der DGV insgesamt an Mitgliedern zählt. Der Anteil des organisierten Golfsports an allen DOSB-Mitgliedschaften liegt bei gerade einmal 0,8 Prozent. Der Golf-Report 2026 formuliert es nüchtern: Das zeigt den Weg, der noch vor dem Sport liegt, wenn er mehr gesellschaftliche Sichtbarkeit gewinnen möchte.

Junge Golfer im Aufwind: Golf wird zum Lifestyle-Sport

Die auffälligste Bewegung im deutschen Golfmarkt 2025 findet in der Altersgruppe der 19- bis 40-Jährigen statt. Die 21- bis 26-Jährigen legten zwischen 2020 und 2025 um 32,3 Prozent zu, die 27- bis 35-Jährigen um 30 Prozent. Das sind keine marginalen Verschiebungen, sondern strukturelle Signale: Golf wird zunehmend als moderner Freizeit- und Lebensstilsport wahrgenommen.

Begünstigt wird dieser Trend durch flexiblere Mitgliedschaftsmodelle, günstigere Jungtarife, zielgruppengerechte Einstiegsangebote und eine deutlich gewachsene digitale Sichtbarkeit. Auf Instagram, TikTok und YouTube ist die Golf-Community so lebendig wie nie. Golf wird nicht länger ausschließlich als Eltern- oder Rentnersport gesehen, sondern als hippes Event, über das berichtet, gefilmt und diskutiert wird.

VCG und flexible Mitgliedschaften: Der neue Golfertypus

Exemplarisch für den Wandel steht die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VCG). Sie repräsentiert einen Golfertypus, der keine feste Anlage sucht, sondern Flexibilität und einen geringen Kosteneinstieg. Beiträge ab knapp 17 Euro im Monat ermöglichen es Greenfee-Spielern, auf der überwältigenden Mehrheit deutscher Plätze zu spielen.

Die VCG-Mitgliederbefragung 2025 zeichnet ein klares Profil: 30,7 Prozent sind lokale Hobby-Golfer mit durchschnittlich 14 Runden auf drei verschiedenen Plätzen pro Jahr. Fast 27,5 Prozent spielen sogar nur rund vier Runden im Jahr. Und zwei Drittel aller gespielten Runden sind 9-Loch-Runden. Wer im Job steht und Familie hat, für den ist die klassische 18-Loch-Runde eher die Ausnahme. Golf wird für eine wachsende Gruppe zur kurzfristig planbaren Freizeitoption, nicht mehr zur langfristigen Bindung.

Der stille Einbruch: Warum die Altersgruppe 41 bis 55 den Golfsport verlässt

Hinter den positiven Gesamtzahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die weit weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sie verdient. In den Altersgruppen zwischen 41 und 55 Jahren verliert der deutsche Golfsport massiv Spieler. Die 51- bis 55-Jährigen haben sich von 2020 bis 2025 um 36,3 Prozent reduziert, das sind über 21.000 Golfer weniger in nur fünf Jahren. Die 41- bis 50-Jährigen schrumpften um 14,4 Prozent, ein Verlust von mehr als 10.000 Spielern. Zusammen ergibt das einen Schwund von über 32.000 Golfern.

Die Folgewirkung ist gravierend. Genau diese Altersgruppe bildet traditionell das familiäre Umfeld golfspielender Kinder. Wer mit 45 aufhört, bringt seinen Kindern Golf nicht mehr bei und fördert den Nachwuchs nicht mehr. Diese Effekte spiegeln sich noch nicht in den Gesamtzahlen wider, sie werden erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

Weniger Golfplätze trotz mehr Golfern: Die strukturelle Klemme

Während die Mitgliederzahlen steigen, sinkt die Zahl der Golfanlagen in Deutschland weiter. 2025 zählte der DGV 721 Anlagen, fünf weniger als im Vorjahr und kumuliert sieben weniger als vor zehn Jahren. Der Befund des Golf-Reports ist eindeutig: In neue Golfanlagen an zusätzlichen Standorten wird derzeit kaum investiert. Das traditionelle Marktsegment hat sein Wachstumslimit erreicht.

Gleichzeitig stehen viele Anlagen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Arbeitskosten, Energiepreise, Treibstoffe und Verbrauchsmaterialien sind seit Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Zahlreiche Golfanlagen stammen aus den 90er Jahren, ihre Infrastruktur ist zum Teil technisch veraltet: Beregnungssysteme, Wege und Maschinenparks sind erneuerungsbedürftig. Doch wer knapp wirtschaftet, kann nicht ausreichend investieren.

Immerhin: Drei Viertel der befragten Anlagen zeigen sich mit ihrer Geschäftsentwicklung 2025 zufrieden oder sehr zufrieden, 94 Prozent bewerten ihre wirtschaftliche Gesamtlage als gut oder befriedigend. Das Bild ist heterogen, es gibt Gewinner und Verlierer. Der Abstand zwischen beiden wird allerdings tendenziell größer.

Die drei Zukunftsthemen des Golf-Reports 2026

Der Golf-Report 2026 stellt die entscheidende Frage: Wie sieht Golf in Deutschland im Jahr 2035 aus und welche Entscheidungen müssen heute getroffen werden? Drei Themenfelder benennt der Report als entscheidend.

Nachhaltigkeit: Wasser als limitierender Faktor

Wasser ist nach Einschätzung internationaler Experten der wichtigste limitierende Faktor für den Golfsport in den kommenden Jahrzehnten. In Deutschland sieht die Versorgungslage vergleichsweise gut aus. Doch die Einführung von Wassergebühren in fast allen Bundesländern, die zunehmende Reduzierung bewilligter Entnahmemengen und die wachsende Zahl trockener Sommer deuten auf eine Zeitenwende hin. Wenn schon das Befüllen privater Pools in heißen Sommern zur Diskussion steht, stellt sich die Frage, wie die Bewässerung von Golfanlagen künftig funktionieren soll.

Künstliche Intelligenz im Golfmanagement

KI-gestützte Tools für Content-Produktion, Mitgliederkommunikation, Greenfee-Steuerung und Platzpflege sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Vom SEO-Assistenten für die digitale Sichtbarkeit über automatisierte Newsletter bis hin zum sensorgestützten Bewässerungsmanagement reichen die Möglichkeiten. Führungskräfte in Golfclubs stehen nicht mehr vor der Frage, ob KI integriert werden sollte, sondern wie und wann. Wer Datenbasis und Prozesse nicht vorbereitet, wird in Zukunft ein erhebliches Problem bekommen.

Die Driving Range als strategisches Profit Center

International zeigen Konzepte wie Topgolf, wohin die Reise gehen kann. Ein durchschnittlicher Standort generiert zwischen 15 und 25 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, davon stammen nur 30 Prozent aus dem eigentlichen Ballverkauf, der Rest aus Gastronomie, Firmenevents und Sponsoring. In den Niederlanden konnte ein Radartracking-System an Partneranlagen die Umsätze im Schnitt um 200 Prozent steigern. In Deutschland ist dieses Potenzial weitgehend ungehoben: TrackMan Range ist auf gerade einmal 36 von über 700 deutschen Anlagen im Einsatz. Wer die Driving Range heute noch als Trainingsnebenfläche betrachtet, lässt erhebliche wirtschaftliche Chancen ungenutzt.

Fazit: Der deutsche Golfsport braucht jetzt die richtigen Entscheidungen

Golf in Deutschland erlebt numerisch den besten Moment seiner Geschichte. Die Rekordzahl von 695.617 organisierten Golferinnen und Golfern ist real, und das Wachstum unter jungen Erwachsenen gibt echten Anlass zur Zuversicht. Doch wer die Zahlen tiefer liest, erkennt einen Markt im grundlegenden Wandel: Der klassische Golfclub stagniert, flexible Modelle wachsen, eine ganze mittlere Altersgruppe verlässt den Sport mit Folgen für den Nachwuchs, und die Infrastruktur lässt mit weniger Plätzen, alternden Anlagen und steigendem Kostendruck wenig Spielraum für Selbstzufriedenheit.

Die zentrale Frage lautet: Welche Entscheidungen müssen heute getroffen werden, damit Golf in Deutschland 2035 nicht nur mehr Zahlen erzählt, sondern einen strukturell gesunden, wirtschaftlich stabilen und gesellschaftlich sichtbaren Markt vorweisen kann? Die Antwort ist nicht trivial. Aber die Golf-Community lebt, sie wächst auf Social Media und YouTube, und genau hier liegt die Chance: mehr Bewusstsein schaffen, zusammenrücken und den Wandel aktiv gestalten.

Die komplette Analyse mit allen Zahlen und meiner persönlichen Einordnung gibt es in der aktuellen Sonderfolge des NextFairway Podcasts, überall dort, wo es Podcasts gibt, sowie auf YouTube.

Über 15 Jahre Profihandball, ausverkaufte Hallen, Abstiegskampf in der letzten Sekunde – Konstantin Madert kennt Druck wie kaum ein anderer. Doch dann stellt er sich mit drei Zuschauern im Rücken an die T-Box und erlebt eine Nervosität, die er aus keiner Halle der Welt kennt.

In dieser Podcast-Episode erzählt der Handballtorwart und Golf-Content-Creator, wie er zum Golf kam, warum seine mentalen Tools aus dem Profisport auf dem Platz plötzlich versagen und wie er mit erstaunlich strukturiertem Training in Richtung Single-Handicap marschiert. Dazu spricht er über seine große Mission: zu zeigen, wie cool Golf wirklich ist. Eine Episode über Druck, Demut und die Lust am Spiel – die garantiert Lust macht, selbst die Schläger zu packen.

Wie ein Handballprofi den Golfsport für sich entdeckte

Konstantin Madert, von vielen nur Kosta genannt, steht seit seinem 13. Lebensjahr im Handballtor. 24 Jahre Profisport, sechs bis sieben Trainingseinheiten pro Woche, heute spielt der 37-Jährige in der dritten Liga in der Nähe von Oldenburg. Dass ausgerechnet er beim Golf landet, verdankt er zwei Menschen: seinem Trainer Daniel Kubasch, einem passionierten Golfer mit Single-Handicap, der regelmäßig mit Titleist-Cap zum Training erschien – und seiner Mutter, die ihm einen Platzreife-Gutschein schenkte. 2020 löste Kosta diesen in Bad Griesbach ein, absolvierte eine Intensiv-Platzreife mit Eins-zu-eins-Training und war sofort infiziert.

Was ihn am Golf packte, ist ausgerechnet das, was seinem bisherigen Sportlerleben komplett widerspricht: die Ruhe, das Für-sich-Sein, die volle Eigenverantwortung. Im Handball lässt sich eine Niederlage auf das Team, den Gegner oder die Umstände schieben. Beim Golf gibt es diese Ausrede nicht. Nur du, dein Kopf und dein Schläger – so bringt es Kosta im Gespräch auf den Punkt.

Druck auf der T-Box: Warum 5.000 Zuschauer leichter sind als drei

Einer der spannendsten Momente der Episode ist Kostas Vergleich der Drucksituationen. Vor 5.000 Zuschauern in der Halle zu stehen, ausgepfiffen zu werden, in der letzten Sekunde die Klasse zu halten – all das kann er abrufen, das Programm läuft automatisch ab. Doch sobald drei Leute hinter ihm an der T-Box stehen, ist alles anders. Golf erzeugt für ihn eine Druckvariation, die er in seiner gesamten Profikarriere so nicht erlebt hat.

Das Verrückte daran: Kosta kennt sämtliche mentalen Werkzeuge aus dem Leistungssport. Boxatmung, Affirmationen, Framing – im Handball gehören sie zu seinem Alltag. Auf dem Golfplatz aber findet er die Momente nicht, in denen er sie einsetzen könnte. Erst Gespräche mit Mental-Coach Luisa und Tipps von Spielpartnern öffneten ihm die Augen: Der Weg vom Grün der Eins zum Abschlag der Zwei kann der richtige Ort für eine Affirmation sein, das Verlassen der T-Box ein bewusster Schnitt, der den Stress hinter sich lässt. Eine wertvolle Erkenntnis für jeden Golfer, der die Diskrepanz zwischen Driving Range und Platz kennt.

Golftraining mit System: Drei Coaches und ein klarer Plan

Wer glaubt, ein Profisportler spiele einfach drauflos, irrt gewaltig. Kosta trainiert sein Golfspiel mit derselben Arbeitsethik, die ihn durch zwei Jahrzehnte Profihandball getragen hat. Drei Trainer begleiten ihn dabei: Markus Bruns für das kurze Spiel, Noah Knob für das Putten und Kimberly Sommer für den gesamten Rest. In einem Notizbuch hält er fest, an welchen Baustellen er arbeiten muss.

Sein Training folgt einem klaren Muster: Beim Putten arbeitet er drei bis fünf Übungen in kompakten 20 bis 25 Minuten ab, beim Chippen spielt er nach kurzer Aufwärmphase gezielt Fünferpäckchen auf konkrete Ziele und bewertet jeden Ball direkt. Bei den langen Schlägen kombiniert er Technikarbeit am Takeaway mit Anwendungstraining: Ein Radar misst seine Schläge, zufällig ausgeworfene Distanzen muss er mit maximal drei Bällen anspielen. Dieses bewusste, zielorientierte Üben unterscheidet ihn von vielen Amateuren, die auf der Driving Range einfach nur Bälle schlagen – und erklärt seine bemerkenswerte Handicap-Entwicklung.

Die Handicap-Journey in Richtung Single-Handicap

Kostas Weg begann mit der Platzreife und einem Handicap von 51. Lange Zeit stagnierte er bei 30, auch weil ihm frühe Turniererfahrungen die Lust nahmen – ein älterer Mitspieler, der ihm über 18 Löcher ungefragt den Golfsport erklärte, wirkt bis heute nach. Doch zuletzt nahm die Entwicklung Fahrt auf: Mit Handicap 21 startete er ins vergangene Jahr, mit 14 ging er heraus. Sein realistisches Spielniveau schätzt er inzwischen zwischen 8,5 und 10 ein. In diesem Jahr will er gezielt Turniere angreifen – das Single-Handicap ist das erklärte Ziel.

Wie groß der Abstand zur Weltspitze dennoch bleibt, erlebte er bei einer Runde mit Tour-Profi Anton Albers auf dem noch unfertigen Platz Green Eagle West: kein Birdiebook, keine Yardages – und ein Profi, der trotzdem auf fünf Meter genau sagen kann, wohin er spielt. Eine andere Sportart, wie Kosta es nennt.

Mission Golf-Content: Zeigen, wie cool dieser Sport ist

Parallel zur eigenen Golf-Journey hat sich Kosta eine zweite Karriere aufgebaut: als Golf-Content-Creator. Was mit einem einzelnen Post vom Golfplatz begann, ist heute ein hundertprozentiger Golf-Account – und mittlerweile ein relevantes Stück seines Einkommens. Seine Mission formuliert er dabei klar: zeigen, wie cool Golf wirklich ist. Die Wurzeln des Sports, Etikette und Tradition dürfen bleiben. Aber das verstaubte Korsett drumherum möchte er aufbrechen.

Konkret stört ihn vieles, was gerade Einsteigern das Leben schwer macht: die Platzreife als kostenpflichtige Prüfung, Dresscode-Diskussionen auf der Driving Range, Greenfee-Aufschläge für VCG-Spieler. Sein Appell an die Golfwelt: offener werden, Anfängern mit Verständnis statt Belehrung begegnen – denn alle haben einmal angefangen. Mit einer Videoreihe in Kooperation mit der VCG will er zudem deutsche Golfplätze modern und nahbar präsentieren. Und auch unternehmerisch ist er aktiv: Mit dem 18 Under Golf Club vertreibt er hochwertig designte Pitchgabeln und Ballmarker. Dass sein Putter pink ist – seine Tochter durfte die Farbe aussuchen – passt da nur ins Bild: Golf darf Spaß machen, Provokation inklusive.

Fazit: Eine Episode über Druck, Struktur und Spielfreude

Das Gespräch mit Konstantin Madert zeigt eindrucksvoll, dass es nicht den einen Weg zum guten Handicap gibt – aber dass Struktur, Demut und Spielfreude eine ziemlich gute Kombination sind. Ein Profisportler, der beim Golf noch einmal bei null anfängt, mentale Gewissheiten über Bord werfen muss und gerade daraus seine Faszination zieht: Das macht diese Episode für Golfer aller Spielstärken hörenswert. Sein wichtigster Rat an alle Anfänger bringt es am Ende auf den Punkt: Alle haben einmal angefangen, niemandem muss etwas peinlich sein – habt einfach Spaß, denn Golf macht Spaß. Die komplette Episode mit Konstantin Madert gibt es jetzt überall, wo es Podcasts gibt. Reinhören lohnt sich.

Du trainierst regelmäßig. Dein Schwung wird stabiler. Und trotzdem fühlt sich das Spiel irgendwie nicht rund an. Die Bälle streuen mehr, als sie sollten, das Eisen landet nicht da, wo du es hinschickst, und auf dem Grün läuft es auch nicht so, wie du es dir vorstellst. Was viele in dieser Situation als Technikproblem abhaken, hat oft einen anderen Grund: das Equipment passt schlicht nicht zum Schwung.

Genau darum geht es in dieser NextFairway-Episode. Maxi Pahn, Golflehrer, PGA Professional und Gründer des Golf Performance Instituts in Berlin, erklärt, was modernes Golf-Fitting heute leisten kann – und warum der Mythos „erst besser werden, dann fitten” so hartnäckig wie falsch ist. Ich selbst war nach zwölf Jahren Golfpause direkt in diese Frage reingestolpert: Wann ist der richtige Moment, sich die eigene Ausrüstung wirklich genau anschauen zu lassen?

„Erst besser werden, dann fitten” – stimmt das wirklich?

Es ist wohl der verbreitetste Irrglaube im Golfsport: Erst wenn der Schwung sitzt, lohnt sich ein Fitting. Bis dahin reicht das Anfängerset vom Freund oder ein günstiger Gebrauchtsatz aus dem Netz.

Maxi sieht das differenzierter. Natürlich macht es Sinn, dass Neueinsteiger zunächst ein Gefühl für den Sport entwickeln, bevor sie viel Geld in Equipment investieren. Aber schon früh kann ein falsch proportionierter Schläger Probleme verursachen, die weit über Unbequemlichkeit hinausgehen. Wenn ein Jugendspieler mit einem Satz antritt, der viel zu schwer für seine Körperkraft ist, gewöhnt er sich nicht nur einen schlechten Schwung an – er riskiert auch Verletzungen. Dasselbe gilt umgekehrt: Wer als kräftiger Spieler mit einem viel zu weichen Schaft unterwegs ist, bekommt vom Schläger nicht das Feedback, das er für einen kontrollierten Schwung braucht.

Ein erstes Fitting muss also kein Luxus für Low-Handicapper sein. Es geht vielmehr darum, frühzeitig zu schauen, was du schon im Bag hast – und ob es überhaupt zu dir passt.

Was modernes Fitting heute wirklich messen kann

Vor fünfzehn Jahren bedeutete ein Fitting oft: Ein Gerät misst deine Schwunggeschwindigkeit, und daraus leitet jemand eine grobe Empfehlung ab. Das war es. Maxi beschreibt, wie weit sich die Technologie seitdem entwickelt hat.

Im Golf Performance Institut arbeiten sie mit Foresight-Technologie – Hochgeschwindigkeitskameras, die im Bruchteil einer Sekunde tausende von Bildern aufnehmen und dabei nicht nur die Schwunggeschwindigkeit erfassen, sondern ein vollständiges Bild deines Schlags zeichnen: den Eintreffwinkel des Schlägers am Ball, die Flugrichtung, den Abflugwinkel, die Sprate, die Ballhöhe und den Landewinkel. Diese Daten zusammen ergeben erst das vollständige Bild.

Wer draußen mit Trackman arbeitet, erhält über Radartechnologie vergleichbare Werte – allerdings abhängig von Einstellungen und Ballqualität. Ein Rangeball ist nie mit einem Tourball vergleichbar, und auch 25 Grad Sonne ohne Wind lassen sich in Deutschland nicht immer bestellen. Für das Fitting selbst bevorzugt Maxi daher Laborbedingungen: drinnen, mit Tourball, unter kontrollierten Umständen – damit die Daten, die rauskommen, auch wirklich verlässlich sind.

Länge ist das falsche Ziel – worauf es beim Eisen-Fitting wirklich ankommt

Hier räumt Maxi mit einem weiteren Missverständnis auf. Wer sein Eisen fitten lässt und dabei vor allem auf Länge optimiert, hat das Ziel verfehlt. Denn was nützt dir ein Eisen, das 140 Meter fliegt, wenn der Ball auf dem Grün nicht liegenbleibt?

Der entscheidende Faktor bei Annäherungsschlägen ist die Kombination aus Flughöhe, Landewinkel und Spin. Nur wenn diese drei Werte stimmen, bleibt der Ball in der Landezone – statt über das Grün zu springen und einen Schlag zu kosten statt zu retten. Maxi vergleicht das mit der Arbeit eines Formel-1-Mechanikers: Es geht darum, an jeder kleinen Schraube des Boliden zu drehen, damit die Gesamtperformance stimmt. Nicht nur einer einzigen.

Beim Fitting werden deshalb Schlägerkopf, Schaft und Griff immer als Einheit betrachtet. Welcher Loft, welches Gewicht, welche Flexibilität, welches Schwunggewicht – all das beeinflusst, wie ein Ball landet. Und genau diese Kombination ist für jeden Spieler eine andere.

Wer schlechter trifft, braucht kein schlechteres Fitting

Eine berechtigte Frage, die ich Maxi gestellt habe: Ist es nicht extrem schwer, bei einem unregelmäßigen Schwung überhaupt verlässliche Daten zu bekommen? Wer mal links, mal rechts, mal dünn trifft – wie soll daraus eine sinnvolle Empfehlung entstehen?

Maxi gibt zu: Es dauert länger. Aber das Team pickt sich die Rosinen heraus – die Schläge, bei denen Kontakt und Ballflug gut waren, und leitet daraus Tendenzen ab. Und wer an einem schlechten Tag ins Studio kommt, ist eingeladen, kostenfrei wiederzukommen. Das Ziel ist immer, die Daten zu finden, die dem echten Spiel des Golfers am nächsten kommen – nicht die eines einmaligen Ausreißers.

Hinzu kommt, dass im Fitting immer ein PGA Professional dabei ist, der auch technisch eingreifen kann. Fitting bedeutet beim Golf Performance Institut nicht, jemandem drei Schläger in die Hand zu geben und zu warten. Es bedeutet, gemeinsam herauszufinden, was möglich ist – und wo das Equipment dabei helfen kann.

Hölzer und Hybrids: Wo die Technologie wirklich Sprünge gemacht hat

Bei Eisen sind die Unterschiede zwischen altem und neuem Equipment überschaubar, wenn man gut trifft. Bei Hölzern und Hybrids sieht das anders aus. Hier haben die Hersteller in den letzten Jahren massiv investiert – in Karbon-Technologie, Nanofasern in der Schlagfläche und optimierte Massenverteilung im Kopf.

Das Ziel: das sogenannte Moment of Inertia (MOI) zu erhöhen, also die Widerstandsfähigkeit des Schlägers gegen Verdrehung beim Treffer. Wer den Ball nicht genau im Sweetspot trifft – und das sind die meisten Amateurgolfer – bekommt mit modernem Material trotzdem noch ein deutlich besseres Ergebnis als mit älterem. Der Totalausfall wird seltener, die Streuung kleiner.

Maxi gibt aber auch hier eine nüchterne Einschätzung: Wer technisch keine Grundlage mitbringt, wird auch durch den teuersten Schläger keinen Quantensprung erleben. Das Equipment kann nur das Potenzial heben, das schon da ist.

Das Putter-Fitting: der unterschätzte Gamechanger

Dass man Eisen und Driver fitten lassen kann, ist inzwischen bekannt. Dass der Putter mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdient, ist vielen nicht bewusst – obwohl man ihn in jeder Runde öfter in der Hand hält als jeden anderen Schläger.

Beim Putter-Fitting geht es um Wiederholbarkeit. Nicht darum, ob du den Ball immer genau im Sweetspot triffst, sondern darum, ob du ihn immer an der gleichen Stelle triffst. Maxi nennt das Beispiel Tiger Woods: Sein Treffpunkt lag immer leicht an der Spitze – aber mit einer Abweichung von 0,1 Millimetern. Das macht einen exzellenten Putter.

Gemessen wird beim Golf Performance Institut mit der SAM PuttLab Technologie: Schlagflächenkontrolle, Rhythmus, Rückschwung, Durchschwung, Treffpunkt auf der Fläche. Daraus leiten Maxi und sein Team ab, welche Schaftlänge, welches Kopfgewicht, welche Griffdicke und welche Kopfform am besten zu diesem individuellen Putterhythmus passen. Wer zu gebeugt über einem zu kurzen Putter steht, blockiert nicht nur die Bewegung – er lässt den Putterkopf schief ankommen, und der Ball startet links oder rechts am Loch vorbei, bevor der eigentliche Putt überhaupt eine Chance hatte.

Wie oft sollte man ein Fitting machen?

Maxis Empfehlung: einmal pro Jahr. Nicht zwangsläufig, um neues Equipment zu kaufen – sondern um den Status quo zu kennen. Hat sich die Schwunggeschwindigkeit verändert? Sind die Wedge-Grooves noch scharf genug? Hat sich der Schwung technisch so weit entwickelt, dass der Schaft nicht mehr passt?

Bei Wedges ist Verschleiß übrigens ein reales Thema: Profis auf Tour tauschen ihre Wedges zwei bis dreimal im Jahr. Als Amateurgolfer muss man das nicht, aber es lohnt sich, einmal im Jahr nachzumessen, was der Schläger noch leistet – besonders bei nassen Bedingungen, wo die Grooves den Unterschied zwischen Spin und Rutscher ausmachen.

Und wann lohnt sich technologisch neues Equipment? Maxis Faustregel: unter zwei Jahren passiert zu wenig, um einen echten Unterschied zu bemerken. Der spürbare Fortschritt zeigt sich eher nach drei bis fünf Jahren – besonders bei Hölzern und Hybrids.

Golf ist mehr als ein Sport – es ist eine Lebenseinstellung. Und kaum jemand verkörpert das so authentisch wie Christian Pawlak, bekannt auf Instagram als @golferchris2101. Mit über 10.000 Followern ist er einer der bekanntesten deutschen Golf-Influencer, der seine Community nicht mit perfekten Schwüngen begeistert, sondern mit echtem Alltagsgolf, ehrlichen Momenten und einer Portion Selbstironie.

In der neuesten Episode des NextFairway Podcasts nimmt uns der 40-Jährige aus Mönchengladbach mit auf eine Golf-Journey, die vor 26 Jahren in Amerika begann, durch Corona eine unfreiwillige Pause erlebte und heute mit Turnieren, Content-Erstellung und abendlichen Gassirunden auf dem Fairway eine ganz eigene Note hat. Thomas und Christian sprechen über Schlägerfitting, mentale Stärke, Golf-Etikette, Bucket-List-Plätze und die große Mission dahinter: Golf in Deutschland bekannter zu machen. Eine Episode, die zeigt: Man muss kein Profi sein, um die Faszination Golf authentisch und inspirierend zu teilen.

Wer ist Christian Pawlak? Golf-Creator mit über 10.000 Followern

Christian Pawlak ist 40 Jahre alt, spielt seit sechs Jahren Golf und hat sich auf Instagram als @golferchris2101 eine treue Community von über 10.000 Followern aufgebaut. Was ihn von anderen Golf-Accounts unterscheidet? Er zeigt Alltagsgolf so, wie es wirklich ist – inklusive der Momente, in denen der Ball genau dort landet, wo er nicht sollte.

Aufgewachsen in Deutschland, verbrachte er rund 26 Jahre früher einen prägenden Abschnitt seines Lebens in Amerika, wo er Football spielte und ersten Kontakt mit dem Golfsport hatte. Heute ist er in Mönchengladbach zu Hause und Mitglied im Golfpark Renneshof – dem einzigen Linkskurs am Niederrhein.

Wie Christian zum Golf kam: Von Amerika über den Fußball zum Fairway

Die Geschichte, wie Christian zum Golfen kam, beginnt auf einem Fußballfeld in Amerika. Während einer Saisonpause fragte ihn ein Mannschaftskollege, ob er Sonntags mitkomme zum Golfen. Christians erste Reaktion: “Was? Golfen? Ist doch was für alte Leute!” Die Antwort seines Kollegen blieb hängen: “Das, was bei euch Kreisliga C Fußball ist – das ist bei uns Golfen.”

Dieser Vergleich öffnete eine Tür. Christian spielte in Amerika ein paarmal mit, jedoch ohne große Regelmäßigkeit. Die wirklich entscheidende Wende kam erst Jahrzehnte später, kurz vor der Corona-Pandemie. Mit einem “Freilauf” vom Beruf fasste er den Entschluss: Platzreife machen oder gar nicht. Die Wahl fiel eindeutig aus.

Ende 2019 legte er die Platzreife ab – und das Golffieber packte ihn sofort. Bereits zwei Tage nach der Platzreife stand er im ersten Turnier. Das Handicap fiel von 54 auf 45, dann mit dem zweiten Turnier auf 35,5. Eine rasante Entwicklung, die zeigt: Wenn jemand anfängt zu golfen, gibt es kein Halten mehr.

Handicap-Entwicklung: Vom Anfänger zur aktuellen Spielstärke 24,7

Wer die typische Golf-Journey kennt, weiß: Nach den ersten begeisternden Verbesserungen kommt irgendwann die Ernüchterung. Auch Christian macht da keine Ausnahme. Heute steht sein Handicap bei 24,7 – nach einer Phase, in der er schon deutlich besser war.

Den Rückschlag führt er auf ein frühes Saisonturnier zurück, bei dem die Bedingungen alles andere als optimal waren: frisch überifizierte Grüns, eine schwierige Atmosphäre im Flight, zu viele Schläge. Das Ergebnis: das Handicap kletterte wieder nach oben.

Sein klares Ziel für die laufende Saison: mindestens Handicap 15. Und wer Christian kennt, zweifelt nicht daran, dass er es angehen wird – mit Trainerstunden, vielen vorgabewirksamen Turnieren und einer gehörigen Portion Ehrgeiz.

„Ich hab eins der ehrlichsten Handicaps – weil ich so viele Turniere außerhalb spiele, auf Plätzen, die ich vorher noch nie gesehen hab.” – Christian Pawlak

Training und Methodik: Zwei bis drei Mal die Woche auf dem Trainingsareal

Christian bezeichnet sich selbst als Sportlertyp, der “alles kann, aber nichts richtig” – eine typisch ehrliche Selbsteinschätzung, die bei vielen Amateur-Golfern für Schmunzeln sorgt. Seine Anfangsphase war intensiv: zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche auf dem Trainingsareal der Golf City Pulheim, ergänzt durch ein bis zwei Runden auf dem Platz.

Das Trainingsareal in Pulheim begeisterte ihn besonders durch seine Ausstattung: längere Chip-Bereiche, verschiedene Putting-Greens mit unterschiedlichen Ondellierungen und eine Range mit angeschlossenem Bunker – eine der wenigen Anlagen, auf denen man direkt aus dem Bunker auf die Range schlagen kann.

Ein wertvoller Tipp, den er aus dem NextFairway Podcast mitgenommen hat und nun selbst ausprobiert: Nur sieben Bälle schlagen und dann schauen, ob alle gewollt dorthin fliegen. Bewusstes, qualitatives Schlagen statt Quantität. Eine Erkenntnis, die sich im Gespräch mit Thomas als gemeinsame Überzeugung herausstellt: Weniger Schläge, aber dafür mit mehr Fokus – das bringt langfristig mehr.

Golf mit Hund auf dem Fairway: Eine besondere Kombination

Eines der charmantesten Themen der Episode ist Christians Alltag auf dem Golfplatz – gemeinsam mit seinem Hund. Was sich zunächst chaotisch anhört, funktioniert erstaunlich gut. Wenn das Wetter schön ist, geht Christians Partnerin mit, der Hund tobt über den Platz, und Christian spielt nebenbei seine 9 bis 13 Löcher.

Der Schlüssel: Ein Elektro-Trolley mit Fernbedienung, den er vorausschicken kann, während er mit dem Hund beschäftigt ist. Und der Hund selbst? “Ein Rüpel in seinem Revier – aber auf dem Golfplatz benimmt er sich. Das erstaunt mich jedes Mal wieder.”

Natürlich hat Christian das Vorhaben vorab mit seinem Golfclub abgesprochen und achtet auf Leine und Platzpflege. Die familäre Atmosphäre im Golfpark Renneshof macht solche Momente erst möglich – und sie sorgen für Content, der bei seiner Community bestens ankommt.

Golfclub-Wahl: Der Golfpark Renneshof – der einzige Linkskurs am Niederrhein

Bevor Christian seinem heutigen Club beitrat, schaute er sich alle Golfclubs in der Umgebung an und prüfte gezielt: Welche Clubs erlauben Hunde? Die Wahl fiel auf den Golfpark Renneshof in der Nähe von Mönchengladbach – und das aus gutem Grund.

Der Club bietet eine familiäre Atmosphäre, regelmäßige Afterwork-Turniere über neun Löcher mit anschließendem gemeinsamen Essen und Siegerehrung. Genau diese Geselligkeit macht für Christian das Golf-Erlebnis komplett: Nach der Runde zusammensitzen, reden, Leute kennenlernen. Und besonders stolz ist er darauf, dass der Renneshof der einzige Linkskurs am Niederrhein ist – mit allem, was das bedeutet: Wind, offene Fairways, und Bälle, die im Sommer einfach nicht mehr auf dem harten Boden halten.

Schlägerfitting: Warum der unabhängige Fitter der bessere Weg ist

Ein wichtiges Kapitel in Christians Golf-Journey ist das Schlägerfitting. Er begann wie viele Einsteiger mit einem günstigen Gebraucht-Set, das er für rund 300 bis 400 Euro kaufte. Mit der Zeit wurde klar: Die Schläger passen nicht zu ihm.

Sein erstes offizielles Fitting verlief enttäuschend – der Fitter wollte vor allem verkaufen und griff direkt zum teuersten Modell. Die Daten überzeugten Christian nicht. Sein Rat aus eigener Erfahrung: Lieber zu einem unabhängigen Fitter gehen, der keine eigenen Verkaufsinteressen hat, der verschiedene Schläger ausprobiert und am Ende die Werte auf den Weg gibt – ohne Verkaufsdruck.

Mentale Stärke auf dem Platz: Fokus aus Tennis und Tischtennis

Golf ist auch ein mentales Spiel. Wie geht Christian damit um, wenn ein Schlag den anderen Schlechten nach sich zieht? Sein Vorteil: ein starker Fokus-Hintergrund aus anderen Sportarten. Er spielte Tennis und Tischtennis, war sogar bei den US Open in Amerika aktiv. In diesen Sportarten lernte er, sich auch unter Zuschauerblicken und lauter Atmosphäre vollständig auf den Ball zu konzentrieren.

Sein mentales Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll: Nach einem schlechten Schlag sofort loslassen – wer sich daran aufhängt, spielt auch die nächsten Schläge schlecht. Das beobachtet er immer wieder bei Mitspielern und hat es zu seiner eigenen Grundregel gemacht.

Bei einem besonders frustrierenden Turnier – schlechte Stimmung im Flight, Transportschläge die nicht funktionieren – hakt er das Ergebnis intern schon nach Loch 3 ab und wechselt in den Genuss-Modus: mehr Fotos machen, den anderen aufmuntern, den Tag trotzdem schön gestalten. Seine Philosophie dazu: “Ein schlechter Golftag ist immer noch besser als ein guter Tag auf der Arbeit.”

Sein persönlicher Plan B bei Eisenproblemen: halbe Schläge machen. Die Bälle fliegen nicht so weit, aber sie landen dort, wo sie sollen.

Golf-Creator auf Instagram: Alltagsgolf statt Perfektion

Christians Instagram-Account @golferchris2101 ist kein Hochglanz-Golf-Kanal. Und genau das macht ihn so erfolgreich. Er postet den Golf, den die meisten Golfer kennen – inklusive Missgeschicke, die er bewusst drin lässt, weil sie authentisch sind und weil sich die Community damit identifiziert.

Die Anfänge: In der Corona-Zeit machte er aus dem Lockdown Content. Schnell wuchs die Follower-Zahl auf 1.500 bis 2.000, dann weiter. Er wandelte seinen privaten Account, auf dem er Essen und Urlaub gezeigt hatte, in einen dedizierten Golf-Account um. Heute betreibt er:

  • Instagram als Hauptkanal (@golferchris2101)
  • TikTok für eine jüngere Zielgruppe
  • YouTube – noch im Aufbau, bisher vier Shorts veröffentlicht, aber lange Videos sind geplant

Ein zweisprachiger Ansatz – Deutsch und Englisch – macht seinen Content auch für internationale Follower zugänglich, die er aus seiner Zeit in Amerika und durch sein weltweites Netzwerk gewonnen hat.

Thomas’ Tipp an ihn: Ein YouTube-Kanal rund um Golf mit Hund – ein Nischenthema, das noch niemand konsequent bespielt. Christian nimmt es sich zu Herzen.

Golf als soziales Erlebnis: Community und Turniere

Was Christian am Golf besonders liebt, ist die soziale Komponente. Über seine Online-Präsenz wurde er früh von der deutschen Golf-Instagram-Community willkommen geheißen – Leute luden ihn ein, spontan eine Runde zu spielen, quer durch Deutschland. Heute fährt er dafür sogar weiter als er damals für möglich gehalten hätte. In jeden Urlaub kommt das Golfgepäck mit.

Besonders schätzt er Turniere auf fremden Plätzen: Seiner Erfahrung nach spielt er dort, unvorbelastet und ohne eingefahrene Erwartungen, oft besser als auf seinem Heimatplatz. Er bezeichnet sein Handicap stolz als eines der ehrlichsten, weil er so viele Turniere außerhalb spielt.

Dass er selbst bereits 15 Menschen zum Golfsport gebracht hat, macht ihn besonders stolz. Sein Ziel: irgendwann 50 bis 100 Leute durch seinen Content zum Golf inspiriert zu haben.

Lieblingsschläger, Bucket-List und Saisonziele 2025

Der Lieblingsschläger steht für Christian außer Frage: Es ist der Driver – Holz 1. Während viele Trainer Einsteigern raten, den Driver zunächst wegzulassen, hat Christian sich darüber hinweggesetzt. “Egal ob ich hooke, egal ob ich slice – ich nehme den Driver.” Mittlerweile hat er mit dem Schläger eine “gute Ehe” geschlossen: Er schlägt nur noch mit 75 Prozent Kraft an und die Bälle fliegen weiter, konstanter und gerader als vorher.

Die schönsten Plätze auf seiner bisherigen Reise: Ein beeindruckender Golfclub in Memphis (USA) mit Golfkart-Pflicht und einem Kilometer Abstand zwischen Grün und Abschlag – und der Gardagolf am Gardasee in Italien, einer der führenden Kurse des Landes, bei dem sich das höhere Greenfee laut Christian absolut lohnt.

Bucket List 2025:

  • Green Eagle Hamburg – bereits zweimal den Westkurs gespielt, nach den Amundi-Turnieren sogar den Championship-Kurs
  • Sint Bernards in Holland – Schauplatz des Solheim Cup
  • Augusta National – “Wenn ich die goldene Karte bekomme, sitze ich sofort im Flieger.”

Ziele für die Saison:

  • Handicap auf unter 15 bringen
  • Mehr vorgabewirksame Turniere spielen, auch im eigenen Club
  • Content-Frequenz erhöhen: ein bis zwei Videos pro Woche auf Instagram, täglich Storys
  • YouTube-Kanal ernsthaft aufbauen

Sein Rat ans Anfänger-Golf-Ich: Früher anfangen und auf Technik setzen

Die letzte Frage jeder NextFairway-Episode ist eine der stärksten: Was würde dein heutiges Golf-Ich deinem Anfänger-Golf-Ich raten?

Christians Antwort kommt in zwei Teilen:

1. Fang früher an. Mit 34, 35 Jahren begonnen zu haben – das ist, wie er selbst sagt, viel zu spät. Wer die Möglichkeit hat, früher anzufangen, sollte sie nutzen.

2. Kraft ist nicht alles – setz auf Technik. Lange Zeit hat Christian mit voller Kraft gehauen. Viele Bälle flogen zwar weit, aber unkontrolliert. Die Erkenntnis, die sein Spiel verändert hat: Mit 75 Prozent Kraft und kontrolliertem Downswing fliegen die Bälle weiter, gerader und vor allem konstanter. Technik schlägt rohe Kraft – auf dem Golfplatz mehr als irgendwo sonst.

Eine Golf-Journey, die noch lange nicht zu Ende ist

Christian Pawlak steht exemplarisch für das, was NextFairway ausmacht: echte Menschen, echte Geschichten, echte Golf-Journeys. Keine Hochglanzwerbung, kein perfekter Swing, keine leeren Versprechen. Stattdessen: ein 40-Jähriger aus Mönchengladbach, der mit seinem Hund abends Löcher spielt, sich selbst über eigene Missgeschicke amüsiert, bereits 15 Freunde zum Golfen gebracht hat und jeden Tag mit Leidenschaft Content produziert, der Menschen für diesen wunderbaren Sport begeistert.

Seine Journey ist noch lange nicht abgeschlossen. Handicap 15, mehr Turniere, mehr Content, YouTube – der Plan steht. Und wer @golferchris2101 auf Instagram folgt, darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.