40 Prozent aller Schläge einer Golfrunde sind Putts, also solltest du entsprechend viel Putten trainieren. Diese Faustregel stimmt rechnerisch, führt als Trainingsrat aber oft in die falsche Richtung. Denn wer das Grün gar nicht erst regulär erreicht, verliert Schläge, die kein Putt der Welt zurückholt. In diesem Beitrag erfährst du, warum das so ist, wie du auf der Scorecard herausfindest, wo dein Score wirklich verloren geht, und wie ein sinnvolles Training für Putts, Eisen und Wedges aussieht.

Die 40%-Regel beim Golf: rechnerisch richtig, im Training trügerisch

Die Zahl stimmt, die Schlussfolgerung daraus nicht unbedingt. Ein Spieler, der eine 72er-Runde spielt, braucht typischerweise rund 29 bis 31 Putts. Das sind etwa 40 Prozent aller Schläge, und genau deshalb hält sich der Satz seit Jahrzehnten so hartnäckig.

Richtig ist auch: Amateure trainieren das Putten in der Regel zu wenig. Man muss diese Wahrheit aber anders einordnen. Bei Tourspielern sind das lange Spiel und die Annäherung weitaus relevanter, Putts machen nur einen kleinen Anteil aus, auch wenn der Putter am Ende Turniere entscheiden kann. Bei Amateuren ist der Effekt noch deutlicher, weil viel mehr Grüns verfehlt werden. Wer vier statt zehn Grüns trifft, spielt sechs Löcher mit einem Rettungsschlag mehr. Und diesen Schlag holt kein Putt zurück.

Scorecard-Analyse: So findest du heraus, wo dein Score verloren geht

Bevor du dein Training ausrichtest, solltest du wissen, wo deine Schläge tatsächlich verloren gehen. Ein Tipp, den mir mein Pro mitgegeben hat: Vermerke bei jedem Loch auf deiner Scorecard, woran es gelegen hat. Wie viele Schläge bis zum Grün waren zu viel und nicht mehr zu retten? Oder lag es wirklich an zu vielen Putts?

Ich arbeite dabei mit einfachen Kürzeln: D für Driver, E für Eisen, P für Putts. Das kannst du noch weiter differenzieren, etwa nach kurzem und langem Spiel oder nach Wedge und anderen Eisen. Schon die Einteilung in diese drei groben Bereiche zeigt dir aber, woran du als Amateur mit begrenzter Trainingszeit gezielt arbeiten solltest. Denn es ist nicht immer der Putter.

Eine zweite Variante: Notiere auf einer Runde einmal nicht die Anzahl der Putts, sondern aus welcher Entfernung der Schlag kam, der das Grün verfehlt hat. So siehst du, wie oft du in deiner Komfortzone warst und wie oft nicht.

Warum sich der verschobene Putt so viel schlimmer anfühlt

Fehlputts bleiben stärker im Gedächtnis als schwache Eisenschläge, obwohl sie oft weniger kosten. Der verschobene Putt ist der sichtbarste Fehler auf der Runde. Ein Drei-Putt, ein gepullter oder gepushter Putt, das merkst du dir.

Ein mittelmäßiges Eisen aus 140 Metern fühlt sich dagegen harmlos an. Vielleicht ist es getoppt und fliegt 20 Meter kürzer als normal, aber du bist ja noch im Spiel und hast den nächsten Schlag. Ob dir genau diese 20 oder 30 Meter am Ende für ein Par mit zwei Putts gefehlt haben, hinterfragst du selten. Genau diese Wahrnehmungsverzerrung macht die 40%-Regel so verführerisch.

Putten trainieren mit System: Distanzkontrolle vor Richtung

Beim Putten entstehen Drei-Putts in der Regel aus Distanzfehlern, nicht aus Richtungsfehlern. Deshalb lautet einer der wichtigsten Tipps: Statt 20 Putts aus 2 Metern lieber 20 Putts aus 9 Metern üben. Ich sehe in meinem Club ständig, dass viele vor allem kurze Putts trainieren. Sinnvoller ist es, erst die Distanzkontrolle in den Griff zu bekommen und danach die Richtung.

Dazu gehört auch ein anderes Verständnis von einem guten langen Putt. Er muss nicht immer die Chance haben zu fallen. Als Amateur ist die Wahrscheinlichkeit, einen langen Putt zu lochen, ohnehin sehr gering. Ziel ist es, einen Korridor zu erreichen, aus dem der nächste Putt sicher ist. Beim kurzen Putt ist dagegen die Richtung entscheidend.

Das Prinzip „Distanz vor Richtung“ gilt übrigens auch für deine Eisen. Du solltest wissen, wie weit du mit welchem Eisen schlägst, und zwar nicht bei einem von zehn Schlägen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit. Erst dann lohnt es sich, an der Richtung zu justieren.

Bewusstes Wedge-Training statt Bälle kloppen

Auch bei den Wedges geht es um reproduzierbare Längen, nicht um drei Wedges ohne Plan. Ob Gap-Wedge, Sand-Wedge und Lob-Wedge oder nur zwei Wedges plus Pitching-Wedge, je nachdem, was in deinem Bag steckt: Trainiere so, dass du deine Distanzen verlässlich kennst.

Das passt zu einem Thema, das ich mit Patrick Limbecker immer wieder besprochen habe: Es kommt nicht darauf an, auf der Driving Range Bälle en masse zu schlagen, sondern bewusst zu trainieren. Reflektiere, was falsch war, wie der Schwung aussah und wie er aussehen sollte. Filme dich dabei, beim vollen Schlag genauso wie beim Putten. So erkennst du, ob deine Bewegung bei jedem Putt gleich ist oder ob du beim Ausholen und in der Grundgeschwindigkeit schwankst.

Mein nächster Schritt: Neunlochrunden nur mit Eisen

Um Course Management bewusster zu trainieren, werde ich demnächst eine oder mehrere Neunlochrunden nur mit Eisen spielen. Die Frage dahinter: Wie komme ich zum Beispiel auf einem Par 5 mit 450 Metern zurecht, wenn mein längster Schläger das Eisen 5 ist, das ich bei trockenem Platz um die 160 Meter schlage? Und wie entwickelt sich mein Score im Vergleich zu Runden, auf denen ich mit dem Driver im linken Rough lande und nicht richtig herauskomme?

Gerade für meine ersten Turniere ist das relevant. Bei den beiden Turnieren, die ich bisher mitgespielt habe, einmal im Club und einmal das Einladungsturnier, war eine ganz andere Nervosität im Spiel. Da hilft es, auf die Schläger zurückzugreifen, mit denen ich mich wohler fühle.

Fazit: Trainiere dort, wo du deine Schläge wirklich verlierst

Die 40%-Regel ist rechnerisch korrekt, sagt aber wenig darüber aus, wo du als Amateur deine Schläge verlierst. Wer Grüns verfehlt, verliert Schläge, die der Putter nicht zurückholt. Dein nächster Schritt: Analysiere deine nächste Runde mit den Kürzeln D, E und P, notiere die Entfernungen deiner verfehlten Grüns und richte dein Training danach aus. Und wenn du puttest, dann lieber aus 9 Metern als aus 2.

Podcast ansehen oder anhören

Seit kurzem präsentiere ich in unregelmäßigen Abständen einen Glof Vlog. Ich nehme euch mit in meine Gedankenwelt zum Thema Golf. Was trainiere ich, was läuft gut, woran muss ich arbeiten und was gibt es ansonsten zum Golfsport aus meiner Sicht zu sagen.

In der 2. Ausgabe ging es zunächst um meinen Schwung, der immer noch, nach dem Re-Start Anfang des Jahres recht instabile im Abschwung ist. Es wird besser, aber immer wieder komme ich von außen nd das nervt und benötigt einfach Training. Ein Schwerpunkt in diesem Golf-Vlog war mein Putten. Ich hatte bei mir im Golfclub einen Themenkurs “Putten” gebucht.

Für mich ist der Vlog eine tolle Möglichkeit, um das Training zu reflektieren und mir zu merken, woran ich genau arbeiten muss. Übrigens: Die hier aufgezeigten Grafiken könnt ihr auch hier downloaden.

Meine Learnings zum langen Putten

Ich gebe zu, bis vor kurzem war auch aus langen Distanzen das Ziel, den Ball zu versenken. Mit einem anderen Mindset sieht das Ganze anders aus und ich muss zugeben, ich fühle mich wohler und erfolgreicher.

Beim Putten lohnt es sich, zunächst zwischen kurzen und langen Putts zu unterscheiden. Denn je nach Entfernung verändert sich nicht nur das Ziel, sondern auch der mentale Fokus. Als kurzen Putt betrachten wir Entfernungen bis etwa 2,70 Meter. Hier steht das Loch klar im Mittelpunkt. Der Ball soll gelocht werden. Verfehlt er das Loch, sollte er idealerweise hinter dem Loch und in sicherer Entfernung liegen bleiben – möglichst innerhalb einer Puttergrifflänge, spätestens aber innerhalb einer Putterlänge von etwa einem Meter.

Bei langen Putts ab etwa 2,70 Meter verschiebt sich der Fokus. Statt ausschließlich das Loch anzuvisieren, wird eine größere Zielzone betrachtet: ungefähr eine Putterlänge vor und hinter dem Loch. Das Ziel ist jetzt primär eine gute Längenkontrolle. Der erste Putt soll den Ball so nah ans Loch bringen, dass der zweite Putt möglichst sicher wird. Besonders interessant wird das ab etwa 9 Metern. Ab dieser Distanz steigt das Risiko für einen Drei-Putt deutlich. Deshalb sollten gerade lange Putts regelmäßig trainiert werden. Entscheidend sind beim Putten letztlich zwei Faktoren: Richtung und Länge. Die Richtung wird vor dem Schlag festgelegt. Während der eigentlichen Bewegung sollte der Fokus dann vor allem auf der richtigen Dosierung der Länge liegen.

Merksatz:
Kurzer Putt = lochen. Langer Putt = Distanz kontrollieren.

Und für ein effektives Training gilt: Übe möglichst mit nur einem Ball. So bekommt jeder Putt mehr Bedeutung und das Training ähnelt stärker der Situation auf dem Golfplatz.

Meine Learnings zum kurzen Putten

Was habe ich mir zum kurzen Put gemerkt und was ist wixchtig, für dein Mindset:

Putt-Übung: Mit 8 Tees rund ums Loch zu mehr Sicherheit auf kurzen Putts

Kurze Putts entscheiden oft über Score, Selbstvertrauen und Rhythmus auf dem Grün. Genau hier setzt diese einfache, aber sehr wirkungsvolle Übung an: 8 Tees werden in einem Kreis mit jeweils 3 Fuß Abstand (ca. 0,91 m) rund um das Loch gesteckt. Ziel ist es, jeden Putt nacheinander zu lochen.

So funktioniert die Übung

Du startest an Tee 1 und versuchst, den Putt zu lochen.
Nur wenn der Ball fällt, gehst du weiter zum nächsten Tee. Dann folgt Tee 2, Tee 3 und so weiter, bis du alle 8 Stationen geschafft hast.

Damit entsteht ein klarer Ablauf:

  • 1 Loch als Ziel
  • 8 Tees im Kreis
  • 3 Fuß Abstand pro Tee
  • Jeder gelochte Putt bringt dich zur nächsten Station
  • Kann man auch super zu zweit trainieren, dann muss der eine Spieler den anderen einholen. Denn bei jedem nicht gelochten Put bleibt man an seiner Position

Warum diese Übung so effektiv ist

Die Übung trainiert nicht nur die reine Technik, sondern vor allem das, was auf dem Platz zählt:

  • Sicherheit auf kurzen Putts
  • Eine konstante Routine
  • Mehr Selbstvertrauen am Loch

Durch die verschiedenen Winkel rund um das Loch lernst du, kurze Putts aus jeder Position zu meistern. Gleichzeitig erzeugt das Prinzip „nur weiter bei gelochtem Putt“ einen leichten Druck — und genau dieser Druck macht das Training realistisch.

PDF zum Putten downloaden

Wenn ihr das komplette Script haben wollt, dann solltet ihr euch die folgende PDF‑Datei herunterladen.

Komplettes Video anschauen

Am besten schaut ihr euch das Video direkt komplett an. Bin für jedes Feedback dankbar.

Wer mir schon länger folgt, kennt primär mein Podcast-Format. Doch ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wie ich die Reise auf meinem Youtube-Kanal noch greifbarer gestalten kann – und so ist mein allererster Golf-Vlog entstanden! Keine Sorge: Ich werde mich künftig nicht mit der Kamera über volle 18 Löcher schleppen (den Aufwand überlasse ich gerne anderen). Aber ich möchte euch regelmäßig mitnehmen auf meine ganz persönliche Golf Journey: mit allen Höhen, Tiefen, Mindset-Insights und den täglichen Herausforderungen auf der Range.

Highlight-Runde: Das 51-Meter-Birdie

Wenn die Familie ein paar Tage im Kurzurlaub ist, heißt das für mich: Jede freie Minute gehört, neben meinem Job, dem Golfplatz! Am Wochenende ging es direkt morgens für eine 18-Loch-Runde auf den Platz. Das Spiel lief solide (90 Schläge insgesamt), aber die ersten 9 Löcher hatten es in sich: Loch 8: Ein sauberes Par. Loch 9: Ein absoluter Verrücktheits-Moment, ich habe den Ball aus 51 Metern direkt zum Birdie eingelocht!

Der TrackMan-Mythos geknackt: Mein neues Handicap!

Zurück auf der Range wollte ich mich endlich einem Thema widmen, das mich schon länger gewurmt hat: Meinem TrackMan-Handicap. Das stand seit Ewigkeiten unberührt auf 52. Des Rätsels Lösung: Ich hatte in den Einstellungen immer “Mulligans” aktiviert. Sobald diese Option an ist, wertet die Software die Runden schlichtweg nicht für das Handicap! Nachdem ich die Mulligans deaktiviert und ein paar 9-Loch-Runden absolviert habe, hat sich der Einsatz bezahlt gemacht: Neues TrackMan-Handicap: 25,2!

Video-Analyse & Trainerstunde: “Von außen nach innen”

Ein riesiger Aha-Moment dieser Woche war das Filmen meiner eigenen Schwünge. Gefühlt war mein Schwung absolut planar, auf der Kamera zeigte sich jedoch knallhart: Ich komme immer noch von außen nach innen! Das Schöne am Golfsport ist aber, dass man direkt daran arbeiten kann. In der anschließenden Trainerstunde gab es dafür direkt die passenden Korrektur-Drills:

  • Den Arm deutlich länger am Oberkörper angewinkelt lassen

  • Erst danach die Hüftrotation voll durchziehen

Mit den Eisen hat sich das bereits hervorragend angefühlt; beim Driver ist es noch ein Stück Arbeit. Aber genau das macht die Faszination aus!

Wie gefällt euch das neue Vlog-Format?

Für mich ist dieses Video nicht nur Content, sondern auch ein Tagebuch meiner eigenen Fortschritte. Mich würde eure Meinung brennend interessieren. Gefällt euch die Mischung aus Range-Session, Trainerstunden-Updates und Platz-Eindrücken?

Golf-Vlog jetzt komplett anschauen

Am besten schaut ihr euch den 1. Golf-Vlog direkt an. Lohnt sich und ich freue mich auf euer Feedback in den Kommentaren bei Youtube am besten. Danke

Es gibt Golf-Journeys, die verlaufen in ruhigen Bahnen: Schnupperkurs, Platzreife, ein paar Jahre später vielleicht das erste Turnier. Und dann gibt es André Krieger.

André hat am 1. September 2025 seine Platzreife gemacht. Ein Jahr später hat er 24 handicaprelevante Turniere gespielt, rund 150 Runden über 18 Loch hinter sich, ist Mitglied in zwei Clubs, steht bei Handicap 23,9 – und hat nebenbei sein eigenes Golfturnier mit 72 Teilnehmern und über 10.000 Euro Preiswert auf die Beine gestellt. Vier bis fünf Tage die Woche steht er auf dem Platz. Und einen großen Teil davon streamt er live.

Die meisten kennen ihn unter dem Namen Commander Krieger. Er hatte in den 2010er-Jahren einen der größten Gaming-Kanäle auf YouTube. Dass er heute mit dem Trolley und Funkmikrofon über die Fairways läuft, hat mit einem Arztgespräch zu tun, das er so schnell nicht vergessen wird.

In dieser Episode sprechen wir über seinen Weg zum Golf, über Handicap-Ziele und Fittings, über Trackman im Winter, über Etikette zwischen Tradition und Bremsklotz – und darüber, wie man als Einzelperson ein Turnier organisiert, bei dem der Verlierer eines Putt-Duells in den Bunker muss.

Der Wendepunkt: Schlaganfall mit 45

André hat 2010 mit YouTube angefangen. Damals arbeitete er als Croupier im Casino, kam nachts um drei oder vier nach Hause und suchte einen Weg, runterzukommen. Kollegen zockten Call of Duty auf der PlayStation. Er probierte es, fand Videos, in denen ihm jemand erklärte, wie er besser wird, wurde besser – und wollte irgendwann selbst genau das machen. 2011 kam YouTube auf ihn zu und fragte, ob er damit Geld verdienen möchte. Seitdem macht er das hauptberuflich, nach einem klaren Prinzip: Er macht das, worauf er Lust hat.

Auf Gaming folgten Tauchen und Reisen, dazwischen Wildtierfotografie und Fahrradfahren. Das Tauchen war dabei mehr als ein Thema für den Kanal – er hat Tauchreisen mit seiner Community unternommen und beschreibt es als das, was ihn ausgeglichen hat. Nur: Als Warmwassertaucher musste er dafür reisen. Und mit Corona brach genau das weg.

Was folgte, beschreibt er offen: eine Phase, die ihn in eine Art Depression gebracht hat, viel zuckerhaltige Getränke, deutliche Gewichtszunahme. 2024 dann der Schlaganfall. Bei 2,01 Metern Körpergröße wog er zu diesem Zeitpunkt 170 Kilo. Sein Arzt stellte ihn vor zwei Optionen – die eine hätte bedeutet, dass er sich um seine Rente keine Gedanken mehr machen muss.

Der eigentliche Auslöser war dann nicht die Diagnose, sondern die Reaktion seiner heutigen Verlobten. Sie saß weinend vor ihm und sagte, sie wolle ihn nicht verlieren. Ab da hat er abgenommen.

Wie André zum Golf kam – und beim ersten Versuch wieder umdrehte

An Golf war vorher überhaupt nicht zu denken. Neun oder gar 18 Loch zu laufen, wäre schlicht nicht möglich gewesen – vielleicht zwei Löcher.

Nach der Gewichtsabnahme lud ihn ein Streamer-Kollege zu einem kleinen Golf-Event in Köln ein. Ein bisschen Range, ein bisschen Putting-Grün, dann zwei, drei Löcher auf dem Kurzplatz. Das erste Par 3. Und das war der Moment, der ihn angefixt hat.

Der Weg dorthin war trotzdem nicht geradlinig. Er fuhr zum Golfplatz um die Ecke – in Jeans, obwohl er wusste, dass das verpönt ist. Er sah die Leute dort und dachte: Hier fühle ich mich nicht wohl, hier gehöre ich nicht hin. Am nächsten Tag kam er in Cargohose wieder und meldete sich für die Platzreife an.

Die Vorurteile, die viele vom Golf abhalten

Genau diese Hemmschwelle ist einer der Gründe, warum André heute Golf-Content macht. Er hatte am Anfang exakt die gleichen Vorurteile wie viele andere: Da seien nur Ärzte, Anwälte, Professoren – da habe man als Normalsterblicher nichts zu suchen.

Wer schon tief drin ist im Golfsport, kennt diese Vorurteile kaum noch. Wer draußen steht, hat damit ein riesiges Problem. Dass es anders läuft, hat er ziemlich schnell gemerkt: Nach seinem ersten Golf-Video sprach ihn sein Postbote an, ob er nicht vor Kurzem ein Video von diesem Golfplatz hochgeladen habe. Inzwischen waren die beiden rund 20 Mal zusammen Golf spielen – und sind befreundet.

Andrés Golfalltag: vier bis fünf Tage die Woche auf dem Platz

Auf YouTube sieht man nur einen kleinen Bruchteil davon. Sein Kanal ist in mehrere Formate aufgeteilt: Er ist Mitglied in einem Club im Münsterland, an den über einen Greenfee-Verbund weitere Anlagen angeschlossen sind – diese Plätze möchte er zeigen. Sein Argument: Wer sich einen Platz anschauen will, findet auf den Vereinsseiten wenig, im Glücksfall ein Drohnenvideo. Auf YouTube gibt es die üblichen bekannten Kanäle, aber schlicht zu wenige.

Dazu kommt das Format Turniere. Auch davon gibt es aus seiner Sicht zu wenig auf YouTube – dabei nimmt es Anfängern genau den Druck, wenn sie einmal sehen, wie ein Turniertag tatsächlich abläuft. Und dann natürlich Training, wobei er dort eher zeigt, woran er gerade arbeitet.

Interessant für alle, die ihr eigenes Training hinterfragen: André verbringt deutlich mehr Zeit auf dem Putting- und Pitching-Grün als auf der Range. Von der Matte zu schlagen bringt ihm wenig, weil er sich den Ball dort immer schön hinlegt. Ein Körbchen zum Einschlagen vor dem Turnier, 15 Bälle – das reicht ihm.

Von der Platzreife zu Handicap 23,9 in zwölf Monaten

Den Winter nach der Platzreife hat André in der Halle verbracht, mit Trackman und ohne Trainer, einfach um Runden zu spielen und sich auf die Saison vorzubereiten.

Sein erstes Turnier spielte er Anfang April – ein Neun-Loch-Turnier, bei dem er sich nicht runterspielte und, in seinen Worten, komplett reingeschissen hat. Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen und zog drei, vier Tage später direkt zum nächsten. Dort, über 18 Loch, klappte es: Handicap 30,6.

Danach ging es Schlag auf Schlag. 24 handicaprelevante Turniere in dieser Saison, dazu Scrambles und Vierer. Rund 150 bis 160 Runden über 18 Loch. Am Samstag vor der Aufnahme spielte er sich auf 23,9 runter.

Handicap-Ziele: 15 bis Mitte nächsten Jahres, langfristig Single

Seine Zielsetzung hat er dabei Schritt für Schritt nachgezogen: erst Handicap 36, dann 26,5, jetzt 15 – und zwar bis Mitte des nächsten Jahres. Langfristig soll es Richtung Single-Handicap gehen.

Spannend ist sein Blick auf das eigene Limit. Früher hat er leistungsmäßig Basketball gespielt, dort kannte er seine Grenze sehr schnell. Beim Golf kann er sie überhaupt nicht einschätzen – und genau das ist für ihn der Reiz.

Live vom Golfplatz streamen: Technik und Etikette

André überträgt Runden live auf Twitch, teilweise sogar Turniere, wenn er die Erlaubnis bekommt. Eine Brustgurt-GoPro reicht dafür nicht – die Verbindung würde abbrechen oder die Qualität nicht ausreichen.

Sein Setup ist bewusst minimalistisch: ein iPhone 16, fest am Trolley befestigt, dazu ein mobiler Router mit vier bis fünf SIM-Karten und ein Funkmikrofon. Keine zusätzlichen Kameras, die er aufstellen und wieder einsammeln müsste – das würde ihn aus dem Konzept bringen und die Mitspieler nerven.

Wichtiger als die Technik ist ihm der Umgang damit. Vor jedem Stream spricht er es mit allen im Flight ab. Sagt einer Nein, bleibt die Technik weg – ohne Diskussion. Und es gibt Turniertage, an denen er sich selbst zu hundert Prozent konzentrieren will, weil das Kommentieren für die Community ihn spürbar aus dem Rhythmus bringt. Umgekehrt gibt es Mitspieler, die ausdrücklich darum bitten, weil sie sich hinterher selbst im Stream sehen wollen: Wie schwinge ich eigentlich im Turnier? Wie bereite ich mich auf einen Putt vor?

Warum er auch die schlechten Runden zeigt

Authentizität ist ihm nach eigener Aussage zu hundert Prozent wichtig. Am Tag vor der Aufnahme spielte er beim Herrentag 21 Nettopunkte, jeder Drive ging nach rechts. Am Samstag davor 22 Nettopunkte. Am Sonntag spielte er sich runter. Er kommuniziert das offen – Bilderbuchrunden gibt es aus seiner Sicht auf YouTube genug.

Golffitting: Was es wirklich gebracht hat

Auf die Idee, sich fitten zu lassen, wäre André von allein nicht gekommen. Man spielt mit dem, was man hat, und weiß schlicht nicht, was möglich wäre. Über einen Kontakt kam er zu einem Fitting – und stellte fest, dass zehn bis 15 Meter mehr drin waren, bei gleichzeitig höherer Präzision.

Besonders spannend ist sein Putter-Fitting, weil das die wenigsten machen, obwohl der Putter der meistgenutzte Schläger im Bag ist. Der Fitter erklärte es ihm mit einem Bild, das André seitdem verinnerlicht hat: Es gibt Menschen, die in einer Werkstatt mit Hammer und Amboss arbeiten und krasse Kräfte gewohnt sind. Und es gibt Uhrmacher im Juweliergeschäft, die filigran und sehr vorsichtig arbeiten. Gibt man dem einen die Pinzette, funktioniert das nicht – und umgekehrt genauso. Jeder Mensch hat seinen persönlichen Sweet Spot.

André hatte über seinen Pro schon viele Putter ausprobiert und relativ schnell gemerkt, welche Form ihm liegt. Beim Fitting stellte sich heraus: Sein Putter war gut, ließ sich aber noch optimieren. Die Zahlen auf dem Platz haben sich danach messbar verbessert.

Übrigens seine Antwort auf die Bag-Frage: der Putter. Dazu Achter- und Neuner-Eisen. Seine Wohlfühlzone liegt bei 100 bis 120 Metern – da fühlt er sich am präzisesten.

Das eigene Golfturnier: 72 Starter, Putt-Duell und über 10.000 Euro Preiswert

Nach den ersten Videos meldeten sich viele aus seiner Community: Komm doch mal vorbei, wir spielen eine Runde. Theoretisch hätte er sich ins Auto setzen und tausende Kilometer abnudeln können – praktisch war das nicht machbar. Also drehte er die Sache um und holte alle an einen Ort.

Er sprach den Club an, in dem er die Platzreife gemacht hat, eine Neun-Loch-Anlage. Man einigte sich auf 72 Teilnehmer. 81 wären wohl auch noch gegangen, aber das wäre kritisch geworden. Die Idee entstand grob im November.

Warum ihn die üblichen Turnierpreise gestört haben

Aus den ersten selbst gespielten Turnieren nahm André eine gewisse Enttäuschung mit: zwei Bälle für den Gewinner, ein 20-Euro-Gutschein, ein Handtuch. Er wollte wissen, wie man das geiler machen kann.

Zwei Beobachtungen halfen: Bei einem Summer-Open-Turnier hatte jeder über eine Art Tombola etwas gewonnen. Und bei einer Cliff-Diving-Meisterschaft in Bad Berleburg stand eine Sonnenschutzcreme-Marke mit einem Spender, an dem sich jeder kostenlos bedienen konnte.

Daraus entstand die ursprüngliche Idee: An jedem der neun Löcher ein eigener Sponsor, der sich auch in der Goodie Bag wiederfindet. Die Creme an Tee 1, damit sich vor der Runde jeder eincremen kann. So ist es am Ende nicht komplett geworden – die Idee findet er trotzdem weiterhin stark.

Was am Turniertag tatsächlich passiert ist

Gespielt wurde ein handicaprelevantes Neun-Loch-Turnier. Drumherum baute André mehrere Side-Events:

  • Putt-Duell: Auf dem Putting-Grün wurde im 1-gegen-1 gegeneinander geputtet. Der Gewinner kam weiter, der Verlierer musste in den Bunker und mit dem Wedge so nah wie möglich an die Fahne. Auch dafür gab es einen Schläger als Preis.
  • Vorgabeloch: Ein Fitter spielte mit. Sein schlechtestes Loch wurde zum Vorgabeloch – wer es gleich gut oder besser spielte, hatte die Chance auf einen Preis. Der Gewinner bekommt jetzt ein individuell für ihn gefittetes Holz 7 nach Hause geschickt.
  • Wanderpokal für den Letzten: Der Schlechteste bekam einen Wanderpokal – und darf im nächsten Jahr kostenlos wieder starten.

Insgesamt wurden Preise und Goodie Bags im Gesamtwert von über 10.000 Euro ausgeschüttet. Vom Kühltuch für acht Euro bis zum Elektro-Trolley als Hauptpreis, dazu Push-Trolleys, Taschen und Putter-Fittings. Sein eigener Kommentar dazu: Warum ist er eigentlich der Erste, der das so macht?

Ganz reibungslos lief es trotzdem nicht. Bestellte Schuhbags, die als Goodie Bags dienen sollten, kamen nicht an. Zwölf bis zwanzig Stunden vor dem Start steckte also noch jede Menge Arbeit drin.

Warum eine Turnierserie kompliziert ist

Pläne für das nächste Jahr gibt es, konkret ist noch nichts. Über eine Serie hat André nachgedacht – und ist dabei auf Hürden gestoßen, an die kaum jemand denkt. Amateure dürfen nur Preise bis zu einer bestimmten Wertgrenze annehmen. Löst man das über eine Tombola, landet man als Veranstalter schnell beim Thema Glücksspiel. Und wer eine durchlaufende Serie mit Sponsoren aufzieht, dem lässt sich unter Umständen eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellen. Er will einfach ein geiles Turnier mit geilen Preisen – und muss dafür sehr genau aufpassen, wie er es aufsetzt.

Trackman-Handicap vs. echter Platz

Wer im Winter viel am Simulator spielt, kennt die Frage: Wie viel davon zählt eigentlich? André hat ein Trackman-Handicap, aktuell nicht auf dem neuesten Stand, weil er bei gutem Wetter nicht in die Halle geht. Sein letzter Stand dort war 26 – zu einer Zeit, als er auf dem Platz noch bei 36 stand.

Die Faustregel, die er von der Anlage mitbekommen hat: Das Trackman-Handicap liegt ungefähr zehn Nummern unter dem realen Handicap.

Er spielt dabei mit klaren Regeln: Er muss aufs Grün spielen und in einen kleinen Radius putten, dann gibt es ein Gimme. Trotzdem ist für ihn klar, dass der Simulator die Realität nicht ersetzt. Im Bunker stehen, wirklich im Rough stecken, eine Hanglage mit den Füßen spüren – das kann der Computer nicht ansatzweise abbilden.

Was ihm dagegen enorm hilft: der Blick zurück auf eigene Videos. Weil er schon vor der Platzreife hochgeladen hat, kann er wie in einem Tagebuch zurückblättern und sehen, wie sein Schwung vor einem Jahr aussah. Sein Wunsch für die Zukunft: eine Instanz, die einem sagt, wie sich der richtige Schwung anfühlen muss – von der Handbewegung bis zur Gewichtsverlagerung.

Was sich im Golfsport ändern muss

Andrés zentrale Forderung: Die Hemmschwelle muss runter. In Deutschland braucht es die Platzreife und einen Nachweis – die Idee dahinter findet er nicht schlecht, den Zugang aber zu schwer. In anderen Ländern geht man einfach auf den Platz und spielt.

Trackman-Anlagen und Topgolf sind für ihn kein vollwertiger Ersatz. Nett für einen Junggesellenabschied, und der eine oder andere findet so tatsächlich zum Golf. Aber die eigentliche Sucht entsteht woanders: Du schlägst einen guten Schlag, gehst hin, siehst den Ball nah am Stock liegen und musst ihn nur noch einlegen. Dieses Erfolgserlebnis ist der Grund, warum wir Golf spielen. Oder wie der Spruch geht: I hate golf, I hate golf, I hate golf. Nice shot – I love golf.

Sein Vorschlag: mehr Kurzplätze, freier zugänglich, und deutlich mehr Jugendförderung über Schulen und Arbeitgeber. Ferienangebote gibt es, aber aus seiner Sicht immer noch zu wenig.

Etikette: Tradition oder Bremsklotz?

Bei der Etikette sieht André einen schmalen Grat. Sie ist Teil der Tradition, die den Sport ausmacht – und fängt beim Ausbessern der Pitchmarke an. Sie endet bei manchen Clubs aber schon beim Polohemd, das in der Hose zu stecken hat.

Er selbst hat Kritik bekommen: Du redest von Etikette und hast das Shirt nicht in der Hose, so dürftest du bei uns gar nicht spielen. Oder: Bei uns dürftest du gar nicht filmen. Damit hat er kein Problem. Wer bezahlt, bestimmt die Musik – wenn ein Club eine Hausregel hat, richtet er sich danach. Er wünscht sich nur insgesamt etwas mehr Offenheit darin, wie sich der Sport nach außen präsentiert.

Manche Golf-Journeys beginnen mit Corona, andere über Kollegen. Sebastian Auer, vielen von euch als Golf Life Austria bekannt, erzählt in der aktuellen NextFairway-Folge eine ganz andere Geschichte. Seine begann mit 14 Jahren bei einem Schulsporttag und wurde erst zwei Jahrzehnte später durch einen spontanen Schnuppertag mit seinem Chef wieder wach. Wie aus diesem Moment eine Leidenschaft wurde, die heute ein Handicap von 8,3, rund 25 Turniere im Jahr und einen eigenen Golf-Content-Kanal umfasst, erfährst du in diesem Beitrag.

Vom Schulsporttag zum Golf-Fieber

Sebastian hat schon mit 14 oder 15 Jahren bei einem Schulsporttag in der Realschule das erste Mal einen Golfschläger in der Hand gehalten. Fußball war nichts für ihn, Tennis wollte er auch nicht, also ging er mit einer Gruppe zum Golfen und wusste schon damals, dass er das irgendwann wieder machen wollte. Zwanzig Jahre später saß er mit seinem Chef vor den Sommerferien zusammen, der am nächsten Tag auf den Golfplatz fahren wollte. Aus dem klassischen Samstag mit Schnuppern und Schnitzel wurde für Sebastian Feuer und Flamme. Zwei Wochen später probierte auch seine Frau das Golfspiel aus, und beide verfielen dem Golffieber. Ende 2018 begann Sebastian offiziell mit der Platzerlaubnis, 2019 folgte die Platzreife, fast zeitgleich mit dem Start seines Instagram-Accounts im Juli 2019.

Turniergolf als Ehepaar-Projekt

Sebastian und seine Frau betreiben Golf von Anfang an sehr ambitioniert. Beide sind Musikschullehrer und haben schon zügig angefangen, Turniere zu spielen, was sie bis heute regelmäßig tun. Von Beginn an haben sie mit einem Trainer zusammengearbeitet, geprägt durch ihren musikalischen Hintergrund, in dem eine Ausbildung immer von einem Lehrer begleitet wird. Pro Saison kommen Sebastian und seine Frau auf etwa 20 bis 25 Turniere oder Turnierrunden, darunter auch mehrtägige Landesmeisterschaften und Ranglistenturniere. Weil Sebastians Arbeitstag als Musikschullehrer erst nachmittags beginnt, hat er vormittags Zeit für den Platz. Aktuell kommt er auf zwei bis drei Runden pro Woche, dazu Range-Einheiten und in letzter Zeit vor allem Zeit auf dem Putting Grün.

Wie Sebastian sein Handicap auf 8,3 brachte

Sebastians Handicap liegt aktuell bei etwa 8,3 bis 8,4. Ein konkretes Handicap-Ziel für die Saison hat er bewusst nicht, stattdessen arbeitet er daran, seine schlechten Schläge besser zu machen, weil das Handicap automatisch mitzieht. Über den Winter hat er gemeinsam mit seinem Pro intensiv daran gearbeitet, den Ball regelmäßiger in eine Richtung zu verlieren. Wenn er weiß, dass der Ball praktisch nie nach links, sondern höchstens nach rechts geht, wird das Spiel deutlich einfacher kalkulierbar. Seine neu entdeckte Leidenschaft gilt dem Putting Grün, weil er dort die meisten Schläge verliert. Nach Jahren ohne gezielte Puttingstunde hat er sich kürzlich wieder Feedback von außen geholt, auch wenn er betont, dass Putten der individuellste Bereich im Golfsport ist. Trainiert wird unregelmäßig, ungefähr einmal im Monat beim Pro, im Sommer etwas häufiger als im Winter. Sein Lieblingsschläger im Bag ist das Dreierhybrid, seit dem Fitting sein verlässlichstes Werkzeug, wenn er vom Abschlag aus einer engen Situation etwa 200 Meter überbrücken muss.

Vom Zigarren-Kanal zum reinen Golf-Content

Bevor Sebastian sich ganz auf Golf konzentrierte, hieß sein Instagram-Kanal noch Cigars & Golf. Neben Golf postete er dort auch Zigarren, dazu etwas Essen und Lifestyle. Vor etwa zwei bis zweieinhalb Jahren entschied er sich, den Kanal komplett auf Golf zu fokussieren, weil ihm dieser Bereich als Content Creator am meisten Spaß gemacht hat. Die Zigarren waren da schon länger raus, auch weil das Tabakgesetz Instagram-Accounts in diesem Bereich durchaus im Blick hat.

Zwischen Alltag und Algorithmus: Sebastians Content-Rhythmus heute

Ein Jahr lang hat Sebastian versucht, wirklich täglich zu posten. Der Großteil waren Reels, die aus einer kompletten 18-Loch-Runde in 18 einzelne Clips aufgeteilt wurden. Der Aufwand, 300 Beiträge im Jahr zu filmen und zu schneiden, war enorm, und die einzelnen Beiträge gingen mit der Zeit unter. Heute postet er zwei bis dreimal pro Woche, dafür gezielter, mit Highlights statt jedem einzelnen Loch. Für Sebastian ist dabei klar, dass Content in seiner Größenordnung, in der niemand davon lebt, vor allem Spaß machen muss und nicht nach dem Algorithmus ausgerichtet werden sollte. Auf YouTube ist er seit etwa zwei bis zweieinhalb Jahren aktiv, gestartet mit einer Handykamera und einem Zehn-Euro-Stativ. Anfangs postete er dort seine Reels, dann auch längere Videos mit mehreren Löchern. Das lange YouTube-Format liegt ihm mehr, weil er beim Schneiden nicht ständig abwägen muss, was gekürzt werden kann, und mehr Raum für Storytelling bleibt. Sein Ziel ist ein Video alle 14 Tage, ein Rhythmus, der sich für ihn planbar umsetzen lässt, ohne Nachtschichten einzulegen.

Kooperationen und Contentreisen

Mit über 1.000 Beiträgen und fast 7.000 Followern hat Sebastian mittlerweile auch erste Kooperationserfahrungen gesammelt. Letztes Jahr hat ihn eine Salzburger Agentur kurzfristig für eine Contentreise über drei bis vier Tage mit mehreren Golfplätzen angefragt, ein großes Learning für ihn. Die Reise an den Gardasee war ursprünglich als reiner Frühlingsurlaub mit seiner Frau geplant. Sebastian hat daraufhin selbst drei bis vier Golfplätze angeschrieben und um Teezeiten sowie die Erlaubnis zum Filmen gebeten. Manche Plätze reagieren offen, andere antworten gar nicht oder lehnen Kooperationen bewusst ab, was Sebastian vollkommen akzeptiert. Bezahlte Kooperationen sind bislang die Ausnahme, meist geht es um kleinere Sachleistungen wie Bekleidung.

Golfpark Metzenhof und die Bucketlist-Reise nach Prag

Zu seinen liebsten Golfplätzen in Österreich zählt Sebastian die GZ Aachensee und die GZ Mondsee, beide mit beeindruckender Bergkulisse. Außerhalb Österreichs ist ihm ein Platz an der französischen Ärmelkanalküste besonders in Erinnerung geblieben, auf Klippen gelegen mit Blick aufs Meer. Sein Heimatplatz ist der Golfpark Metzenhof, etwa eine halbe Stunde östlich von Linz in Oberösterreich, ein junger Par-71-Platz, der erst kürzlich sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat und sich stark um ein jüngeres Publikum bemüht. Für dieses Jahr steht der Oaks Prag ganz oben auf Sebastians Bucketlist, nachdem er bereits einen der beiden Deep-Virtual-Tour-Plätze in Prag gespielt hat. Außerdem möchte er mehr Gastspieler auf seinem Kanal zeigen, ähnlich wie im letzten Jahr, als er mit einem Freund im Texas Scramble versucht hat, den Platzrekord von zehn unter Par zu knacken.

Golf zwischen Tradition und Wandel

Sebastian sieht den Golfsport auf einem guten Weg, aus der Nische des versnobten Neun-bis-elf-Handicap-Klischees herauszukommen, auch wenn es dagegen Widerstand gibt, sowohl von einzelnen Clubs als auch vom österreichischen Dachverband ÖGV. Für ihn liegt der Schlüssel darin, junge Menschen für den Sport zu begeistern, nicht nur im Schulalter, sondern generell früh im Leben. Er selbst ist das Beispiel dafür, wie ein einmaliger Kontakt als Jugendlicher Jahrzehnte später wieder aufleben kann. An seinem Heimatplatz engagiert sich das Team um seinen Headcoach Flo stark in der Jugendarbeit, unter anderem mit Schulklassen, die während der Sommerferien Putting Grün und Driving Range ausprobieren dürfen. Gleichzeitig sieht Sebastian Platz für unterschiedliche Clubkonzepte nebeneinander, von traditionellen, streng etikettierten Clubs mit Einschreibgebühr bis zu offeneren Modellen, auch wenn er selbst keinen klassisch ehrwürdigen Club als Heimatplatz möchte.

Kritisch sieht Sebastian das aktuelle System der Platzreife, das in Österreich mittlerweile an einem einzigen Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag absolviert werden kann. Er bezweifelt, dass diese kompakte Form noch zeitgemäß ist, glaubt aber, dass eine Lockerung die Einstiegshürde senken würde, ohne das Spieltempo auf dem Platz spürbar zu beeinflussen. Für ihn wäre es sinnvoller, neuen Mitgliedern erfahrene Begleiter an die Seite zu stellen, die ihnen bei den ersten Runden Etikette und Abläufe direkt auf dem Platz zeigen, statt zwei Tage auf der Driving Range zu verbringen.

Die wichtigste Lektion: Spiel mit deinem Handicap, nicht dagegen

Auf die abschließende Frage, was sein heutiges Golf-Ich seinem Anfänger-Golf-Ich raten würde, hat Sebastian eine klare Antwort. Der größte Fehler vieler Anfänger ist es, gedanklich immer noch nach dem Par zu spielen, etwa mit dem Anspruch, ein Par 5 in drei Schlägen zu erreichen. Bei einem Handicap von 45 ist das schlicht nicht nötig, wer dort in fünf Schlägen aufs Grün kommt, liegt völlig richtig. Wer die eigene Spielstärke realistisch einschätzt und mit dem Handicap spielt statt dagegen, nimmt sich selbst enorm viel Druck aus dem Spiel. Ein Mitspieler mit deutlich niedrigerem Handicap muss das Grün in Regulation erreichen, um sein eigenes Handicap zu bestätigen, wer selbst mit Handicap 18 unterwegs ist, muss das nicht, und ein getoppter Abschlag ist dann kein Weltuntergang.

Golfplätze, die im Podcast erwähnt werden

  • Golfpark Metzenhof – Sebastians Heimatplatz, rund eine halbe Stunde östlich von Linz in Oberösterreich, Par 71 (golfpark-metzenhof.at)
  • GZ Aachensee (Golf- und Landclub Achensee) – einer seiner Lieblingsplätze in Österreich, laut Sebastian in Tirol (golfclub-achensee.at)
  • GZ Mondsee (Golfclub Am Mondsee) – ebenfalls einer seiner Lieblingsplätze, laut Sebastian nahe Salzburg (golfclubmondsee.at)
  • Golf d’Étretat – der Platz an der französischen Ärmelkanalküste auf den Klippen, den Sebastian als “Golf de entre d’art” bezeichnet; Name im Transkript unklar ausgesprochen, passt aber zur Beschreibung (golfetretat.com)
  • Oaks Prag – Bucketlist-Ziel für dieses Jahr, einer der beiden Deep-Virtual-Tour-Plätze dort hat Sebastian bereits gespielt (oaksprague.cz)

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Fast jeder Golfer schiebt oder fährt einen Trolley über den Platz, aber die wenigsten machen sich Gedanken darüber, was eigentlich dahintersteckt. Wer hat das Gerät entwickelt, wo wird es produziert, wie lange hält es und was passiert eigentlich, wenn mitten in der Saison etwas kaputtgeht? In der aktuellen Episode von NextFairway war Stephen Lingies zu Gast, der Gründer der Marke Leisure Golf aus der Wedemark bei Hannover. Er hat 2010 mit einem einzigen Elektro-Trolley angefangen, den er über eBay verkauft hat, und daraus über sechzehn Jahre eine Marke gemacht, die heute europaweit Kunden hat. Herausgekommen ist ein Gespräch, das für zwei sehr unterschiedliche Gruppen interessant ist: für Golfer, die verstehen wollen, was sie da über den Platz schieben, und für alle, die selbst mit dem Gedanken spielen, etwas Eigenes aufzubauen.

Die Golf Journey: vom Kurzplatz zum Handicap 23,5

Wie bei den meisten Gästen im Podcast beginnt auch bei Stephen alles mit einer Einladung. Ein Freund fragte ihn immer wieder, ob er nicht mal mitkommen wolle, und irgendwann stand er auf einer Kurzplatzrunde über sechs Loch, auf der jeder spielen darf, der noch nie einen Schläger in der Hand hatte. Es hat funktioniert, es hat Spaß gemacht, und im Jahr darauf folgte der Platzreifekurs. 2008 hatte er die Platzreife, seit 2009 spielt er regelmäßig.

Danach ging es so, wie es bei sehr vielen berufstätigen Golfern geht. Am Anfang standen Beginnerturniere und ein spürbarer Fortschritt beim Handicap, danach kamen Wellenbewegungen. Es gab Monate, in denen es lief, und Phasen, in denen das Geschäft den Platz gegen den Schreibtisch eingetauscht hat. Heute versucht er, einmal pro Woche zu spielen, was ihm nicht immer gelingt. Denn seine Hochsaison im Unternehmen ist exakt die Golfsaison. Aktuell steht er bei einem Handicap von 23,5 und bezeichnet sich selbst als Schönwetterspieler, der weder Regen noch Winter besonders schätzt.

Wie die Idee zum Elektro-Golftrolley entstand

Stephen hat ursprünglich eine technische Ausbildung gemacht, war später im Einkauf tätig und kannte dadurch auch die kaufmännische Seite. Der Wunsch, etwas Eigenes zu machen, war früh da. Naheliegend war für ihn deshalb ein Produkt, das man einkaufen und mit einer kleinen Marge wieder verkaufen kann.

Dass es ausgerechnet der Elektro-Golftrolley wurde, beschreibt er selbst als Geistesblitz. Er hat sich an einem Tag hingesetzt und überlegt, was man machen könnte, und die Idee war da. Danach begann die klassische Recherche: Was gibt es am Markt, wie sind die Preise, wo bekommt man solche Geräte her. Er hat Testgeräte bestellt, sie ausprobiert und geprüft, ob sich das über Marktplätze verkaufen lässt. Es ließ sich.

Der erste Trolley war denkbar einfach. Ein silbern lackierter Aluminiumrahmen, ein Schirmhalter aus Kunststoff, ohne Schnickschnack, und vor allem mit einer Bleigel-Batterie, die alleine rund fünf Kilogramm auf die Waage brachte. Heute liegt der Akku bei maximal einem Kilogramm. Verkauft wurde dieses Gerät damals für rund 265 bis 270 Euro, ein Preis, der aus heutiger Sicht kaum vorstellbar ist. Und der Funktionsumfang war entsprechend: Der erste Trolley konnte vorwärts fahren, das war es.

Der Sprung in die Selbstständigkeit

Der erste Trolley ging über eBay weg, damals noch per Gebot. Als der Verkauf durch war und etwas übrig blieb, war zum ersten Mal das Gefühl da, dass man damit tatsächlich Geld verdienen könnte. Gleichzeitig war ihm klar, dass von einem Trolley niemand leben kann, von zwei oder zehn auch nicht.

Zwischen 2010 und 2012 wuchs das Nebengeschäft trotzdem so weit, dass sich die Frage stellte, ob es dabei bleiben soll. Weil sein Angestelltenverhältnis zu diesem Zeitpunkt in Kurzarbeit lief, hatte er die Zeit, den Aufbau voranzutreiben. Im März 2012 fiel dann die Entscheidung, die er selbst als alles andere als leicht beschreibt: Hauptberuf an den Nagel und komplett ins eigene Business. Wer diesen Schritt schon einmal gegangen ist, dürfte das nachvollziehen können.

Produktion, Lieferanten und der Weg zur eigenen Qualität

Selbst produzieren wäre am Anfang ein enormes Investment gewesen, allein was Werkzeuge angeht. Also hat Stephen geschaut, wer am Markt was anbietet, und ist irgendwann selbst nach Asien geflogen, um sich die Produktion vor Ort anzusehen. Das ist bis heute so geblieben.

Der erste Lieferant war schnell an seiner Grenze, qualitativ war irgendwann nicht mehr Luft. Der zweite war besser. Erst 2015, also fünf Jahre nach dem Start, hat er den Partner gefunden, der seine Vorstellung von einem Golf-Trolley tatsächlich umsetzt und ständige Verbesserungen mitträgt. Genau hier kam auch seine eigene Vergangenheit in der Qualitätssicherung ins Spiel. Aus diesem Anspruch entstand eine lange Liste an Aufgaben: Schweißnähte am Rahmen, Lackierung und Pulverbeschichtung, die Haptik einzelner Bauteile, das Gummi auf dem Rad, bis hin zur Verpackung. Sein Fazit ist deutlich: Der erste Trolley hat mit dem heutigen Sortiment nichts mehr zu tun.

Wichtig ist ihm dabei die Einordnung, wo produziert wird. Ein Großteil entsteht in Asien, viele Komponenten kommen aber von deutschen Herstellern und werden zusammengeführt. Er vergleicht das mit dem Automobilbau, wo Bauteile ebenfalls weltweit eingekauft und zu einem Produkt komplettiert werden. Sein Credo dahinter: nicht billig sein, nicht überteuert, sondern das bestmögliche Produkt zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gibt es beim Golf-Trolley überhaupt noch Innovation?

Eine der spannendsten Fragen der Episode. Stephens Antwort ist ehrlich: Mit einem Elektro-Golftrolley fliegt man nicht zum Mond. Es ist ein Hilfsmittel auf dem Platz. Er vergleicht den Markt mit dem Automobilmarkt, wo es Einsteiger, Mittelklasse und Oberklasse gibt und alles seine Daseinsberechtigung hat. Für ihn entscheidet am Ende ein Spannungsdreieck aus Ausstattung, Preis und Qualität.

Die ganz großen Innovationssprünge der letzten zwanzig Jahre erwartet er in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht mehr. Bewegung sieht er eher beim Design, beim Oberflächenfinish und in Nischen. Follow-Me-Trolleys, die per Sensor hinter dem Spieler herfahren, hält er für eine nette Sache, aber nicht für den Renner der nächsten Jahre, ähnlich wie Trolleys mit Fernbedienung, die zwar im Programm sind, aber ein kleiner Teil des Ganzen bleiben.

Ein Punkt, bei dem er sich klar positioniert, ist das Material. Er legt Wert darauf, möglichst wenig Kunststoff zu verwenden, und bevorzugt Metallrahmen aus Edelstahl oder neuerdings Titan. Für ihn ist das eine Frage der Wertigkeit.

Der Titanium Trolley: 2,87 Kilogramm und Antrieb in der Felge

Der Anlass war eine wiederkehrende Kundenfrage: Habt ihr nicht noch etwas Leichteres? Dabei relativiert Stephen das Thema Gewicht zuerst einmal selbst, denn ein Edelstahlrahmen mit knapp 7,8 Kilogramm plus einem Kilogramm Akku ist bereits leicht. Sein Vergleich: Jedes beladene Golfbag ist schwerer als jeder Trolley im Sortiment. Schwer ist immer ein persönliches Empfinden.

Trotzdem wurde daraus ein Projekt, und das Ergebnis ist ein Titanrahmen mit 2,87 Kilogramm reinem Rahmengewicht, ohne Räder, mehrfach selbst nachgemessen. Technisch spannender ist aber der Antrieb. Weg von den klassischen Röhrenmotoren, hin zum Direktantrieb in der Felge. Der entscheidende Punkt dabei: Die Räder bleiben trotzdem abnehmbar. Vergleichbare Systeme gab es am Markt zwar schon, dort waren die Räder aber fest verbaut, sperrig und schwer.

Die Vorteile beschreibt er konkret. Der Antrieb ist effizienter, was sich in der Akkuleistung zeigt. Der Verschleiß sinkt, weil die typische Anfälligkeit von Motoren und Getrieben reduziert wird. Die Parkbremse wirkt auf beiden Seiten statt nur einseitig. Und wer die Hinterräder zum Verstauen abnimmt, hat einen sehr leichten Rahmen in der Hand. Dass sich das durchsetzt, davon ist er überzeugt, auch wenn er den Golfer als Gewohnheitstier bezeichnet, das eine neue Technologie erst einmal akzeptieren muss.

Warum Service für ihn wichtiger ist als das nächste Feature

Der vielleicht stärkste Teil des Gesprächs dreht sich gar nicht um Technik. Für Stephen ist Service der eigentliche Schlüssel zum Erfolg der letzten Jahre. Er beobachtet, dass Service bei vielen Unternehmen eher in den Hintergrund rückt, dass man Telefonnummern suchen muss und Geduld braucht, bis überhaupt eine Reaktion kommt.

Golf ist ein Saisongeschäft. Wenn ein Kunde mitten in der Hauptsaison ein technisches Problem hat, ein Ersatzteil braucht oder eine Wartungsanfrage stellt, ist für ihn oberstes Gebot, so schnell und unkompliziert wie möglich zu helfen. Dazu gehören telefonischer Support und die Möglichkeit, vor Ort vorbeizukommen. Am schönsten findet er es, wenn ein Kunde nach einer halben Stunde wieder zufrieden vom Hof rollt.

Wie das konkret abläuft, erklärt er ebenfalls. Die Geräte sind bewusst so konstruiert, dass sich das meiste, was man am Trolley sieht, mit Schraubendreher oder Maulschlüssel selbst tauschen lässt. Keine Blackbox, an die nur der Hersteller darf, weil das aus seiner Sicht nicht kundenorientiert wäre. Muss das Gerät doch eingeschickt werden, bekommt der Kunde ein Retourenlabel. Das Ziel im Haus: maximal zwei Werktage bis zur Reparatur oder bis zum Angebot, und insgesamt nicht mehr als eine Woche Ausfallzeit für den Kunden.

Ein praktischer Tipp fällt dabei nebenbei und ist bares Geld wert: den Originalkarton aufheben. Er ist genau dafür konstruiert, den Trolley und seine Einzelteile sicher zu transportieren, und erspart im Ernstfall die Sucherei nach einer passenden Verpackung.

Lebensdauer, Akku und Wartung: was Golfer wirklich wissen wollen

Hier liefert die Episode die Antworten, nach denen viele Trolley-Besitzer suchen. Stephen unterscheidet klar zwischen Gerät und Akku.

Der Trolley selbst hält bei entsprechender Behandlung gut zehn Jahre. Er hat Kunden mit elf Jahre alten Geräten, bei denen bis vor Kurzem nie etwas war und für die es weiterhin Ersatzteile gibt. Der Akku dagegen ist ein Verschleißteil, genau wie beim Smartphone, beim Notebook oder beim E-Bike. Der realistische Lebenszyklus liegt bei drei bis fünf Jahren, wobei die garantierte Leistung von 27 bis 36 Loch für zwei Jahre zugesagt wird und danach nachlassen kann. Es gibt aber auch Akkus, die acht Jahre und länger durchhalten.

Ein neuer Akku liegt je nach Kapazität zwischen 350 und 400 Euro. Auf fünf Jahre gerechnet relativiert sich dieser Betrag deutlich, gerade in einem Sport, in dem jedes Jahr neue Schläger und neue Kleidung präsentiert werden. Reine Ladezyklen sind als Maßstab übrigens überholt. Entscheidend sind Nutzung und Lagerung, etwa ob der Akku über den Winter im warmen Heizungskeller steht oder leer weggepackt wird.

Die Wartung selbst nennt er überschaubar. Das Gerät nach der Runde sauber halten, bewegliche Teile von Sand befreien und gelegentlich fetten oder besprühen reicht in den meisten Fällen. Wer möchte, kann den Trolley am Saisonende zum Check geben, damit Verschleißteile getauscht und der Akku geprüft werden. Und wer pfleglich mit der Oberfläche umgeht, profitiert doppelt, denn für gebrauchte Trolleys hat sich inzwischen ein eigener Zweitmarkt auf Plattformen entwickelt, mit Preisen, über die Stephen selbst manchmal staunt.

Markenaufbau im Konzert der Großen

Als Stephen anfing, gab es weder Instagram noch TikTok. Der klassische Werbekanal war die Golfzeitschrift, dazu kamen Ausstellungstrolleys an den Plätzen. Vor fünfzehn Jahren war der siebzigjährige Golfer medial kaum aktiv und hat eher Zeitschrift und Newsletter genutzt. Das hat sich grundlegend geändert.

Vor drei bis vier Jahren hat er entschieden, Printanzeigen deutlich zurückzufahren, weil man für dasselbe Budget auf Social Media schlicht mehr Menschen erreicht, auch wenn die Streuung nicht so treffsicher ist wie in einem Golfmagazin. Heute läuft Content auf Instagram, bei dem er selbst als Gesicht auftritt, dazu kommen einzelne Influencer-Kooperationen, die in den nächsten Monaten mehr werden sollen. Neu ist in diesem Jahr das Sponsoring einer regionalen Turnierserie im Raum Hannover mit fünf Turnieren in umliegenden Clubs und einer Finalreise als Hauptgewinn. Dazu kommen Golfmessen mit eigenem Stand.

Bemerkenswert ist seine Ehrlichkeit an dieser Stelle. Das Marketingbudget war in diesem Jahr so groß wie nie zuvor, und trotzdem trifft er in der eigenen Region noch Golfer, die nicht wissen, dass es einen Showroom vor Ort gibt. Eine Marke aufzubauen ist nach sechzehn Jahren immer noch ein weiter Weg. Gleichzeitig sagt er selbstbewusst, dass man sich inzwischen mit anderen Marktteilnehmern auf Augenhöhe messen kann. Ein Erlebnis aus dem Urlaub in Österreich bringt das gut auf den Punkt: Auf der Driving Range stand ein Trolley samt Bag der eigenen Marke.

Vertriebswege: online, Pro-Shop oder Mundpropaganda

Entstanden ist alles im Onlinevertrieb, und dort liegt bis heute der Schwerpunkt. Präsenz an Golfplätzen und in Pro-Shops hat Stephen dagegen bewusst reduziert. Der Grund ist einleuchtend: Ein Elektro-Trolley ist ein technisches Produkt. Anschauen ist das eine, aber wer davorsteht, hat Fragen, und dann muss jemand vor Ort kompetent antworten können. Mitarbeiter, die gleichzeitig Scorekarten ausgeben und ans Telefon gehen, können das nur begrenzt leisten. Geblieben sind einige Kernpartner, bei denen die Marke gut aufgehoben ist und gut repräsentiert wird.

Corona hat den Onlineanteil zusätzlich massiv verstärkt. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit größeren Onlineanbietern, darunter Europas größter Online-Golfshop, der ebenfalls in der Region sitzt und die europaweite Ansprache in der jeweiligen Landessprache abdeckt.

Den wirksamsten Kanal nennt er trotzdem an letzter Stelle: Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn der Kunde mit Produkt und Service zufrieden ist, wird auf der Runde oder auf der Terrasse nach Loch 18 darüber gesprochen, und jemand fragt, was das für ein Trolley ist und woher er kommt.

Ausblick: Antrieb, Sensorik und bewusst keine KI

Für die kommende Saison bleibt der Fokus auf der Antriebstechnik. Die Innovationen des laufenden Jahres sollen in weitere Modelle wandern, dazu kommt Sensorik wie der Hangausgleichssensor, der den Trolley bei Schrägfahrten in der Spur hält. Geplant sind ein bis zwei neue Modelle sowie optische Überarbeitungen. In diesem Jahr waren es fünf neue Modelle, dazu technische Updates in der bestehenden Palette. Gleichzeitig sagt er, dass es manchmal guttut, ein Produkt zwei Saisons einfach laufen zu lassen und Ruhe reinzubringen, auch damit Kunden bei Modellbezeichnungen noch mitkommen.

Beim Thema KI und immer mehr technischen Features positioniert er sich klar dagegen. Er verweist auf die Altersstruktur im Golfsport, in der ältere Spieler noch immer stark vertreten sind, und darauf, dass jüngere für solche Funktionen empfänglicher sein dürften. Sein Anspruch bleibt die instinktive Bedienung. Je mehr Schnickschnack, je mehr Displays und Touchscreens, desto komplizierter wird das Gerät. Das Wesentliche ist für ihn das Golfspiel selbst, und der E-Trolley soll dabei zuverlässig das Bag tragen.

Fazit: was du aus dieser Episode mitnimmst

Für Golfer bringt die Episode handfeste Orientierung. Ein Elektro-Golftrolley hält rund zehn Jahre, der Akku drei bis fünf Jahre und kostet im Ersatz zwischen 350 und 400 Euro. Wartung ist überschaubar, wenn man das Gerät sauber und beweglich hält. Der Originalkarton gehört aufgehoben. Und mehr Funktionen bedeuten nicht automatisch das bessere Gerät.

Für alle, die selbst etwas aufbauen, liegt der Wert woanders. Stephen Lingies hat nicht mit einer großen Vision und viel Kapital angefangen, sondern mit einem einzelnen Gerät, das er verkauft hat, um zu sehen, ob es funktioniert. Danach folgten fünf Jahre Lieferantensuche, ein schwerer Schritt in die Selbstständigkeit und sechzehn Jahre kontinuierliche Arbeit an Produkt, Service und Bekanntheit, mit einem Team von fünf Personen. Sein Rezept ist unspektakulär und genau deshalb überzeugend: erreichbar sein, ehrlich bleiben und das Produkt Schritt für Schritt besser machen.

Die komplette Episode findest du überall dort, wo es Podcasts gibt. Mehr zur Marke unter leisure-golf.de. Wer in der Region unterwegs ist, darf laut Stephen jederzeit im Showroom vorbeikommen.

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Es gibt Golf-Geschichten, die verlaufen in einer geraden Linie nach oben. Und es gibt Geschichten wie die von Fabijan Vuksic, die steil nach oben gehen, dann abbrechen und viele Jahre später an einer ganz anderen Stelle wieder anfangen. In der neuen Episode von NextFairway erzählt Fabi, wie er mit zehn Jahren zum Golf kam, mit fünfzehn einen Platzrekord spielte, in der zweiten Bundesliga antrat und mit achtzehn seine Schläger in den Keller stellte, wo sie sieben Jahre stehen blieben. Heute ist er einunddreißig, lebt in Hamburg, arbeitet hauptberuflich als Fotograf und spielt Handicap 6. Was dazwischen passiert ist, ist eine der ehrlichsten Geschichten über Leistungsdruck im Jugendgolf, die ich bisher im Podcast hatte.

Vom Schwimmbecken auf den Golfplatz

Der Anfang war eine Notlösung. Fabi kam ursprünglich aus dem Leistungssport Schwimmen, doch nach einem Trainerwechsel funktionierte es im Team nicht mehr. Plötzlich stand er ohne Sport da, aß aber weiterhin genauso viel wie vorher, und seine Eltern suchten nach einer Möglichkeit, dass sich das Kind wieder mehr bewegt. Sein Vater spielte damals bereits sehr intensiv mit einem Freund Golf, und so stand Fabi mit zehn Jahren auf dem Golfplatz.

Was als Bewegungsprogramm gedacht war, entwickelte sich schnell zu etwas anderem. Der sportliche Aspekt packte ihn, und er feierte relativ zügig erste Erfolge. In seinem ersten Club gab es eine ausgezeichnete Jugendarbeit, jeden Sonntag ging es auf den Platz, dazu kam regelmäßiges Training. Sein Talent wurde früh erkannt, und mit dem Mannschaftsgolf kamen zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche dazu. Genau dieses Fundament in jungen Jahren hat ihm nach eigener Aussage am meisten geholfen, weil Golf technisch einfach komplex ist und man diese Grundlagen später nur schwer nachholt.

Wer als Erwachsener anfängt, kennt dieses Privileg nicht. Es ist ein Punkt, der im Podcast immer wieder auftaucht: Der frühe Start ist kein Garant für Erfolg, aber er verändert, wie selbstverständlich sich der Golfschwung anfühlt.

Der Wechsel in einen der bekanntesten Clubs Deutschlands

Weil Fabi viele Jugendturniere gut abschloss, wurde er irgendwann abgeworben. Ein Leading Golf Club of Germany kam auf ihn zu, sah Potenzial in ihm und holte ihn. Es war der Golfclub Wendlohe in Hamburg, ein Club, den er bis heute als einen der tollsten bezeichnet, die er je kennenlernen durfte.

Dort begann für ihn die eigentliche Leistungsära. Alles war bereits damals hochprofessionell aufgestellt, es gab Mentaltraining, wenn auch noch nicht in der Intensität von heute, es gab Fitnesstraining und exzellentes technisches Training. Sein Alltag richtete sich vollständig danach aus. Von halb acht bis drei Uhr Schule, dann ein Bus zum Golfplatz, die Hausaufgaben unterwegs erledigt, danach drei bis vier Stunden auf der Anlage, und das nahezu täglich.

Interessant ist, wie offen Fabi über den elitären Charakter dieses Umfelds spricht. Viele im Golf umgehen das Thema, er sagt schlicht, dass er es damals geliebt hat, dieses Elitäre zu leben. Es war Teil dessen, was den Club für ihn besonders machte.

Das Stipendium, das er ausschlug

An diesem Punkt hätte die Geschichte eine völlig andere Richtung nehmen können. Fabi bewarb sich um ein Stipendium an einer amerikanischen Highschool und bekam tatsächlich eine Zusage. Es wäre der logische nächste Schritt gewesen, der Weg, den viele ambitionierte Nachwuchsspieler bis heute gehen.

Er hat sich nicht getraut. Man muss sich die Zeit vorstellen, sagt er, es gab zwar Internet, aber kein Facebook, keine Vernetzung, wie sie heute selbstverständlich ist. Der Schritt in die große weite Welt war zu groß, und der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte, kam nicht. Rückblickend nennt er es eine verpasste Chance und fragt sich manchmal, wie es gelaufen wäre. Genau ab diesem Moment drehte sich seine Leistungskurve nach unten.

Wenn Golf nur noch aus Zahlen besteht

Bis dahin kannte Fabi nur eine Richtung. Mit fünfzehn oder sechzehn Jahren spielte er seinen ersten Platzrekord, vier unter Par, eine Zahl, die jahrelang im Club nachhallte. Er kannte nur das Gefühl, die Leiter nach oben zu steigen.

Im neuen Club erlebte er zum ersten Mal echte Niederlagen. Seine Entwicklung stagnierte, und mit ihr auch das mentale Gefühl, gut zu sein. Er bekam nicht das richtige Mindset und in diesen Momenten auch nicht die Hilfe, die er gebraucht hätte. Der Wunsch, größere Jugendturniere zu spielen, schwand.

Dann kommt die Stelle im Gespräch, die am längsten nachwirkt. Der Bus, der ihn früher voller Vorfreude zum Golfplatz brachte, wurde zum Problem. Er hat auf dem Weg zum Training geheult. Als Jugendlicher, völlig überfordert. Auf dem Platz kamen schlechte Schläge dazu und die Rivalität innerhalb der Mannschaft, denn wer wirklich spielen durfte, wurde immer erst kurz vorher ausgelost. Und dann fuhr er heulend wieder nach Hause. Er hatte die Leichtigkeit und den Spaß am Golfen verloren, es ging nur noch um Zahlen, Nummern und Statistiken.

Der Cut mit achtzehn

Mit siebzehn merkte er, dass die Leistung nicht mehr kam. Er war nicht mehr der Trainerliebling, dümpelte in der Mannschaft im Mittelfeld herum. Wenige Monate nach seinem achtzehnten Geburtstag stand er vor dem Vorstand. Ihm wurde deutlich gesagt, dass entweder noch etwas kommen müsse oder eine sehr hohe Aufnahmegebühr und Jahresbeiträge fällig würden. Das war sein Weg aus dem Golf heraus.

Es war ein harter Schnitt. Er hatte den Spirit des Clubs geliebt und fühlte sich dort ausgesprochen wohl, entsprechend fühlte es sich nach Niederlage und Verlust an. Zuhause kamen die Fragen der Eltern, ob er es nicht noch einmal probieren wolle, ob man irgendetwas tun könne. Er hat alles abgeriegelt. Die Schläger standen im Keller, und er kümmerte sich nicht mehr darum. Acht Jahre seines Lebens hatten sich fast ausschließlich um diesen Sport gedreht, und plötzlich war das weg.

Wie die Fotografie ihn aufgefangen hat

Schon mit siebzehn, als er spürte, dass es im Golf nicht mehr lief, suchte er nach einem Ventil. Er fing an zu fotografieren, machte Bilder auf dem Golfplatz, fotografierte Menschen, irgendwann auch fremde Menschen, und verdiente sich damit etwas Taschengeld. Das Ganze wuchs so schnell, dass er mit achtzehn bereits Geld verdiente und Steuern zahlen musste. Im selben Jahr machte er sich selbstständig.

Bis heute ist er hauptberuflich Fotograf und sagt selbst, dass ihn die Fotografie aus einem dunklen Tunnel gerettet hat. Wenn er etwas tut, dann mit hundertfünfzig Prozent, so beschreibt er seine Art zu leben, und dann gibt es im Leben nur noch dieses eine Thema. Inzwischen ist er in seinem Bereich deutschlandweit so bekannt, dass er gut davon leben kann und wieder Zeit und Lust hat, Golf zu spielen.

Auf die Frage, ob ihn der Rückschlag im Golf für das Unternehmertum geprägt hat, antwortet er klar mit Ja. Der Leistungssport habe ihm beigebracht, sich auf etwas zu fokussieren und klar zu positionieren, und das habe ihn beruflich sehr weit gebracht. Was er im Golf damals nicht geschafft hat, nämlich schwierige Phasen einfach auszuhalten, hat er später durch die Selbstständigkeit gelernt. Hinter den dunklen Wolken kommt die Sonne, und so sei es im gesamten Leben.

Das Comeback in der Pandemie

Wie bei so vielen Gästen dieses Podcasts war Corona der Wendepunkt. Als Einzelunternehmer hatte Fabi immer volle Auftragsbücher und nie Existenzsorgen, und von einem Tag auf den anderen stand alles still. Statt zu Hause zu sitzen und dunklen Gedanken nachzuhängen, erinnerte er sich an das, was noch im Keller stand. Er nahm die alten Schläger, fuhr raus und schlug Bälle.

Nicht alle Schläge saßen, aber genug. Das Gefühl, das jeder Golfer kennt, wenn ein Schlag sauber vom Blatt kommt und man sofort weitermachen möchte, war zurück. Nach ein bis zwei Wochen war klar, dass es nicht bei einem Ausflug bleiben würde. Er fuhr zu seinem Golfpartner des Vertrauens, kaufte komplett neu, Eisen, Driver, Hölzer, Putter, und verkaufte gleichzeitig sein gesamtes altes Equipment. Das war ihm wichtig, das Alte und negativ Konnotierte wegzugeben.

Heute sagt er, so schlimm Corona für viele Menschen war, so schön war diese Zeit für ihn, weil er zu dem zurückgefunden hat, wo sein Herz immer höher geschlagen hat.

Handicap 6, und die Zahl bedeutet ihm nichts mehr

Aktuell steht Fabi bei Handicap 6. In den sieben Jahren ohne Golf wurde sein Handicap immer weiter nach oben gesetzt, inzwischen hat er sich wieder unterspielt. Das Bemerkenswerte ist seine Haltung dazu. Damals war jede Zehntelstelle wichtig, heute ist es einfach eine Zahl. Er spielt oft deutlich besser und oft deutlich schlechter, aber die Sechs ist eine schöne Zahl, mit der man ein wenig angeben und gut fachsimpeln kann.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen dem Golf seiner Jugend und dem Golf von heute. Es ist derselbe Sport, aber die Bedeutung hat sich komplett verschoben.

Wie sein Golfalltag heute aussieht

Fabi versucht, zwei bis drei Mal pro Woche auf den Platz zu kommen. Um sich selbst ein wenig unter Druck zu setzen, hat er einen Instagram-Account unter dem Namen Fabi Golf eröffnet und sich vorgenommen, jeden Tag einen Schwung zu posten. Das bedeutet nicht, dass er täglich auf dem Platz steht, aber es sorgt für eine tägliche Form der Golf-Interaktion und zwingt ihn regelmäßig nach draußen.

Wichtig sind ihm gute Partner an seiner Seite. Dazu gehört ein Golftrainer, zu dem er alle zwei bis drei Wochen geht. Manchmal, sagt er, fühlt sich das eher wie eine kleine Gesprächstherapie an, und der Schwung ist gar nicht mehr das große Problem. Für dieses Jahr hat er sich vorgenommen, wieder mehr Turniere zu spielen. Früher waren dreißig bis vierzig Turniere im Jahr gesetzt, diese Zahl wird er nicht mehr erreichen, aber mit fünfzehn bis zwanzig wäre er sehr glücklich.

Der Lieblingsschläger im Bag

Bei der obligatorischen Bag-Frage muss Fabi nicht lange überlegen. Der Driver war es immer und ist es bis heute. Er liebt die Möglichkeiten, die dieser Schläger bietet, vom Draufhauen über kontrolliertes Spiel bis hin zum Driver ohne Tee vom Fairway. Dazu kommt die psychologische Komponente, den Ball einfach mal in die Luft zu schicken, wenn es sonst nicht läuft.

Was sich verändert hat, sind die Weiten. Mit einunddreißig fehlt ihm die Explosivkraft, die er als Jugendlicher durch spezifisches Golffitnesstraining aufgebaut hatte. Etwa zehn bis fünfzehn Meter sind kürzer geworden, was ihn hier und da wurmt, besonders wenn er mit Mitzwanzigern spielt. Er war allerdings ohnehin nie der Längste, weil ihm ein schöner Golfschwung immer wichtiger war als die maximale Länge. Er mag die schönen Dinge im Leben, sagt er, und das zieht sich durch alles, was er tut.

Die schönsten Plätze und ein Full Circle Moment in Portugal

Bei der Frage nach den schönsten Golfplätzen fällt Fabi die Entscheidung schwer, deshalb nennt er drei. In Deutschland ist Falkenstein, der Hamburger Golf Club, für ihn die Nummer eins, wegen des Layouts, des Clubhauses im Bauhausstil, der Pflege und des Leistungscharakters, der aus diesem Club kommt. Dazu kommt Budersand auf Sylt, für ihn wahrscheinlich der schönste Golfplatz Deutschlands, klassisches Linksgolf mit tiefem Rough, auf dem man unendlich viele Bälle verliert, wenn es nicht läuft.

Der dritte ist der Old Course in Vilamoura in Portugal, und dazu gehört eine schöne Anekdote. Als er dort vor Kurzem auf einer Golfreise stand, kam ihm ein Loch merkwürdig bekannt vor, bis ihm einfiel, dass er mit seiner alten Bundesligamannschaft schon einmal genau dort gespielt hatte. Ein echter Full Circle Moment.

Eine klassische Reise-Bucketlist hat er nicht, weil ihn sein Beruf ohnehin an wunderschöne Orte bringt. Der eine Ort, der ihn wirklich reizen würde, ist St. Andrews, der Ursprung des Golfsports.

Golf, Fotografie und die Frage, was noch kommt

Fabi möchte, dass sein Instagram-Account wächst, tut sich aber schwer damit, den einfachen Weg über lustige oder alberne Videos zu gehen, weil das nicht seiner DNA entspricht. Sein Anspruch ist hoch, was auch mit seiner Vergangenheit im Leistungsgolf zu tun hat. Der Wunsch dahinter ist größer: Golf soll bei ihm ein Stück weit Richtung Unternehmertum rutschen, und im Idealfall lassen sich Fotografie, Bewegtbild und das Hobby miteinander verbinden.

Ein Projekt, das ihn dabei gerade begeistert, ist die App Stroke Play League, kurz SPL, gebaut von einem Bekannten, den er nach zehn Jahren zufällig auf dem Golfplatz wiedergetroffen hat. Man kann sich deutschlandweit anmelden, sich mit fremden Menschen zum Matchplay verabreden, Turnierergebnisse hochladen und in einem Ligasystem digital gegen andere antreten. Für Fabi ist das ein Werkzeug gegen das Golfplatzsterben und gegen das Image vom weißen, reichen Männersport, weil es Golf teilweise neutralisiert und neue Menschen zusammenbringt.

Warum sich diese Folge lohnt

Fabis Geschichte ist kein Plädoyer gegen Leistungssport im Jugendalter. Sie zeigt aber sehr deutlich, wie schnell aus Begeisterung Druck werden kann, wenn ein Sport nur noch über Zahlen definiert wird, und wie wenig davon am Ende bleibt, wenn die Zahlen ausbleiben. Sie zeigt gleichzeitig, dass eine Pause von sieben Jahren kein Ende sein muss.

Wer selbst eine längere Golfpause hinter sich hat oder gerade überlegt, wieder anzufangen, wird sich in dieser Episode an vielen Stellen wiederfinden. Die ganze Folge gibt es jetzt überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube. Und, auch wenn auf einem anderen Niveau, liegt eine Parallele zu mir auch vor. Ich habe über 10 Jahre mit dem Golf pausiert und erst in diesem Jahr wieder angefangen.

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Aaron Leitmannstetter spielt Golf, seit er drei Jahre alt ist. Er war im Nationalkader, hat auf internationalen Pro-Touren in Asien und im Nahen Osten gespielt und ist heute Sportwissenschaftler und Breathwork Coach. In der aktuellen Episode von NextFairway erzählt er seine Golf Journey, vom ersten Plastikschläger im Garten seiner Eltern bis zu seinem aktuellen Projekt Road2 350 Yards. Wer wissen möchte, wie viel mehr hinter einer Profikarriere steckt als reine Schwungtechnik, findet in diesem Beitrag alle wichtigen Learnings aus dem Gespräch.

Vom Plastikschläger im Garten zum bayerischen Nationalkader

Aaron wuchs in einer Sportlerfamilie auf. Sein Vater spielte früher gut Fußball und ist zusätzlich Skilehrer, weshalb Aaron mit den drei Sportarten Fußball, Ski und Golf aufwuchs und alle drei lange mit ähnlicher Intensität betrieb. Mit elf, zwölf Jahren musste er sich entscheiden, und obwohl fast alle seine Freunde dem Fußball verfallen waren, wählte er den Einzelsport Golf. Früh gewann er bayerische Meisterschaften, und genau dieses Erfolgserlebnis, das Gewinnen selbst, war für ihn ein wichtiger Antrieb, am Ball zu bleiben.

Golfinternate, wie es sie heute gibt, existierten damals noch nicht. Stattdessen holte Aarons Mutter ihn regelmäßig von der Schule ab und fuhr direkt zum Golfplatz, während Hausaufgaben oft erst abends oder unterwegs bei Turnieren erledigt wurden. Die Fehltage in der Schule waren zeitweise fast zahlreicher als die reguleren Schultage, wobei ihm viele Lehrer entgegenkamen und Prüfungstermine flexibel gestalteten.

College oder direkter Sprung zum Profi: Eine Entscheidung mit Konsequenzen

Wie viele ambitionierte Nachwuchsspieler stand auch Aaron vor der Frage, ob er ein Golfstipendium in den USA annehmen sollte. Er entschied sich dagegen, unter anderem weil Gespräche mit anderen Spielern, die diesen Weg bereits gegangen waren, ihm ein eher durchwachsenes Bild vom akademischen Teil vermittelten. Stattdessen wurde er mit rund 18 Jahren Profi. Im Rückblick sagt er, dass er mit dem eingeschlagenen Weg zufrieden ist, würde jungen Spielern mit guten Möglichkeiten heute aber eher empfehlen, den Sprung nach Amerika zu wagen. Der Wechsel aus dem behüteten deutschen System in ein hart umkämpftes College-Umfeld sei ein unbezahlbarer Entwicklungsschritt, gerade weil man sich dort komplett allein durchsetzen müsse.

Der Übergang vom geförderten Nationalkader zum eigenständigen Profidasein beschreibt Aaron als den entscheidenden Bruch: Wer im Kader ist, wird bestens betreut, hat Trainer, Trainingslager und finanzielle Unterstützung. Als Profi steht man dagegen plötzlich völlig auf eigenen Beinen, muss aber ebenso schnell erwachsen werden.

Leben als TourPpro: Turniere in Asien, Jahre in Dubai und der finanzielle Kraftakt

Aaron startete auf der Progolf Tour, der früheren EPD Tour, und verlagerte seinen Fokus zunehmend Richtung Asien und Dubai, wo er auch einige Jahre lebte. Als Tourpro gewann er zwei internationale Turniere, eines im Oman und eines in Portugal, beide auf der damals angesehenen Mena Tour, die von der Preisgeldstruktur zwischen Pro Golf Tour und Challenge Tour einzuordnen war.

Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die Finanzierung einer jungen Profikarriere. Aaron beschreibt, wie er anfangs versucht hat, Sponsoren mit dem klassischen Logo-auf-der-Brust-Angebot zu gewinnen, und wie wenig zielführend das war. Erfolgreicher war ein offener Dialog, bei dem er Unternehmen konkrete Gegenleistungen wie gemeinsame Golftage mit Kunden anbot. Parallel betont er, wie wichtig Social Media inzwischen für den Aufbau einer eigenen Marke junger Spieler geworden ist, warnt aber davor, die Balance zwischen Markenaufbau und sportlichem Fokus zu verlieren.

Covid, Verletzungen und der Wendepunkt zur Sportwissenschaft

Der Bruch in Aarons Karriere kam mit der Corona-Pandemie. Turniere wurden teils sehr kurzfristig abgesagt, während Kosten bereits entstanden waren, und zeitgleich zog sich Aaron eine schwere Verletzung zu. In dieser Phase begann er, sich intensiver mit seinem damaligen Hobby auseinanderzusetzen: der Sportwissenschaft. Er studierte das Fach, machte seinen Master und vertiefte sich in die Themen Biohacking und Atmung. Aus dieser Zeit entstand auch der Gedanke an ein zweites berufliches Standbein neben dem aktiven Sport.

Warum die Golftechnik nach Aarons Erfahrung nur zehn Prozent ausmacht

Ein zentrales Learning aus seiner Zeit im internationalen Feld beschreibt Aaron so: Viele der besten Spieler, mit denen er zusammen gespielt hat, fokussierten sich weniger auf technische Perfektionierung des Schwungs, sondern vor allem auf die eigenen Stärken und auf viele Wettkampfsimulationen statt reinem Techniktraining. Seiner Einschätzung nach macht der reine Golfschwung nur etwa zehn Prozent des Spiels aus, während Körper und Kopf den weitaus größeren Anteil ausmachen. Als Vier-Säulen-Modell nennt er Körper, Technik, Mentales und Lifestyle, und empfiehlt, sich in jedem dieser Bereiche ehrlich selbst zu bewerten, um den größten Hebel für Verbesserung zu identifizieren.

Atmung als Gamechanger: Aarons Prinzipien für mehr Ruhe und Fokus

Besonders ausführlich spricht Aaron über die Rolle der Atmung, ein Thema, das seiner Meinung nach im Amateurgolf stark unterrepräsentiert ist. Über die Atmung habe man einen der wenigen direkten Zugänge zum eigenen Nervensystem, sowohl um sich zu beruhigen als auch um sich zu aktivieren. Konkret empfiehlt er, sich am Abschlag auf die nächsten drei Atemzüge zu konzentrieren, das Ausatmen bewusst zu verlängern und durch die Nase entspannt auszuatmen. Das sendet dem Körper ein Signal der Sicherheit und holt den Kopf aus Zukunftsgedanken zurück ins Hier und Jetzt.

Als Grundprinzip empfiehlt Aaron, das eigene Atemmuster in Stresssituationen zu beobachten, kurz, hoch und ohne richtiges Ausatmen, und es bewusst dem Atemmuster entgegenzusetzen, das in entspannten Momenten wie auf der Couch am Abend auftritt: ruhig, kaum hörbar, mit Fokus auf der Ausatmung. Diese Kernprinzipien lassen sich nach seiner Erfahrung bereits innerhalb von rund dreißig Minuten erlernen und wirken weit über den Golfplatz hinaus, etwa im stressigen Berufsalltag.

Road2 350 Yards: Wie aus der größten Schwäche ein Projekt voller Leidenschaft wurde

Das Projekt “Road to 350 Yards” entstand Ende letzten Jahres bei einem Spaziergang mit einem Freund an der Isar. Ausgerechnet der Drive, über zehn Jahre lang sein größter Schwachpunkt, sollte zum Fokusthema werden. Aaron hatte über Jahre versucht, seinen Rückschwung technisch zu verkürzen, um Kontrolle zu gewinnen, verlor aber weiterhin im Schnitt ein bis drei Bälle pro Runde, was auf Turnierniveau schlicht nicht konkurrenzfähig ist.

Sein Ansatz war ein anderer: Statt weiterer technischer Feinjustierung brachte er seine Leidenschaft für Sportwissenschaft und Biohacking in sein Driving ein, mit dem Ziel, 350 Yards Carry zu schlagen, umgerechnet etwa 320 Meter. Seine Ausgangsbasis lag bei rund 300 Yards. Statt klassischer Speed-Trainings mit Speed Sticks setzte er auf einen holistischen Ansatz über Fitnesstraining und eine flüssigere Bewegungssequenz, unter anderem mit Würfen mit schwereren Medizinbällen, die den Körper auf maximalen Kraftoutput statt auf einzelne Gelenkpositionen fokussieren. Mittlerweile hat er im Training 356 Yards Carry erreicht, die nächste Mission ist, diese Leistung auch im Turnier abzurufen.

Der Mindset-Shift: Vom Fehlervermeiden zum richtig geilen Schlag

Ein besonders eindrückliches Learning aus dem Road2-350-Projekt ist der mentale Wandel, den Aaron dabei durchlaufen hat. Früher stand er am ersten Abschlag mit dem Ziel, bloß nicht ins Aus zu schlagen und den sicheren, flachen Fade zu spielen, den er jahrelang trainiert hatte. Heute sucht er sich stattdessen ein strategisches Ziel und will schlicht einen richtig guten Schlag dorthin setzen, unabhängig davon, ob es ein sicherer Schlag, ein hoher Draw oder etwas anderes ist. Dieser Shift weg vom Fehlervermeiden hin zu einer positiven Zielausrichtung hat nach seiner Beobachtung nicht nur seine Weite, sondern auch die Streuung seiner Drives spürbar verbessert.

Aarons Golfalltag heute: Zwischen Coaching, Content und reduziertem Training

Aaron sieht sich weiterhin in erster Linie als Athlet und Golfprofi, hat aber inzwischen zwei weitere Standbeine aufgebaut: Coaching, bei dem er eigene Fehler und Erkenntnisse an andere weitergibt, und Content Creation auf Instagram rund um Coaching-Themen und sein Leben als Athlet. Verglichen mit früheren Jahren, in denen er von früh bis spät auf dem Golfplatz verbrachte, ist sein aktuelles Trainingspensum deutlich reduziert, da viel Zeit in Coaching und Social Media fließt. In einer typischen Woche kommt er derzeit auf drei Trainingseinheiten von etwa einer bis eineinhalb Stunden sowie zwei Runden über neun und eine Runde über achtzehn Löcher. Für dieses Jahr plant er, ab Ende Juli wieder verstärkt Turniere zu spielen, mit Blick auf eine mögliche Qualifikation für die DP World Tour zum Jahresende.

Der aktuelle Lieblingsschläger im Bag

Auf die Frage nach seinem aktuellen Lieblingsschläger antwortet Aaron ohne zu zögern: der Driver. Noch vor drei Jahren wäre die Antwort eine ganz andere gewesen, denn der Driver war lange sein Hassschläger. Heute macht ihm gerade das Schlagen weiter, kurvenreicher Drives am meisten Spaß, was gut zu seinem generellen Naturell als Gefühlsspieler passt, der früher im Kurzspiel gerne Flopshots und ähnliche kreative Schläge ausprobiert hat.

Guter Wein, guter Score: Aarons Philosophie fürs Wohlbefinden

Zum Abschluss erklärt Aaron den Zusammenhang zwischen einem guten Glas Wein und einem guten Score, ein Thema, das auf seinem Instagram-Profil bereits für Fragen gesorgt hat. Für ihn steckt dahinter eine zweigeteilte Idee. Zum einen glaubt er, dass gute Performance ein gutes Wohlbefinden voraussetzt, ein entspannter Start in den Tag mit einem schönen Frühstück wirkt sich seiner Erfahrung nach direkt auf das Golfspiel aus. Zum anderen geht es ihm um bewusstes Genießen statt Übermaß: lieber ein Glas wirklich guten Wein bewusst zelebrieren und darüber sprechen, als unreflektiert mehr zu konsumieren. Genau dieses entschleunigte, freudvolle Herangehen an den Sport, ohne Verbissenheit, zieht sich als roter Faden durch das gesamte Gespräch.

Fazit: Was Amateurgolfer von Aaron Leitmannstetters Golf Journey mitnehmen können

Aaron Leitmannstetters Weg vom Nachwuchstalent im bayerischen Kader über internationale Turniersiege bis zu seinem heutigen Leben als Athlet, Coach und Content Creator zeigt, wie viel mehr zu einer erfolgreichen Golf Journey gehört als reine Schwungtechnik. Seine Erkenntnisse zu Atmung, Mindset und einem ganzheitlichen Trainingsansatz lassen sich unabhängig vom eigenen Handicap anwenden, ebenso wie sein Plädoyer für mehr Wohlbefinden und Leichtigkeit auf dem Platz. Wer mehr über sein Projekt Road2 350 Yards oder seine Coaching-Angebote erfahren möchte, findet mehr dazu im Podcast.

Wer Sven Kortmann auf YouTube kennt, hat ihn schon beim Golfspielen gesehen, mit allen Fehlschlägen, Frustmomenten und kleinen Triumphen, die dazugehören. Doch was hinter diesen Videos wirklich steckt, welche Umwege seine Golfjourney genommen hat und warum ausgerechnet ein falscher Handschuh am Anfang für Verwirrung sorgte, das erzählt er im NextFairway Podcast zum ersten Mal ausführlich. Eine Geschichte über zehn Jahre Golf, über Verletzungen, über einen Trainerwechsel, der alles veränderte, und über die Frage, wie viel Aufwand wirklich hinter einem erfolgreichen Golfkanal steckt.

Von Fußball zum Golfplatz: Wie alles begann

Bevor Sven Kortmann zum Golf kam, spielte er jahrelang Fußball in der Bezirksliga. Golf hielt er damals für den langweiligsten Sport überhaupt, zu langsam, zu unspektakulär, um ihn im Fernsehen auch nur anzusehen. Erst ein alter Fußballfreund brachte ihn nach jahrelangem Zureden schließlich doch auf den Platz. Ohne jede Vorkenntnis, ohne Interesse an der Sportart, aber offen genug, es einmal auszuprobieren. Genau dieser Moment, in dem der erste Schläger in der Hand lag und trotz eines komplett misslungenen Schwungs etwas hängenblieb, markiert den Startpunkt seiner Golfjourney.

Der verwirrende Start als Linkshänder mit falschem Equipment

Was diese Anfangsphase besonders macht, ist eine Verwechslung, die sich über Wochen zog. Sven ist ein hundertprozentiger Linkshänder, im Fußball, beim Schreiben und eben auch im Golf. Beim Kauf seines ersten Golfhandschuhs bekam er jedoch ein Modell für Rechtshänder, ohne dass ihm oder dem Verkaufspersonal der Unterschied auffiel. Auch seinem damaligen Trainer war zu Beginn nicht klar, dass er es mit einem Linkshänder zu tun hatte. Die Folge: Sven absolvierte seine ersten zehn Patenrunden mit rechtshändigem Equipment und rechtshändigem Schwung, bevor er nach anhaltender Frustration auf einen Linkshänderschläger umstieg und sofort spürbare Fortschritte machte. Diese Episode zeigt exemplarisch, wie viele kleine Stolpersteine am Anfang einer Golfjourney liegen können, die im Nachhinein fast schon skurril wirken.

Der lange Weg zwischen Handicap 17 und 20

Nach den ersten erfolgreichen Jahren, in denen sich Sven Schritt für Schritt bis in den Bereich um Handicap 20 vorspielte, folgte eine lange Phase des Stillstands. Über Jahre hinweg pendelte sein Handicap zwischen 17 und 20, ohne dass sich daran etwas Grundlegendes änderte. Ein zentraler Faktor dabei war ein hartnäckiger Tennisarm, der ihn phasenweise fast komplett ausbremste, ausgelöst durch einen Schwung, der stark auf Kraft statt auf Technik setzte. Sven beschreibt sich selbst als technisch wenig begabt und macht deutlich, wie wichtig ihm deshalb regelmäßiges Training ist, weil sein Spiel ohne Coaching innerhalb kurzer Zeit spürbar schlechter wird.

Simulator oder Golfplatz: Wo Technologie an ihre Grenzen stößt

Im Gespräch bezieht Sven eine differenzierte Position zum Thema Golfsimulator und Indoor-Training. Für bestimmte Bereiche, etwa das Training des Dreierholzes oder die Kontrolle der eigenen Schwungebene, hält er Simulatoren für ausgesprochen wertvoll. Beim Üben von Eisenschlägen vom Boden sieht er dagegen ein grundsätzliches Problem: Die Matten in Indoor-Anlagen verzeihen Fehler, die auf einem echten Golfplatz sofort sichtbar würden, weil der Schläger einfach durch die Matte zum Ball rutscht. Wer im Winter viel am Simulator trainiert und dabei vermeintliche Fortschritte macht, erlebt auf dem Platz im Frühjahr deshalb häufig eine Enttäuschung. Diese Einschätzung dürfte für viele Hobbygolfer relevant sein, die ihre Wintervorbereitung planen.

DerHobbygolfer als Content Creator: Wachstum, Aufwand und Kritik

Neben der sportlichen Entwicklung ist Svens Weg als Content Creator ein zentraler Teil der Episode. Sein YouTube-Kanal wuchs innerhalb weniger Monate international auf fast 12.000 Abonnenten, deutlich mehr Reichweite als er ursprünglich erwartet hatte. Gleichzeitig macht er transparent, wie viel Arbeit tatsächlich hinter jedem einzelnen Video steckt, von der Kameraeinrichtung auf dem Platz bis zum stundenlangen Videoschnitt in der Woche. Besonders bemerkenswert: Nach eigener Einschätzung kostet ihn das Filmen während eines Turniers schätzungsweise vier bis fünf Schläge pro Runde, allein durch den zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Auch mit Kritik aus seinem ehemaligen Heimatklub geht Sven auf eine bemerkenswert gelassene Art um und erklärt offen, warum ihn negative Kommentare kaum noch belasten.

Die schönste Golfreise: Royal Pines Golf Club in Australien

Als eindrücklichstes Golferlebnis nennt Sven eine Runde auf dem Royal Pines Golf Club an der Gold Coast in Australien, gespielt nur wenige Tage vor einem Turnier der PGA Tour of Australasia. Der Platz war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig für das Turnier vorbereitet, inklusive Tribünen, was dem Runden ein völlig anderes Flair verlieh. Sven empfiehlt genau diesen Zeitpunkt, kurz vor oder nach einem Profiturnier, als besonders lohnenswerte Gelegenheit, einen Platz auf ganz neue Weise zu erleben.

Der wichtigste Rat an sein Anfänger-Ich

Zum Abschluss der Episode fasst Sven zusammen, was er seinem eigenen Anfänger-Ich raten würde. An erster Stelle steht für ihn regelmäßiges Training von Anfang an, weil viele Golfer wertvolle Zeit verlieren, indem sie auf gut gemeinte Tipps von Freunden statt auf ihren Trainer hören. Ebenso wichtig ist ihm ein frühes, individuelles Fitting, da bereits kleine körperliche Besonderheiten wie eine leicht überdurchschnittliche Armlänge erhebliche Auswirkungen auf den Schwung haben können. Dieser Rat rundet eine Golfjourney ab, die zeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg im Golf gibt, sondern viele individuelle Wege mit eigenen Umwegen und Lernmomenten.

Fazit

Die Geschichte von DerHobbygolfer Sven Kortmann macht deutlich, wie viel echte Golfjourney hinter einem erfolgreichen YouTube-Kanal steckt. Zwischen Verletzungen, jahrelangem Stillstand, einem entscheidenden Trainerwechsel und dem täglichen Spagat zwischen Content-Produktion und dem eigenen Spiel zeigt Sven, dass Ehrlichkeit und Beharrlichkeit oft mehr bewirken als reines Talent. Wer sich in ähnlichen Phasen wiederfindet, bekommt in dieser Episode nicht nur Unterhaltung, sondern konkrete Ansatzpunkte für die eigene Golfentwicklung.

Es gibt Golfgeschichten, die beginnen mit einem lauten Knall am Abschlag oder einem spektakulären Hole in One. Die Geschichte von Matthias, den viele in den sozialen Medien nur als Hobbygolfer Matze kennen, beginnt anders. Sie beginnt an einem Vatertag im Jahr 2020, mitten in der Corona-Pandemie, als schlicht keine anderen Freizeitmöglichkeiten mehr übrig waren. Aus einer spontanen Schnupperstunde wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft wurde ein Handicap zwischen 54 und 20, und aus einer öffentlichen Instagram-Ankündigung wurde eine der beeindruckendsten Transformationen, über die im NextFairway-Podcast bisher gesprochen wurde. Matze hat in den letzten anderthalb Jahren knapp 33 Kilogramm abgenommen, komplett öffentlich, mit allen Rückschlägen und ohne geschönte Darstellung. Wie diese Reise begann, wie sie sich aufs Golfspiel auswirkt und was Matze heute anders machen würde, erzählt er im Gespräch mit Thomas.

Vom Corona-Lockdown auf den Golfplatz: Matzes Einstieg

Matze gehört zu einer Generation von Golfern, die der Sport nicht auf klassischem Weg über Familie oder Verein gefunden hat, sondern über den Mangel an Alternativen während der Pandemie. An einem Vatertag im Mai 2020 erfuhr er, dass der Golfklub in Lippstadt gerade eine Platzreife anbietet. Aus früherer Schulsporterfahrung wusste er, dass Golf grundsätzlich Spaß machen kann, also meldete er sich kurzerhand an. Was als unverbindlicher Test gedacht war, wurde schnell zu einer festen Größe in seinem Alltag. Dieser Weg über die Pandemie in den Golfsport ist im Podcast schon mehrfach Thema gewesen und zeigt, wie viele neue Golferinnen und Golfer der Sport gerade in dieser Zeit gewonnen hat.

Der Golfvirus packt zu: Von der Platzreife zur festen Golfclique

Bei Matze ging es nach der Platzreife rasant weiter. Der Club machte ein attraktives Angebot für das restliche Jahr, und schon wenige Tage nach der Prüfung stand er wieder auf der Anlage, diesmal mit allen Unterlagen zum Unterschreiben im Gepäck. Dort traf er zufällig zwei Nachbarn aus seinem Dorf, die ihn sofort in ihre montägliche Golfrunde integrierten. Aus dieser Montagsrunde wurde mit der Zeit eine feste Gruppe von Golffreunden, die sich gemeinsam an Turnieren versuchten. Genau dieser soziale Aspekt, das schnelle Finden von Gleichgesinnten mit ähnlichem Spielniveau, war für Matze einer der entscheidenden Gründe, warum er beim Golf geblieben ist.

Golf lernen: Autodidaktisch mit YouTube oder besser gleich zum Pro?

Wie viele Einsteiger versuchte auch Matze zunächst, sich den Golfschwung über YouTube-Videos selbst beizubringen. Er ist überzeugt, dass die Basics aus der Platzreife, etwa die richtige Standposition oder ein zügiges Grundtempo auf dem Platz, bei seinem Heimatclub sehr gut vermittelt wurden. Beim eigentlichen Schwung verließ er sich jedoch zunächst auf Erklärvideos bekannter Golflehrer und war überzeugt, das Ganze allein hinzubekommen. Erst ein halbes Jahr später nahm er professionellen Unterricht, eine Entscheidung, die er im Rückblick deutlich früher getroffen hätte. Die in dieser Zeit eingeschliffenen Fehler begleiten ihn nach eigener Aussage teilweise bis heute. Seitdem nimmt er regelmäßig, etwa alle zwei bis drei Monate, eine Auffrischungsstunde bei seinem Pro.

Turniererfahrung: Vom ersten Tiger-Rabbit-Turnier zur Strawberry Tour

Schon drei bis vier Monate nach der Platzreife wagte sich Matze an sein erstes vorgabewirksames Turnier, ein klassisches Tiger-Rabbit-Format in Lippstadt. Bis heute spielt er dieses Format gerne mit, weil es neue Kontakte bringt und gleichzeitig Geduld lehrt, etwa wenn der eigene Flight durch langsamere Mitspieler ausgebremst wird. Mittlerweile ist Matze auf der Strawberry Tour unterwegs und reist dafür auch über die eigene Region hinaus, zum Beispiel an die holländische Grenze oder in den bayerischen Raum, teilweise sogar mit Dachzelt im Gepäck. Von etwa zwanzig Turnierergebnissen in seiner aktuellen Handicap-Historie stammt nur ein kleiner Teil vom eigenen Hausplatz, der Großteil verteilt sich auf fremde Plätze im ganzen Land.

Handicap-Entwicklung: Höhen und Tiefen auf dem Weg von 54 zur 20

Innerhalb von rund drei Jahren verbesserte sich Matze von einem Einsteiger-Handicap in Richtung 20. An diesem Punkt hängt er nach eigener Aussage seit etwa zweieinhalb bis drei Jahren fest, aktuell bewegt sich sein Handicap sogar eher wieder in Richtung 24 bis 26. Er führt das auf eine Mischung aus mentalen und körperlichen Faktoren zurück, verbunden mit vielen fremden Plätzen, die er im Rahmen von Turnieren regelmäßig spielt. Diese Ehrlichkeit im Umgang mit Rückschritten macht seine Geschichte besonders greifbar für alle Golferinnen und Golfer, die selbst gerade in einer Stagnationsphase stecken.

Golf-Alltag zwischen Job, Familie und Trainingsplan

Wie viel Zeit für Golf bleibt, hängt bei Matze stark von der Woche ab. Neben dem eigenen Unternehmen sind Familie und Kind wichtige Faktoren bei der Zeitplanung. Läuft es gut, kommt er auf drei Platzbesuche pro Woche, meist für neun Loch plus eine kurze Trainingseinheit davor oder danach. Turniere spielt er, wenn möglich, alle zwei bis drei Wochen, an guten Wochenenden auch gleich zwei Turniere hintereinander. Gerade am Wochenende bevorzugt er frühe Startzeiten, um genug Zeit für die Familie zu behalten.

Neun Loch statt achtzehn: Warum weniger oft mehr ist

Ein Thema, das Matze im Gespräch besonders am Herzen liegt, ist die Debatte um neun gegenüber achtzehn Loch. Er bezeichnet sich selbst klar als Neun-Loch-Spieler und kann mit Aussagen wie neun Loch sei kein richtiges Golf wenig anfangen. Für ihn zählt vor allem, wie oft man überhaupt auf den Platz kommt, nicht die Rundenlänge. Eine kürzere Runde von neun Löchern, kombiniert mit etwas Training davor oder danach, ist für ihn ein perfekter Ausgleich zum Alltag und lässt sich viel leichter in eine Woche mit Job und Familie integrieren als eine komplette Achtzehn-Loch-Runde.

Schlägerfitting: Der richtige Zeitpunkt für den ersten eigenen Satz

Zum Thema Fitting hat Matze eine klare Haltung. Er selbst ließ sich Ende 2021 bei Handicap 36 im Golf House fitten, im Rückblick vielleicht sogar etwas zu früh, weil sein Schwung damals noch alles andere als stabil war. Trotzdem rät er allen, die es sich finanziell leisten können, frühzeitig zum Fitting zu gehen, weil passende Schläger den Einstieg erleichtern. Gleichzeitig betont er, dass ein Schlägersatz nicht jedes Jahr erneuert werden muss und durchaus über mehrere Jahre mitspielen kann.

Die große Transformation: Wie Matze öffentlich 33 Kilo abnahm

Der emotionalste Teil der Episode dreht sich um Matzes gesundheitliche Transformation. Ende Oktober 2024 zog er für sich selbst die Reißleine. Um sich zusätzlichen Druck aufzubauen, machte er den Prozess über seinen Instagram-Account öffentlich, wohlwissend, dass er selbst nur schwer verlieren beziehungsweise aufgeben kann, wenn andere zusehen. Seit anderthalb Jahren zieht er das Programm konsequent durch und hat mittlerweile knapp 33 Kilogramm abgenommen. Aktuell befindet er sich eher in einer Erhaltungsphase, weil Kopf und Körper nach so langer Zeit im Defizit eine Pause brauchen.

Was der Gewichtsverlust fürs Golfspiel bedeutet

Auf dem Golfplatz zeigt sich der Effekt der Transformation auf mehreren Ebenen. Matze bemerkt, dass er im Schwung mittlerweile länger wird, was er weniger auf zusätzlichen Muskelaufbau zurückführt als vielmehr darauf, dass der Bauch beim Schwung nicht mehr im Weg ist. Auch beim Thema Kondition auf dem Platz zeigt sich der Unterschied deutlich. Anstiege bereiten ihm inzwischen keine Probleme mehr, die Konzentration bleibt über die gesamte Runde stabiler, und die früher typischen kompletten Einbrüche auf der zweiten Neun fallen heute deutlich schwächer aus. Interessant findet Matze dabei, dass sich der Effekt auf der Range aktuell stärker zeigt als im Turnier, was er selbst noch nicht abschließend erklären kann.

Bewusstes Training: Struktur statt Zufall

Neben der Ernährung spielt für Matze auch strukturiertes Training eine große Rolle. Statt auf eine klassische Golf-Trainings-App zu setzen, nutzt er die Fitnessapp Freeletics für sein komplettes Workout zu Hause, unter anderem aus Zeit- und Kostengründen. Für sein Golftraining selbst wünscht er sich ein ähnliches System, das ihm auf Basis der eigenen Schwächen einen klaren Trainingsplan mit fester Struktur vorgibt, inklusive Putten und kurzem Spiel. Aktuell fehlt ihm häufig genau diese Struktur, wodurch bewusstes, zielgerichtetes Training auf der Range eher die Ausnahme als die Regel bleibt.

Saisonziele: Handicap 15 und die Neunziger-Marke knacken

Für die laufende Saison hatte sich Matze ursprünglich das Handicap 15 als Ziel gesetzt. Nach einer Rippenverletzung und einem holprigen Saisonstart rutschte sein Handicap zunächst wieder in Richtung 27 bis 28, weshalb er das Ziel realistisch einordnet. Sportlich konkreter ist sein Wunsch, auf seinem Hausplatz in Lippstadt endlich eine Turnierrunde klar unter 90 zu spielen. Ähnlich wie beim Knacken der 100 vor einigen Jahren geht er davon aus, dass sich nach dem ersten Erfolg auch weitere folgen werden, sobald der mentale Knoten einmal gelöst ist.

Vom zögerlichen Start zur Golf-Community auf Instagram

Interessant ist auch, wie Matze überhaupt zu Social Media kam. Ursprünglich eher zögerlich, weil seine Partnerin ihn wiederholt zum Start eines eigenen Accounts ermutigte, entschied er sich vor rund zwei Jahren spontan aus einer Art Trotzreaktion heraus, es selbst besser zu machen. Golf war für ihn dabei ein naheliegendes Thema. Heute folgen ihm über viertausend Menschen auf Instagram, ein Ziel, das er sich selbst gesetzt hatte und das er in dieser Saison erreichen möchte. Meist postet er täglich, manchmal auch zweimal, je nachdem, was er auf dem Platz erlebt oder gerade beschäftigt.

Authentizität statt Hochglanz

Besonders bemerkenswert an Matzes Content ist der bewusste Verzicht auf eine geschönte Darstellung. Er zeigt nicht nur gute Runden, sondern genauso schlechte Phasen, etwa wenn eine Runde komplett aus dem Ruder läuft oder er kurz davor ist, den Schläger zu werfen. Genau diese Ehrlichkeit, verbunden mit Hilfsmitteln wie dem mentalen Konzept des fünfzehnten Schlägers aus der bekannten Golfpsychologie-Literatur, macht seinen Content für viele Golferinnen und Golfer besonders nahbar.

Der Lieblingsschläger und ein kurioser Materialschaden

Auf die Frage nach dem Lieblingsschläger nennt Matze aktuell das Eisen 8, dicht gefolgt vom Eisen 6. Genau dieses Eisen 6 verabschiedete sich vor einigen Wochen auf kuriose Weise, der Schaft brach mitten im Rückschwung direkt über dem Griff, während der Schlägerkopf durch die Luft flog. Trotz dieses Missgeschicks blieb Matze erstaunlich gelassen und beendete das Loch souverän mit einer 6 und einer 8.

Das Fazit: Matzes Rat an sein Anfänger-Golf-Ich

Am Ende der Episode stellt Thomas wie in jeder Folge die Reflexionsfrage, was das heutige Golf-Ich dem Anfänger-Golf-Ich raten würde, ganz ohne die naheliegende Antwort früher angefangen zu haben. Matzes Antwort fällt klar und direkt aus: Ego beiseitelegen, von Anfang an mit den Eisen spielen und auf die langen Hölzer verzichten. Ein Rat, der nicht nur zu seiner sportlichen, sondern auch zu seiner persönlichen Transformation passt, bei der es letztlich immer wieder um dieselbe Frage geht, den eigenen Fortschritt wichtiger zu nehmen als das schnelle, große Ergebnis.